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Auftragseingang steigt 12.02.2019 16:59:00

thyssenkrupp-Gewinn fällt wie erwartet - Aktie verliert

thyssenkrupp-Gewinn fällt wie erwartet - Aktie verliert

Ohne den ausgegliederten Stahlbereich sank die massgebliche Kenngrösse - der bereinigte operative Gewinn (EBIT) - in den Monaten Oktober bis Dezember um mehr als ein Drittel auf 168 Millionen Euro.

Zwar verbuchten alle Geschäftsbereiche steigende Umsätze, ihre Erträge entwickelten sich aber aus unterschiedlichen Gründen und teils deutlich rückläufig. Eine Ausnahme machte lediglich der kleinste Bereich Marineschiffbau, der eine schwarze Null einfuhr. Die bereinigte operative Marge aller fortgeführten Geschäfte insgesamt sank um 130 Basispunkte auf 2,1 Prozent.

Dabei fuhr der nicht ausgelastete Anlagenbau besonders wegen niedrigmargiger Projekte einen kleinen Verlust - übrigens zum vierten Mal in Folge. Auch in der ertragsstarken Aufzugssparte sank bei erhöhten Rohstoffkosten in China und Zöllen in den USA trotz deutlichen Wachstums die Marge. Aufzüge und Rolltreppen trugen mit 204 Millionen Euro jedoch den Löwenanteil zum operativen Gewinn bei.

Im Autokomponenten-Geschäft fiel anders als erwartet zwar der Umsatz nicht, Anlaufkosten bei Kundenprojekten und Schwächen im Geschäft mit Federn und Stabilisatoren drückten den Gewinn aber deutlich. Im Rohstoffhandel sorgten sinkende Preise für ein mehr als halbiertes Ergebnis.

Schwäche zeigte nach etlichen Quartalen mit starken Zahlen auch das europäische Flachstahlgeschäft, das der Konzern mit dem der indischen Tata-Steel-Gruppe zusammenführen will. Hier sorgten Lieferausfälle als Folge des Rhein-Niedrigwassers und eine rückläufige Nachfrage im Zuge der WLTP-Abgasnormen in der Autobranche für eine Viertelung des Gewinns.

Während der operative Gewinn also sank, stand unter dem Strich ein Nettogewinn, der mit 136 Millionen Euro nach Minderheiten, um mehr als die Hälfte besser ausfiel, als vor Jahresfrist. Damals hatte die US-Steuerreform von Präsident Trump das Ergebnis massiv belastet. Der Umsatz stieg im fortgeführten Geschäft um 3 Prozent auf 7,94 Milliarden Euro und im Konzern um 2 Prozent auf 9,74 Milliarden Euro.

An der Prognose für das Gesamtjahr 2018/19 hielt thyssenkrupp fest: Im fortgeführten Geschäft soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern auf mehr als 1 Milliarde Euro steigen. Ohne das Stahlgeschäft verbuchte der Konzern hier zuletzt 706 Millionen Euro. Besser als im Vorjahr, wenn auch weiterhin negativ, soll auch der Free Cash Flow vor Zu- und Verkäufen ausfallen.

Im ersten Quartal zeigte er sich mit minus 1,6 Milliarden Euro deutlich schlechter als im Vorjahr (minus 1,1 Milliarden). Hier wirkte sich die erhöhte Mittelbindung im Rohstoffhandel und wegen der Lieferschwierigkeiten auch im Stahlgeschäft negativ aus.

Ein echter Lichtblick ist der Auftragseingang. Er zeigte in allen Geschäften nach oben. Im Gesamtkonzern wurde mit 10,1 Milliarden Euro 8 Prozent mehr Neugeschäft verbucht als vor Jahresfrist.

Vorstandschef Guido Kerkhoff, wertete das Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz als Zeichen dafür, dass die "fundamentalen Wachstumstreiber... intakt" seien. Ergebnisseitig müsse thyssenkrupp mit seinen Effizienzprogrammen aber noch nachlegen, räumte der Manager ein, erwartet dabei aber "erkennbare Fortschritte" noch im laufenden Geschäftsjahr.

thyssenkrupp sieht bereinigtes EBIT in 2Q erneut unter Vorjahr

Bei thyssenkrupp ist kurzfristig keine Besserung der operativen Zahlen zu erwarten. Auch im zweiten Geschäftsquartal, das bis Ende März läuft, erwartet der Industriekonzern im fortgeführten Geschäft - also ohne den zur Fusion mit Tata ausgegliederten Stahlbereich - ein im Jahresvergleich rückläufiges bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Das geht aus einer Präsentation für Analysten auf der Homepage des Unternehmens hervor, die mit der Zwischenbilanz zum ersten Quartal veröffentlicht wurde. Zum Jahresauftakt war der bereinigte operative Gewinn um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Schwächer erwartet werden die Zahlen im zweiten Quartal im Autokomponentengeschäft und im Rohstoffhandel. Die übrigen Industriegeschäfte können dies nicht kompensieren, ihre Ergebnisse dürften nach Einschätzung des Konzerns auf Vorjahresniveau liegen.

Erst im zweiten Halbjahr sollen die thyssenkrupp-Ergebniszahlen wieder nach oben zeigen. Im Autozuliefergeschäft und im Anlagenbau dürften dann die eingeleiteten operativen Massnahmen greifen. Allerdings hilft auch ein Basiseffekt. Im Vorjahr waren die Zahlen von negativen Einmaleffekten belastet worden.

Die Nachricht kommt im Handel nicht gut an. Die thyssenkrupp-Papiere verlor am Nachmittag im Xetra-Handel 4,34 Prozent auf 13,99 EUR und verbucht derzeit noch ein Minus von 2,43 Prozent.

FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: thyssenkrupp AG

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