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Olympia-Verschiebung 30.04.2020 17:41:36

Swiss Re schreibt im ersten Quartal einen Verlust - Aktie klar im Minus

Swiss Re schreibt im ersten Quartal einen Verlust - Aktie klar im Minus

Auf das Ergebnis gedrückt haben etwa die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio und die daraus entstandenen Kosten oder auch die Verwerfungen an den Börsen weltweit.

In den Monaten Januar bis März entstand in der Rechnung von Swiss Re ein Verlust in Höhe von 225 Millionen US-Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Vorfeld gar mit einem Fehlbetrag von 325 Millionen gerechnet. In derselben Periode des vergangenen Jahres hatte die Gruppe zum Vergleich einen Gewinn in Höhe von 429,0 Millionen erzielt.

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Coronakrise belastet

Doch in diesem Jahr ist vieles anders und auch die Swiss Re bekommt die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren. Im Sach- und Haftpflichtgeschäft hat die Krise mit 476 Millionen Dollar schwer auf das Ergebnis gedrückt. Dies vor allem weil Grossevents abgesagt oder verschoben werden mussten und das bei Swiss Re Zahlungen auslöst hat.

"Das Geschäft von Swiss Re bleibt trotz der finanziellen Auswirkungen der Krise auf unsere Ergebnisse widerstandsfähig", wird Konzernchef Christian Mumenthaler in der Mitteilung zitiert. Das zeigt sich in der Sparte Nichtlebenrückversicherung, wo Covid-19 zwar mit 253 Millionen Dollar belastete und dennoch ein kleiner Gewinn in Höhe von 61 Millionen verblieb.

Der für das Geschäft massgebliche Schaden-Kosten-Satz lag in der Sparte mit 110,8 Prozent wie bereits im Vorjahr (110,3%) über der Schwelle von 100 Prozent. Das bedeutet, dass versicherungstechnische Verluste geschrieben werden. Ohne Covid-19-Einflüsse hätte er 97 Prozent betragen. Belastet hatten auch höhere Aufwendungen für Naturkatastrophen, etwa für die Waldbrände in Australien oder die Winterstürme in Europa.

CorSo-Umbau auf Kurs

In der Erstversicherungssparte Corporate Solutions (CorSo) stand der Schaden-Kosten-Satz mit 125,8 Prozent nach 116,3 Prozent im Vorjahr auf einem noch höheren und damit sehr schlechten Niveau. Der Grund dafür liegt ebenfalls bei den Folgen von Covid-19 sowie dem Umbau des Geschäfts, der Geld kostet.

Insgesamt seien bei CorSo Rückstellungen in Höhe von 223 Millionen Dollar gebildet worden, was zu einem Spartenverlust von 167 Millionen geführt habe, hiess es. Der Turnaround der Sparte sei aber auf Kurs. Ohne Corona-Kosten läge die sogenannte Combined Ratio nämlich bei 103,2 Prozent und damit nahe an der Gewinnschwelle.

Gut lief es in der Leben- und Krankenrückversicherung, wo ein Gewinn von knapp 300 Millionen Dollar erzielt wurde. Die Sparte habe noch kaum die Covid-19-Folgen etwa in Form von Mortalitäts- oder schwerer Krankheitsrisiken gespürt. Dagegen fielen in der Sparte Life Capital, wo unter anderem Lebengeschäft zur Abwicklung aufgenommen wird, wegen Bewertungsanpassungen ein Verlust von 261 Millionen an.

Absicherungen schützen Kapitalanlagen

Die durch die Coronakrise ausgelösten Marktturbulenzen belasteten die Kapitalanlagen der Swiss Re. Im ersten Quartal verbuchte die Gruppe daher Neubewertungsverluste auf den Anlagen in Höhe von 300 Millionen Dollar. Allerdings stützten Absicherungen das Ergebnis im Betrag von rund 650 Millionen und so resultierte eine Rendite auf den Kapitalanlagen in Höhe von 3,2 Prozent.

Die Swiss Re sieht sich in den derzeit turbulenten Zeiten gut kapitalisiert. Zwar verringerte sich das Eigenkapital der Gruppe seit Jahresbeginn bis Ende März um 1,3 Milliarden auf 28,0 Milliarden Dollar, doch die Kapitalquote nach dem Swiss Solvency Test (SST) liege nach wie vor deutlich über der Schwelle von 200 Prozent und damit auf einem sehr guten Niveau.

Wachstum in Japan

Das Geschäftsvolumen der Swiss Re wuchs derweil gemessen an den verdienten Nettoprämien und Honorareinnahmen um gut 7 Prozent auf 9,59 Milliarden Franken. Stark zulegen konnte die Gruppe in der Nichtlebenrückversicherung mit einem Wachstum von 12 Prozent. Und im CorSo-Teil hätten sich die Preise im ersten Quartal um 13 Prozent erhöht, was Teil der Turnaround-Bemühungen ist.

Die gute Preisdynamik hat sich auch in der April-Erneuerungsrunde gezeigt, wo Rückversicherer vor allem in Japan die Verträge mit ihren Kunden erneuern. Das Vertragsprämienvolumen stieg dabei insgesamt um 4 Prozent, wobei in der Nichtlebenrückversicherung ein nominaler Preisanstieg von 8 Prozent erzielt wurde.

So reagiert die Aktie

Aufgrund erster durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten Belastungen schrieb Swiss Re im ersten Quartal einen Verlust. Und es dürften noch weitere Corona-Belastungen folgen, wie Finanzchef John Dacey an einer Telefonkonferenz darstellte. In Analystenkreisen kommen die Resultate derweil gar nicht so schlecht an, da im Startquartal mit noch grösseren Einbussen gerechnet wurde. Allerdings bleiben mit Blick in die Zukunft viele Fragen offen.

Die Swiss Re-Aktie startete am Donnerstag mit einem leichten Plus in den Schweizer Handel. Doch bereits wenig später wechselte das Vorzeichen und die Papiere gaben schliesslich deutliche 5,53 Prozent auf 69,66 Franken nach.

Auf den ersten Blick seien die Ergebnisse von Swiss Re weniger schlecht ausgefallen, als man das im Vorfeld befürchten musste, lautet die Meinung vieler Analysten. Allerdings liessen der Quartalsabschluss und die Ausführungen dazu eine Reihe von Fragen vor allem zum Thema Covid-19 offen, schiebt Hadley Cohen von der Deutschen Bank hinterher.

So sei beispielsweise nicht klar, wie hoch die Schäden etwa aufgrund von Betriebsunterbrüchen oder Kreditausfällen in den nächsten Quartalen ausfallen könnten, schreibt der Deutsche Bank-Analyst weiter. Das gelte insbesondere auch für die sich im Umbau befindende Erstversicherungssparte Corporate Solutions.

Offene Fragen gibt es etwa auch hinsichtlich der Ergebnisqualität. So habe Swiss Re mit einer Vielzahl von Absicherungen einschneidendere Folgen für die Gewinn- und Eigenkapitalentwicklung abwenden können, heisst es bei Goldman Sachs.

Operativ habe die Corona-Krise einige Spuren in der Rechnung von Swiss Re hinterlassen, hält Georg Marti von der ZKB fest. Zudem hätten auch Naturkatastrophen wie die Buschfeuer und Waldbrände in Australien auf das Ergebnis gedrückt. Dank Absicherungen seien aber die Anlageergebnisse trotz des Markteinbruchs im März überraschend gut ausgefallen.

Händlern zufolge lagen die Aktien von Swiss Re im Vorfeld des Zwischenberichts überraschend gut im Markt. Dies könne einige Anleger nun dazu bringen, Gewinne mitzunehmen.

mk/yr

Zürich (awp)

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Bildquelle: Swiss Re,Keystone

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Basiswert Valor Fälligkeitstag Maximale Rendite p.a.
Nestlé / Roche GS / Swiss Re / Zurich 51176410 13.12.2023 9.99 %
Swiss Life / Swiss Re / Zurich 52826761 13.10.2021 9.50 %
Novartis / Swiss Re / UBS 52826783 20.04.2022 9.37 %