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Erwartungen übertroffen 14.05.2020 17:55:00

Sunrise-Aktie steigt: Sunrise im ersten Quartal 2020 gewachsen

Sunrise-Aktie steigt: Sunrise im ersten Quartal 2020 gewachsen

Die Pandemie streift Sunrise aber nur moderat. Sie hinterlässt nach bisherigem Verlauf eher Kratzer im Lack als tiefe Spuren.

Insgesamt hat Sunrise in den ersten drei Monaten noch deutlich zugelegt. Der Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 459 Millionen Franken, wie der zweitgrösste Schweizer Telekomkonzern am Donnerstag bekannt gab. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) kletterte gar um 5,9 Prozent auf 168 Millionen Franken.

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Helvetia Hldg. AG / Schindler PS / Sunrise Communications AG 55824060 65.00 % 8.80 %

Unter dem Strich sank dagegen der Reingewinn auf 22 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 35 Millionen Franken Nettogewinn eingefahren, was allerdings zu einem Grossteil dem Verkauf von 133 Handyantennenmasten zu verdanken war, der 25 Millionen Franken in die Kasse gespült hatte. Mit den Zahlen hat Sunrise die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Marktanteile gewonnen

Der Jahresstart sei sehr stark gewesen, sagte Sunrise-Chef André Krause im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP: "Er fiel besser aus, als wir erwartet haben. Wir haben 34'000 Handyabokunden und je 11'000 Kunden für Internet und TV hinzugewonnen." Sunrise habe der Konkurrenz Marktanteile abgenommen. Auch im Festnetz konnte der Telekomkonzern zulegen. Zum Anstieg des Betriebsgewinns habe auch ein Effizienzprogramm beigetragen.

"Das hilft uns in der Coronakrise", sagte Krause. Diese schlug erst in den letzten zwei Wochen des ersten Quartals voll zu, wodurch die Auswirkungen auf die Ergebnisse der ersten drei Monate noch begrenzt waren. Die Coronapandemie bremse das Kundenwachstum. Weil die meisten Shops geschlossen gewesen seien, habe man weniger Abos und Handys verkauft. Auch Firmenkunden hätten ihre Kaufentscheidungen hinausgezögert.

Gleichzeitig rissen die internationalen Reisebeschränkungen ab Mitte März die Einnahmen für die Benutzung des Handys im Ausland (Roaming) in die Tiefe. Anfänglich habe man dies noch durch die gestiegenen Telefonate ins In- und Ausland kompensieren können, schrieb Sunrise. Derzeit erreichten die Roamingaktivitäten aber nur noch 10 bis 20 Prozent des normalen Niveaus, erklärte Krause.

Erholung erwartet

Mit den Lockerungen dürfte in den nächsten Monaten der grenzüberschreitende Verkehr mit Auto und Bahn wieder zunehmen. Im schlimmsten Fall werde der EBITDA des Gesamtjahres wegen der geringeren Roaming-Einnahmen um 5 bis 10 Millionen Franken tiefer ausfallen als angepeilt.

Zudem werde das Kundenwachstum im zweiten Quartal langsamer sein, sagte Krause. Es werde aber keinen dramatischen Einbruch geben. "Wir erwarten eine graduelle Verbesserung der Roamingeinnahmen in den nächsten Monaten, aber noch keine Rückkehr zu einem normalen Niveau."

Immerhin habe die Coronakrise bei den Sunrise-Kunden noch nicht auf die Zahlungsmoral durchgeschlagen. "Wir sehen bis jetzt keine grösseren Zahlungsausfälle", sagte Finanzchef Uwe Schiller. Die Privatkunden hätten im April das gleiche Zahlungsverhalten gezeigt wie vor der Krise.

Bei den KMU komme es indes zu verspäteten Zahlungseingängen, weil Sunrise die Zahlungsfristen von einem auf drei Monate erhöht habe. "Das nutzen einige kleinere Betriebe", sagte Schiller.

Gut durch die Krise gekommen

Bisher sei Sunrise sehr gut durch die Coronakrise gekommen. Bei der Lieferung von Netzausrüstung oder Handys habe es bisher kaum Verzögerungen gegeben. Diese seien aber nicht grösser als normalerweise, erklärte Krause.

Beim 5G-Netzausbau habe es ebenfalls keine Verspätungen durch die Coronamassnahmen gegeben. Der Netzausbau sei auf Kurs, hiess es. Anfang Mai seien 535 Städte und Orte mit der schnellen Variante von 5G versorgt worden. Das sind über 100 Orte mehr als im Februar. Mit der langsameren Variante von 5G will Sunrise bis zum dritten Quartal eine Bevölkerungsabdeckung von 90 Prozent erreichen.

Die Coronakrise schlägt allerdings auf den Ausblick durch. Für das Gesamtjahr 2020 schraubt Sunrise die Umsatzerwartungen um 35 Millionen auf 1,840 und 1,880 Milliarden Franken zurück. Dagegen hält Sunrise an der Prognose für das bereinigte EBITDA von 675 bis 690 Millionen Franken fest. Allerdings dürfte man nur den unteren Bereich der Zielspanne erreichen, sagte Krause.

Fitch stuft Sunrise wieder als "Investitionswürdig" ein

Fitch beurteilt die Bonität des Telekommunikationskonzerns Sunrise wieder besser. Das Rating ist auf "BBB-" mit stabilem Ausblick erhöht worden. Zuvor lag das Rating bei "BB+".

Die Heraufstufung reflektiere die Übernahme des überarbeiteten Ansatzes von Fitch für Leverage-Kennzahlen nach der Einführung von IFRS 16 für die Bilanzierung von Leasingverträgen, heisst es in einer am 4. Mai auf der Homepage der Ratingagentur veröffentlichten Mitteilung. Mit dem Verkauf der Masten habe Sunrise das Leverage-Profil verbessert.

Die Ratings für Sunrise berücksichtigen das solide Betriebsprofil, die im Vergleich zur Vergleichsgruppe verbesserte Verschuldung und die konsistente Cashflow-Leistung. Die Ratings berücksichtigen zudem die anhaltend hohe Wettbewerbsintensität auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt, zu dem mit Swisscom ein ungewöhnlich starker etablierter Betreiber sowie mit Salt Mobile ein preisgünstiger "Störfaktor" gehörten.

Sunrise-Aktien stiegen am Donnerstag im Schweizer Handel zeitweise um 4,51 Prozent auf 83,50 Franken. Bis zum Handelsende verteidigte der Kurs einen Aufschlag von 3,32 Prozent auf 82,55 Franken.

jb/gab

Zürich (awp)

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Bildquelle: SEBASTIAN DERUNGS/AFP/Getty Images,Keystone

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