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Stühlerücken 18.05.2020 15:54:37

Tech-Investments brocken Softbank noch höheren Milliardenverlust ein - Alibaba-Gründer Jack Ma zieht sich aus Vorstand zurück

Tech-Investments brocken Softbank noch höheren Milliardenverlust ein - Alibaba-Gründer Jack Ma zieht sich aus Vorstand zurück

Unter dem Strich stand im vergangenen Geschäftsjahr (Ende März) für die Aktionäre ein Verlust von 962 Milliarden japanischen Yen und damit umgerechnet rund 8,3 Milliarden Euro, wie SoftBank am Montag anlässlich der Hauptversammlung in Tokio mitteilte. Ende April hatte der Konzern noch mit einem Minus von rund 900 Milliarden Yen gerechnet.

Softbank-Chef und Tech-Mogul Masayoshi Son hatte vor allem für den Tech-Investitionsfonds "Vision Fund" bereits hohe Verluste angekündigt. Diese beliefen sich nun auf 1,9 Billionen Yen - rund 16,4 Milliarden Euro - und waren damit ebenfalls etwas höher als zuletzt geschätzt.

Mit einem Volumen von rund 100 Milliarden US-Dollar (92,4 Milliarden Euro) ausgestattet war der von Softbank organisierte Fonds zum zahlungskräftigsten Technologie-Investor geworden. Entsprechend locker sass allerdings auch das Geld, und der Fonds setzte im vergangenen Jahr allein mit der missglückten grossen Wette auf den Büroraum-Vermittler WeWork Milliarden in den Sand.

In der Coronavirus-Krise sanken im letzten Geschäftsquartal die Aktienkurse und Bewertungen vieler Unternehmen auf breiter Front. Softbank machte keine Angaben dazu, welche Investitionen in welcher Höhe zu dem Riesenverlust führten, nannte aber explizit gesunkene Bewertungen beim Fahrdienstvermittler Uber und WeWork.

Softbank war in der Krise selbst deutlich unter Druck geraten und will in grossem Stil Anteile im Wert von rund 41 Milliarden Dollar abstossen, um mit dem Geld seine Schulden zu senken und Aktien zurückzukaufen. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge spricht Softbank derzeit mit der Deutschen Telekom darüber, weitere Aktien an dem fusionierten US-Mobilfunker T-Mobile US an die Bonner abzugeben. Die Telekom wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Alibaba-Gründer Jack Ma scheidet derweil aus dem Verwaltungsrat der Japaner aus, wie es am Montag zudem hiess. Softbank ist auch am chinesischen Onlinehandelsriesen beteiligt und will früheren Medienberichten zufolge auch Alibaba-Anteile im Milliardenwert verkaufen. Die Alibaba-Beteiligung gilt als Tafelsilber bei Softbank, weil sie am Markt mehr wert ist als Softbank selbst.

Jack Ma zieht sich aus Vorstand zurück

Softbank hat am Montag bekanntgegeben, dass Alibaba-Gründer Jack Ma von seinem Posten in der Geschäftsleitung der Softbank zurücktreten wird. Alibaba-Grüner Ma gilt als hochkarätiger Verbündeter des SoftBank-Chefs Masayoshi Son.

SoftBank kündigte an, dem Verwaltungsrat drei neue Geschäftsleitungsmitglieder vorzuschlagen. Darunter seien Konzern-Finanzvorstand Yoshimoto Goto und Lip-Bu Tan, Chef der Chip-Design-Software-Firma Cadence Design Systems sowie Yuko Kawamoto, Professor an der renommierten Waseda Business School in Japan, hiess es weiter.

Tokio (awp/sda/reu) / (awp international)

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Bildquelle: ChinaFotoPress/ChinaFotoPress via Getty Images,winhorse/iStock,Keystone

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