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12.02.2026 18:00:00
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Swisscom-Aktie legt zu: Gewinn schrumpft wegen Eingliederung von Vodafone Italia
Bei der Swisscom schlägt die grösste Akquisition der Firmengeschichte aufs Ergebnis durch.
Der Reingewinn tauchte im vergangenen Jahr um 17,6 Prozent auf 1,27 Milliarden Franken, wie die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Das operative Ergebnis gab derweil weniger stark nach.
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) fiel auf 4,98 Milliarden Franken. Das ist ein Rückgang um 1,2 Prozent im Vergleich zu den Pro-Forma-Zahlen, wenn Vodafone Italia schon im Vorjahr zur Swisscom gehört hätte.
Neben den Kosten für die Integration der 8-Milliarden-Euro schweren Akquisition von Vodafone Italia lastete die weitere Erosion im Telekomgeschäft auf dem Betriebsergebnis. Zudem sorgte die Franken-Stärke für Gegenwind.
Ausserdem fielen Einmalkosten an. Zu konstanten Währungen und auf vergleichbarer Basis wäre der EBITDAaL sogar um 1,9 Prozent gesunken, hiess es.
Gewinnerwartungen verfehlt
Der Umsatz schrumpfte auf vergleichbarer Basis um 2,0 Prozent auf 15,05 Milliarden Franken. Hier wirkte sich die Euro-Schwäche aus, die dem Italien-Geschäft zu schaffen machte. Währungsbereinigt hätte das Minus nur 1,3 Prozent betragen.
Mit den Zahlen hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen verfehlt.
Die Aktionäre sollen von der Riesenakquisition in Italien profitieren. Die Swisscom erhöht die Dividende auf 26 Franken von 22 Franken im Vorjahr. Das ist die erste Erhöhung seit 2010. Davon fliesst gut die Hälfte in die Bundeskasse.
Erneute Dividendenerhöhung angepeilt
Für das neue Jahr 2026 peilt die Swisscom einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken an. Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5,0 bis 5,1 Milliarden Franken erreichen.
Wenn diese Ziele erreicht werden, soll die Dividende weiter auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden.
Geplant sind ausserdem Investitionen von 3,0 bis 3,1 Milliarden Franken.
Swisscom holt Lonza-Finanzchef in Verwaltungsrat
Im Verwaltungsrat der Swisscom kommt es zu Veränderungen. Der Finanzchef des Pharmazulieferers Lonza, Philippe Deecke, soll an der nächsten Generalversammlung ins Gremium gewählt werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Der schweizerisch-deutsch-französische Staatsbürger ist seit 2021 für die Finanzen von Lonza verantwortlich. Im Swisscom-Verwaltungsrat soll er dann nach einem Jahr die Leitung des Audit Committees übernehmen, wie es weiter hiess. Der aktuelle Chef des Audit-Ausschusses, Roland Abt, erreicht 2027 die statutarische Altersbeschränkung und tritt nicht zur Wiederwahl an.
Vorerst ersetzt Deecke im Verwaltungsrat aber Frank Esser, der an der GV 2026 nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Er war seit 2014 Mitglied des Gremiums und habe damit die in den Statuten vorgesehene maximale Amtsdauer von zwölf Jahren erreicht, so das Communiqué.
Swisscom-Aktien wegen Gewinnmitnahmen im Minus
Die Swisscom-Aktien zählen am Donnerstag zu den wenigen Verlierern am Schweizer Aktienmarkt. Nach der Zahlenvorlage kommt es zu moderaten Gewinnmitnahmen. Analysten sind sich in einem Punkt allerdings uneinig.
Die Swisscom-Papiere notierten an der SIX letztlich 1,93 Prozent höher bei 686,50 Franken.
Die Aktie hatte seit Monaten eine markante Aufwärtstendenz, was am Vortag in ein neues Mehrjahreshoch bei 674 Franken gipfelte. Sie notierte so hoch wie nie mehr seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000.
Die Swisscom hat mit den am Morgen publizierten Zahlen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz gut erfüllt, bei der Profitabilität aber knapp verfehlt. "Deshalb sind die moderaten Gewinnmitnahmen keine Überraschung", meint ein Börsianer.
Dies gelte umso mehr, weil auch die Umsatz- und Gewinnziele 2026 im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Die Guidance entspreche mehr oder weniger dem Konsens, heisst es in einem Kommentar von Barclays.
Bei der angepeilten Anhebung der Dividende für das laufende Jahr gehen die Meinungen hingegen auseinander. Manche Analysten hatten diese erwartet, für andere ist diese immerhin eine leicht positive Überraschung.
Zu letzteren zählen die UBS-Analysten. Die Anhebung unterstreiche das Vertrauen des Managements in die Guidance. In diesem Zusammenhang deute auch die angepeilte leichte Verbesserung beim Free Cash Flow auf gute Fortschritte bei der Integration von Vodafone Italia hin.
Komplett anders sieht dies ZKB-Analyst Christian Bader. Er geht davon aus, dass der Free Cash Flow "durch die anhaltende Erosion" der Telekommunikationsdiensten in der Schweiz weiter unter Druck geraten werde. Nach der Dividendenzahlung sei somit nur ein "minimaler Schuldenabbau" möglich. Alles in allem schreibt er von einem Resultat mit einer tiefen Ergebnisqualität. Er bleibt daher bei seinem Rating "Untergewichten".
Bern (awp)
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