JPMorgan Chase Aktie 1161460 / US46625H1005
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15.08.2026 22:38:00
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Steht US-Gesundheitsaktien ein Comeback bevor? JPMorgan sieht Potenzial
JPMorgan sieht den US-Gesundheitssektor nach Jahren der Schwäche vor einer möglichen Wende. Günstige Bewertungen, politische Veränderungen und KI könnten 2027 für neue Dynamik sorgen.
- Gesundheitssektor blieb seit 2022 jedes Jahr hinter dem S&P 500 zurück
- JPMorgan verweist auf günstige Bewertung im Vergleich zum Gesamtmarkt
- Zwischenwahlen und KI-Produktivität könnten 2027 zum Wendepunkt machen
Der US-Gesundheitssektor steht nach einer der längsten Schwächephasen seit Jahrzehnten vor einer möglichen Wende. Das geht aus einer aktuellen Analyse von JPMorgan hervor, über die Investing.com berichtet. Der Sektor sei seit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 in jedem einzelnen Jahr hinter dem S&P 500 zurückgeblieben und musste in dieser Zeit fünf separate Kursrückgänge von jeweils mehr als 10 Prozent verkraften. Aus Sicht von JPMorgan-Stratege Dubravko Lakos-Bujas hat sich daraus ein attraktives Risiko-Rendite-Profil ergeben, das viele Anleger derzeit übersehen, weil das Kapital der vergangenen drei Jahre fast ausschliesslich in Aktien mit Bezug zur Künstlichen Intelligenz geflossen ist.
Gewichtung im Index deutlich gesunken
Wie Investing.com weiter berichtet, hat sich die Verschiebung der Anlegergelder auch deutlich in der Struktur des S&P 500 niedergeschlagen. Die Gewichtung des Gesundheitssektors im Index ist von einem Höchststand von fast 16 Prozent auf rund 9 Prozent gefallen. Damit ist der Sektor im S&P 500 vom zweitgrössten zum fünftgrössten abgerutscht - ein Bedeutungsverlust, den JPMorgan als eine der grössten Neupositionierungen in der Geschichte des Sektors bezeichnet. Die Bank führt die schwache Stimmung auf mehrere Belastungsfaktoren zurück: Sorgen über eine Reform der Arzneimittelpreise, Druck auf die Kostenerstattung durch Versicherer, Kürzungen bei Medicaid und eine generelle politische Unsicherheit rund um die Regulierung des Gesundheitswesens.
US-Gesundheitsaktien vor der Wende? Günstige Bewertung als Argument
Neben den fundamentalen Belastungen kam laut der Analyse ein weiterer, eher technischer Effekt hinzu. Gesundheitsaktien seien zu einer bevorzugten Short-Position geworden, mit der Investoren überfüllte Long-Positionen im KI-Bereich gegenfinanziert hätten. Trotz dieser Gemengelage sieht JPMorgan die Bewertung des Sektors inzwischen als klaren Pluspunkt. Aktuell liege der Gesundheitssektor beim Bewertungsvergleich zum Gesamtmarkt nur im 26. Perzentil, sei also deutlich günstiger als der breite Markt. Lakos-Bujas erklärte laut Investing.com, der Sektor biete "eine seltene Kombination aus beständigem Wachstum" und attraktiven Bewertungen, verbunden mit einer Profitabilität, die der des Technologiesektors nahekomme.
Zwischenwahlen und KI als mögliche Katalysatoren
Für die weitere Entwicklung verweist JPMorgan auf zwei mögliche Katalysatoren. Zum einen dürfte sich das Gewinnwachstum im Sektor 2027 der Analyse zufolge deutlich beschleunigen, was die aktuell niedrige Bewertung in Relation zu den künftigen Erträgen noch günstiger erscheinen lässt. Zum anderen könnte ein politischer Stillstand nach den bevorstehenden Zwischenwahlen einen Teil der regulatorischen Bedenken zerstreuen, die den Sektor zuletzt belastet haben. Zusätzlich bleibe laut JPMorgan die Hürde für positive Überraschungen niedrig, sollten Gesundheitsunternehmen ihre Produktivität mithilfe von Künstlicher Intelligenz steigern können - ein Thema, das im Sektor bislang kaum in den Kursen eingepreist sei.
Ob sich die erwartete Kehrtwende tatsächlich einstellt, dürfte sich zu einem guten Teil an den politischen Weichenstellungen nach den Zwischenwahlen entscheiden. Anleger könnten daher in den kommenden Monaten genauer auf Signale zur Regulierung von Arzneimittelpreisen und zu möglichen Medicaid-Kürzungen achten, ebenso wie auf erste Anzeichen einer Beschleunigung des Gewinnwachstums im Sektor für das Jahr 2027.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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