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Tesla Aktie 11448018 / US88160R1014

Robotaxi-Rennen 12.09.2026 23:21:00

Tesla- vs. Alphabet-Aktie: Wer macht das Robotaxi-Rennen?

Tesla- vs. Alphabet-Aktie: Wer macht das Robotaxi-Rennen?

Tesla hat in Austin erste Fahrten mit dem fahrerlosen Cybercab gestartet. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA nimmt den Dienst nun unter die Lupe.

•Tesla bietet erste Cybercab-Fahrten in ausgewählten Bereichen von Austin an
•Waymo kommt nach eigenen Angaben auf bis zu 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche
•Tesla-Aktie stützt sich stark auf die Robotaxi-Ambitionen

Cybercab-Start unter Beobachtung der Aufsicht

Tesla hat am 3. September mit ersten Fahrten seines fahrerlosen Cybercab in begrenzten Bereichen von Austin, Texas, begonnen. Das zweisitzige Fahrzeug kommt ohne Lenkrad und Pedale aus. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) erklärte, sie stehe mit Tesla in Kontakt und prüfe den Sachverhalt, wie Reuters berichtet. Tesla aktualisierte am gleichen Tag seine Robotaxi-Website mit Details zum Cybercab, machte jedoch keine Angaben dazu, ob für die Fahrten ein Preis erhoben wird oder ob grundsätzlich jeder Nutzer der App in Austin eine Fahrt buchen kann. Konzernchef Elon Musk bezeichnete das Cybercab in einem Anfang September veröffentlichten Video als das erste Fahrzeug, das speziell für unbeaufsichtigtes autonomes Fahren gebaut worden sei. Bundesvorschriften begrenzen zudem die Zahl an Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale, die ein Hersteller ohne gesonderte Zulassung verkaufen darf, während für Testzwecke zwar eine unbegrenzte Zahl an Fahrzeugen eingesetzt werden darf, dabei aber keine Fahrpreise erhoben werden dürfen. In Kalifornien verfügt Tesla bislang über keine Genehmigung, einen Robotaxi-Dienst zu betreiben oder fahrerlose Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer zu testen.

Schnelles Wachstum laut Tesla, Waymo dennoch weit voraus

Nach eigenen Angaben aus der Telefonkonferenz zu den Zahlen des zweiten Quartals 2026 hat Tesla mittlerweile mehr als 380.000 Meilen im unbeaufsichtigten Robotaxi-Betrieb zurückgelegt, verteilt auf sechs Städte in zwei Bundesstaaten, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Zahl der wöchentlich gefahrenen unbeaufsichtigten Meilen sei seit Beginn des Jahres mit zweistelligen Raten von Woche zu Woche gewachsen, das Robotaxi-Angebot inzwischen auf sieben Grossräume in den USA ausgeweitet, nachdem im Juli zusätzlich drei Städte in Florida hinzugekommen seien. Die Produktion des Cybercab habe im zweiten Quartal im Werk Gigafactory Texas begonnen. Nach Darstellung von Tesla-KI-Chef Ashok Elluswamy liege die derzeitige Wachstumsgrenze vor allem in dem, was Konzernchef Musk als "Marsch der Neunen" bei der Zuverlässigkeit bezeichnete, nicht in fehlender Nachfrage. Im Vergleich dazu meldete Waymo, die Robotaxi-Tochter von Google-Mutter Alphabet, im März bis zu 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr, sowie seit dem Start 2018 rund 220 Millionen gefahrene Meilen im fahrerlosen Betrieb bis März, wie CNN berichtet. Am 1. September weitete Waymo sein Angebot um die Städte Denver, San Diego und Tampa aus und ist damit inzwischen in 14 Städten aktiv. In Texas waren nach Angaben von Reuters am Abend des 2. September 420 autonome Fahrzeuge von Tesla registriert, darunter 45 Cybercabs, während Waymo im selben Bundesstaat auf 988 registrierte Fahrzeuge kommt.

Wirtschaftlichkeit weiter offen, Tesla-Aktie hängt an Robotaxi-Ambitionen

Ob sich der Cybercab-Betrieb wirtschaftlich trägt, ist bislang unklar. Weder Tesla noch Waymo haben laut CNN bislang gesonderte Finanzzahlen zu ihren Robotaxi-Sparten veröffentlicht. Waymo sieht nach eigenen Angaben einen Weg zur Profitabilität, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Der Bereich Other Bets von Alphabet, dem auch Waymo zugeordnet ist, verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von 3,9 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 793 Millionen US-Dollar, nach 823 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Auf Konzernebene wies Tesla für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 28,2 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem operativen Ergebnis von 0,4 Milliarden US-Dollar und einem negativen freien Cashflow von 1,1 Milliarden US-Dollar. Finanzchef Vaibhav Taneja begründete den negativen Cashflow mit deutlich gestiegenen Investitionsausgaben, die sich in der zweiten Jahreshälfte weiter erhöhen sollen. Für das Gesamtjahr rechnet Tesla mit Investitionen von mehr als 25 Milliarden US-Dollar unter anderem für den Ausbau der Robotaxi-Flotte. Tesla verweist zudem auf einen möglichen Kostenvorteil gegenüber Waymo, da seine Fahrzeuge allein auf Kameras statt auf Laser- und Radarsysteme setzen. Laut Reuters gilt der Robotaxi-Bereich als zentrale Stütze des Börsenwerts von Tesla, der deutlich über dem jedes anderen Autoherstellers liegt, während das klassische Elektroauto-Geschäft unter dem Wettbewerbsdruck vor allem chinesischer Hersteller steht.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.ch

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