US-Steuerprogramm 26.11.2014 12:43:01

Strukturbereinigung bei den Banken geht kaum voran

Strukturbereinigung bei den Banken geht kaum voran

Ein Beispiel dafür ist die Banque Internationale à Luxembourg (BIL) Suisse, wie sich am Mediengespräch des Verbandes der Auslandsbanken am Mittwoch in Zürich gezeigt hat. Weil die BIL die von den US-Behörden geforderten Dokumente schon frühzeitig geliefert habe, habe man gehofft, das Problem schon in diesem September oder Oktober gelöst zu haben, sagte Michel Wohl von der BIL.

Diese Rechnung sei jedoch nicht aufgegangen, weil die US-Behörden das Programm in der Zwischenzeit auf Eis gelegt oder zumindest verzögert hätten. "Das ist für uns ein Damoklesschwert", sagte Wohl. Und es hat auch Folgen für das Geschäft.

Die BIL will nämlich in der Schweiz wachsen. Das Ziel ist, die verwalteten Vermögen von 2 auf 5 Mrd. Franken zu steigern. Erreicht werden soll das mit Zukäufen einzelner Kundenportfolios oder mit der Übernahme einer ganzen Bank. Laut Wohl sind schon viele Gespräche diesbezüglich geführt worden.

BEWEGUNG IM MARKT ERWARTET

Doch zu einem Abschluss sei es bis jetzt nicht gekommen, unter anderem wegen dem unerledigten Steuerstreit. Keine Bank wolle ein noch nicht abschätzbares Risiko eingehen. "Das bremst die Akquisitionen", sagte Wohl. Er sei jedoch überzeugt, dass es Bewegung im Markt gebe, sobald die Sache erledigt sei.

Martin Maurer, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in der Schweiz, bestätigte dies. Auch er erwartet einen Anstieg der Verkäufe. "Es sind viele Deals in der Pipeline", sagte er. Maurer führt das Zuwarten aber nicht nur auf die Verzögerungen beim US-Steuerprogramm zurück, sondern auch auf andere Altlasten.

Nach wie vor gebe es europäische Vermögenskunden, bei denen die Regularisierung ihrer Vermögen noch nicht erfolgt sei. Der US-Steuerstreit habe sich bis Anfang Jahr - bis das Programm bekannt war - lähmend gewirkt. In der Zwischenzeit habe es jedoch bereits Zukäufe gegeben. Dabei handle es sich aber vor allem um den Kauf von Kundensegmenten, weil bei diesen das Risiko abschätzbar sei.

yr

(awp/sda)

Bildquelle: Alex Hubenov / Shutterstock.com,keystone

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