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Umsatz gestiegen 18.07.2019 10:50:06

Temenos wächst im zweiten Quartal erneut deutlich

Temenos wächst im zweiten Quartal erneut deutlich

Das Geschäft habe von verschiedenen Wachstumstreibern profitiert, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

So stieg der Umsatz (alle Zahlen: non-IFRS) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 237,1 Millionen US-Dollar (+17% zu konstanten Wechselkursen). Der Lizenzumsatz als wichtigster Einnahmeposten erhöhte sich dabei um 18 Prozent auf 107,2 Millionen. Auch die Bereiche Unterhalt und Service legten jeweils im zweistelligen Prozentbereich zu.

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Der operative Gewinn auf Stufe EBIT wuchs um 21 Prozent auf 73,1 Millionen Dollar, wobei sich die EBIT-Marge auf 30,9 von 29,4 Prozent verbesserte. Der Gewinn je Aktie (EPS) legte um 12 Cents auf 0,80 Dollar zu.

Erwartungen in etwa erreicht

Damit hat Temenos die Erwartungen der Analysten beim Umsatz nicht ganz erreicht, beim EBIT dafür übertroffen. Diese hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 241,2 Millionen Dollar (Lizenzeinnahmen 109,2 Mio), einem EBIT von 69,9 Millionen und einem EPS von 0,80 Dollar gerechnet.

Er sei sehr zufrieden mit der Entwicklung im zweiten Quartal, die auf dem guten Start ins Jahr im ersten Quartal aufbaue, wurde CEO Max Chuard in der Meldung zitiert. Das Wachstum sei nach wie vor breit abgestützt sowohl auf Regionen- als auch auf Kundenebene, wobei Asien und Amerika im zweiten Quartal besonders starke Umsätze erzielt hätten.

Die ursprünglich im Februar gemachten Prognosen für das Gesamtjahr 2019 bestätigte Temenos am Mittwochabend erneut. Im laufenden Jahr rechnet die Gruppe zu konstanten Wechselkursen mit einem Umsatzwachstum (Non-IFRS) im Bereich von 16 bis 19 Prozent. Der EBIT (ebenfalls Non-IFRS) soll zwischen 310 und 315 Millionen Dollar zu liegen kommen.

Temenos gewann im zweiten Quartal ausserdem 20 neue Kunden. Das Unternehmen erwartet nun, dass das im Dezember letzten Jahres erworbene amerikanische Unternehmen Avoka im Jahr 2019 rund 50 Millionen USD zum Umsatz der Genfer Gruppe beitragen wird.

Künftig möchte das Unternehmen nun zukaufen, wie der neue Finanzchef des Unternehmens, Panagiotis Spiliopoulos, im Gespräch mit AWP sagte. "Wir haben die finanziellen Mittel für eine bedeutende Akquisition, aber der Zeitpunkt ist noch unklar. Ich bin aber zuversichtlich, dass ein Zukauf in den nächsten sechs bis zwölf Monaten geschehen wird", sagte der Finanzchef.

Übernahme in Grossbritannien

Schliesslich hat Temenos am Mittwochabend auch bekannt gegeben, dass das Geschäft der Logical Glue Ltd. in Grossbritannien übernommen wird. Das Unternehmen betreibt eine patentierte Plattform für künstliche Intelligenz (Explainable AI, XAI) für Finanzkunden in Grossbritannien und Europa.

Damit werde die Kompetenz von Temenos im Bereich künstliche Intelligenz gesteigert, hiess es in einer separaten Mitteilung. Die XAI-Plattform soll unmittelbar in die Cloud-basierte Banken-Plattform von Temenos integriert werden. Das Unternehmen sieht die Akquisition strategisch als wichtig an. Der Kaufpreis für die Übernahme lag bei 12 Millionen britische Pfund. Sie soll ab 2020 den Gewinn von Temenos mehren.

Finanzchef Spiliopoulos sagte, dass die von dem britischen Unternehmen entwickelte Plattform Temenos helfen werde, Anforderungen der Regulierungsbehörden zu erfüllen. Die künstliche Intelligenz - wie sie von Logical Blue verwendet wird - war in der sehr konservativen Bankenwelt bisher "noch relativ wenig entwickelt", sagte Spiliopoulos.

Gewinnmitnahmen bei Temenos-Aktie

Obwohl Temenos die Gewinnprognosen der Analysten übertreffen konnte und das Management sich mit Blick auf den Rest des Jahres positiv äusserte, werden die Aktien des Genfer Bankensoftwarekonzerns am Donnerstag mit einem Kursabschlag gehandelt. Nach einem guten Lauf kommt es vor allem zu Gewinnmitnahmen. Die Titel büssten zuletzt 4,75 Prozent auf 170,55 Franken ein. Der SPI liegt derweil 0,3 Prozent im Plus. In den Handel gestartet war die Temenos-Aktie mit einem Minus von 1,5 Prozent, danach weiteten sich die Kursverluste aber immer stärker aus. Seit Anfang Jahr stehen die Titel damit aber aktuell immer noch 44 Prozent im Plus.

Neben den Gewinnmitnahmen werden auch hohe Wachstumserwartungen des Marktes als Grund für die hohen Verluste genannt, denen das Unternehmen nicht vollumfänglich gerecht wurde. Das am Mittwochabend vorgelegte Quartalsergebnis wird von den Analysten jedoch in weiten Zügen positiv gewertet.

Einzig bei den Einnahmen aus Lizenzen und im Servicegeschäft konnte Temenos die Erwartungen der Branchenbeobachter nicht ganz erfüllen. Der Analyst der Zürcher Kantonalbank würdigte im Gegenzug aber, dass das Unternehmen im Gegenzug die Kosten gut unter Kontrolle halte und sich bei den Services auf hochmargige Aufträge fokussiere.

Auch bei Barclay wurde die Kostenkontrolle von Temenos gelobt, gleichzeitig aber auch auf die hohen Umsatzerwartungen des Marktes hingewiesen. Aufgrund dieser hätten die Verlangsamung des Umsatzwachstums im Lizenzgeschäft im zweiten Quartal sowie die nicht erfüllte Umsatzerwartung des Gesamtunternehmens eine Bedeutung. Die gestiegene Profitabilität relativierte Barclays damit, dass bei Temenos die Marge oft schwanke.

Bei der UBS sehen die Analysten die Tendenz hin zu Software-As-A-Service-Produkten als "Gegenwind" für die künftige Einnahmeentwicklung von Temenos. Die Analysten der Grossbank würden gerne "grosse Deals" sehen, selbst wenn das Management der Firma an einer Telefonkonferenz eine Abhängigkeit von solchen voluminösen Aufträgen klar verneinte.

Die Analysten der Credit Suisse werten insbesondere den Ausblick auf den Rest des Jahres positiv. Das Management hatte am Mittwochabend die bisherige Guidance bestätigt und dabei durchblicken lassen, dass man "mindestens in der Mitte" der in Aussicht gestellten Bandbreite landen werde. Den Experten bei der Deutschen Bank schliesslich gefiel beim Ausblick insbesondere die Aussage des Managements, wonach sie keine Verschlechterung in der Projektpipeline oder im Entscheidungsfindungsprozess des Banken aufgrund der makroökonomischen Situation wahrnähmen.

Genf (awp)

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Bildquelle: Keystone