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Rheinmetall Aktie 345850 / DE0007030009

Zahlen überzeugen 23.07.2026 17:59:00

Thales liefert den Funken: Rüstungsaktien von Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und TKMS ziehen mit

Thales liefert den Funken: Rüstungsaktien von Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und TKMS ziehen mit

Thales hat im ersten Halbjahr mit einem kräftigen Auftragseingang, einem Rekord beim freien Cashflow und verbesserten Margen überzeugt. So reagiert der Rüstungssektor.

  • Thales verzeichnete im ersten Halbjahr einen Auftragseingang von 12,5 Milliarden Euro
  • Der freie Cashflow schoss auf 1,87 Milliarden Euro von zuvor 499 Millionen Euro
  • Gestoppte F126-Fregatten belasteten den Nettogewinn mit einer Sonderlast

Der Rüstungskonzern Thales hat im ersten Halbjahr 2026 die Gewinnschätzungen der Analysten übertroffen und dabei von deutlich verbesserten Margen im Luft- und Raumfahrt- sowie im Verteidigungsgeschäft profitiert. Die Aktie des französischen Rüstungs- und Elektronikkonzerns legte daraufhin am Donnerstag an der Euronext in Paris letztlich 5,07 Prozent auf 238,30 Euro zu und zog auch andere Rüstungskonzerne mit.

Auftragseingang und Cashflow auf Rekordniveau treiben die Thales-Aktie an

Der Umsatz von Thales stieg im ersten Halbjahr um 6,7 Prozent auf 10,95 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um 9,9 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, was einer Marge von 12,5 Prozent nach 12,2 Prozent im Vorjahreszeitraum entspricht.

Der Auftragseingang kletterte um 21 Prozent auf 12,47 Milliarden Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis lag damit bei 1,14 nach 1,01 im Vorjahreshalbjahr. Der Auftragsbestand wuchs trotz des Wegfalls der Aufträge aus dem gestoppten deutschen Fregattenprogramm F126 um 5 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro. Besonders auffällig war die Entwicklung beim freien Cashflow: Er stieg von 499 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 1,87 Milliarden Euro, getragen von einer deutlich verbesserten Entwicklung des Working Capital. Die Nettoverschuldung sank dadurch auf 519 Millionen Euro von 1,62 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 und von 3,43 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

Verteidigung treibt, Luftfahrt von Sondereffekt gebremst

Der Umsatz im Verteidigungsgeschäft stieg im ersten Halbjahr organisch um 13,1 Prozent auf 6,32 Milliarden Euro, im zweiten Quartal allein sogar um 11,9 Prozent, und die bereinigte EBIT-Marge des Segments verbesserte sich von 12,8 Prozent auf 13,8 Prozent. Die Luftfahrtsparte wuchs organisch nur um 2,1 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro, belastet durch die im Mai 2026 bekanntgegebene Stornierung von zwei geostationären Telekommunikationssatelliten mit einem Effekt von rund 150 Millionen Euro. Ohne diesen Einmaleffekt hätte das Wachstum der Sparte laut Thales bei 8,8 Prozent im Halbjahr und 11,0 Prozent allein im zweiten Quartal gelegen. Die EBIT-Marge der Luftfahrtsparte verbesserte sich trotz des Sondereffekts von 9,1 auf 10,4 Prozent, gestützt auf Fortschritte im Raumfahrtgeschäft. Das Segment Cyber & Digital blieb mit einem organischen Umsatzplus von 0,4 Prozent nahezu unverändert, die Marge sank von 14,4 auf 10,9 Prozent, weil das Vorjahreshalbjahr von Einmaleffekten profitiert hatte.

Sonderlast durch gestoppte F126-Fregatten

Das deutsche Verteidigungsministerium hatte am 24. Juni 2026 den Vertrag über sechs F126-Fregatten gekündigt, bei dem die niederländische Werft Damen Schelde als Hauptauftragnehmer und Thales als Unterauftragnehmer fungierte. Daraus resultierte eine weitgehend zahlungsunwirksame Sonderbelastung von 450 Millionen Euro, die das bereinigte Ergebnis nicht berührt, den Konzern-Nettogewinn aber um rund 331 Millionen Euro drückte. Der Nettogewinn fiel dadurch im ersten Halbjahr auf 485 Millionen Euro nach 664 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Thales kündigte an, Entschädigung für die bereits erbrachten Leistungen und den durch die Kündigung entstandenen Schaden einzufordern.

Jahresprognose bestätigt, Teilziele bereits Anfang Juli angehoben

Thales bekräftigte seine Jahresziele für 2026: ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 7 Prozent, entsprechend einem Umsatz von 23,3 bis 23,6 Milliarden Euro, sowie eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 12,6 und 12,8 Prozent. Bereits am 3. Juli 2026 hatte der Konzern zwei weitere Zielgrössen angehoben: Das Book-to-Bill-Verhältnis soll nun über 1,1 liegen, die Umwandlungsrate in freien Cashflow zwischen 100 und 110 Prozent.

Auch europäische Rüstungsaktien gefragt

Starke Zahlen von einem der grössten europäischen Verteidigungskonzerne strahlen erfahrungsgemäss auf den gesamten Sektor aus. Auf XETRA stehen deshalb am Donnerstag auch die Aktien von Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und TKMS thyssenkrupp Marine Systems im Blick: Rheinmetall gewann schlussendlich 0,91 Prozent auf 1'017,00 Euro, für RENK ging es daneben letztlich um 1,19 Prozent auf 45,36 Euro nach oben, während HENSOLDT 2,38 Prozent auf 79,12 Euro gewann und die TKMS-Aktie 1,35 Prozent tiefer bei 80,30 Euro notierte.

Ob sich die verbesserte Profitabilität und der Cashflow-Sprung aus dem ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen werden, dürfte sich vor allem an der Erholung der Luftfahrtsparte nach dem Satelliten-Sondereffekt sowie an einer möglichen Entschädigungszahlung für die gestoppten F126-Fregatten zeigen.

Claudia Stephan, Martina Köhler, Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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