Strategy Aktie 1465124 / US5949724083
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10.08.2026 22:05:00
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Strategy-Aktie: Erneuter Bitcoin-Verkauf und Kritik an Saylor
Strategy macht erneut Bitcoin zu Geld und schichtet über eigene Aktien Millionen in die Dollar-Reserve um, während die Kritik an Michael Saylor lauter wird.
- Strategy verkaufte Bitcoin und nahm 653 Millionen US-Dollar über Aktien ein
- 650 Millionen davon fliessen in die Reserve
- Milliardär Frank Giustra teilt scharf gegen Michael Saylor aus
Der Bitcoin-Halter Strategy hat erneut einen Teil seines Bestands zu Geld gemacht und über den Verkauf eigener Aktien Hunderte Millionen in die eigene Barreserve umgeschichtet. Aus einem 8-K-Filing von heute geht hervor, dass der Konzern von Michael Saylor rund 1'690 Bitcoin veräusserte und zusätzlich gut 653 Millionen US-Dollar über den Verkauf von 6,59 Millionen eigenen Aktien einnahm. Die Strategy-Aktie schloss am Montag an der NASDAQ 2,68 Prozent tiefer bei 97,33 US-Dollar. Der Schritt vertieft die Abkehr vom reinen Anhäufen und liefert seinen Kritikern neue Munition.
650 Millionen wandern in die Reserve
Den grössten Teil des Erlöses, rund 650 Millionen US-Dollar, buchte Strategy laut Filing in die Barreserve, die das Unternehmen auf 4,65 Milliarden beziffert. Die restlichen gut drei Millionen flossen in den Kassenbestand. Die verkauften Bitcoin brachten separat rund 108 Millionen US-Dollar, mit denen der Konzern gut 1,15 Millionen eigene Vorzugspapiere der Gattung STRC zurückkaufte. Bemerkenswert ist der Preis: Die Tranche ging zu durchschnittlich rund 64'300 US-Dollar je Coin über den Tisch und damit unter dem Einstandsschnitt von gut 75'000 US-Dollar, zu dem Strategy seine verbliebenen 840'447 Bitcoin angehäuft hat.
Vierter Bitcoin-Verkauf des Jahres
Der Verkauf reiht sich in eine Serie ein, die am Bild vom reinen Bitcoin-Sammler kratzt: 2026 hat Strategy seinen Bestand bereits mehrfach angezapft, statt ihn nur aufzustocken. Am schwersten wog ein Verkauf von rund 3'588 Coins für gut 216 Millionen US-Dollar Ende Juni und Anfang Juli, der jüngste ist der aktuelle über 1'690 Bitcoin. Für ein Unternehmen, das jahrelang mit dem Versprechen antrat, Bitcoin niemals herzugeben, ist das ein Kurswechsel. Der grösste börsennotierte Bitcoin-Halter der Welt bleibt Strategy dennoch.
Giustra nennt Saylor das Schlimmste für Bitcoin
Neue Nahrung bekam die Kritik an Strategy bzw. Michael Saylor Anfang August, als in einer Debatte auf X über das Ende des Bitcoin-Maximalismus der Milliardär und Bergbau-Finanzier Frank Giustra mit einem Satz nachlegte: Michael Saylor sei das Schlimmste, was Bitcoin je passiert ist. Schon früher hatte Giustra das Anhäufungsmodell von Strategy als werbewirksam und von Gier und FOMO getrieben abgekanzelt. Als Beleg für seine Skepsis verwies er darauf, dass Bitcoin seit einem Streitgespräch mit Saylor im April 2021 kaum vom Fleck gekommen sei, während sich Gold von damals rund 1'700 auf über 4'000 US-Dollar je Unze vervielfacht habe.
Saylor hält dagegen. Sein altes Credo, man solle notfalls eine Niere verkaufen, aber den Bitcoin behalten, gelte nur für private Sparer, nicht für ein börsennotiertes Unternehmen wie Strategy, erklärte er Anfang August. Seine persönlichen Bestände habe er nie angerührt, keinen einzigen Satoshi.
Was als Nächstes zählt
Wie weit die Umschichtung noch trägt, dürfte die nächste wöchentliche Meldung zeigen. Unter dem laufenden Aktienrückkaufprogramm stehen dem Konzern noch rund eine Milliarde US-Dollar für eigene Stammaktien zur Verfügung, dazu gut 785 Millionen für die Vorzugspapiere. Der nächste belastbare Datenpunkt ist der Stand der Barreserve im kommenden Filing.
Julia Walter, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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