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Bericht 23.07.2015 08:42:00

Starker Franken treibt Micronas in die Verlustzone

Starker Franken treibt Micronas in die Verlustzone

Beim Ausblick bleibt das Unternehmen vorsichtig und rechnet auch für das Gesamtjahr mit roten Zahlen.

CEO Matthias Bopp räumte klar ein, dass man mit den Gewinnziffern nicht zufrieden sei. Zudem sei das Unternehmen derzeit auch "wirklich weit weg" von den bestätigten Langfristzielen, sagte er am Donnerstag. Trotz des erwarteten Verlustes sei man aber weiter offen für mögliche Übernahmen, auch wenn der Fokus derzeit klar auf der operativen Entwicklung und der Verbesserung der Profitabilität liege.

UMSATZ RUTSCHT AB - EBIT BRICHT EIN

Der Umsatz rutschte um 14% auf 35,2 Mio CHF ab, währungsbereinigt hätte sich dagegen ein Plus von 2% ergeben. Der EBIT brach deutlich um 75% auf 0,6 Mio ein. Auch unter dem Strich gab es einen Dämpfer. Mit einem Verlust von 0,8 Mio rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 1,9 Mio CHF reaultiert hatte. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Micronas die Markterwartungen teils recht deutlich verfehlt.

In den ersten sechs Monaten belief sich der Umsatz auf 70,8 Mio CHF (VJ 81,1), der EBIT auf 1,9 Mio (3,3) und das Reinergebnis auf -5,2 Mio (+2,3). Dies sei hauptsächlich auf die Bewertung der in Euro gehaltenen Geldbestände zurückzuführen, welche nach der Aufhebung des Mindestkurses einen Buchverlust von 6,1 Mio verursacht hätten. Die EBIT-Marge lag im ersten Halbjahr bei 2,7% und damit knapp unter dem unternehmenseigenen Prognoseband.

Der Auftragsbestand lag Ende des zweiten Quartals bei 37,4 Mio CHF, Ende des ersten Jahresviertels hatte dieser Wert 40,9 Mio betragen. Die Book-to-bill-Ratio sank damit auf 0,91 von 0,95 im Vorquartal. Der Auftragseingang Ende des zweiten Quartals belief sich auf 31,9 Mio nach 33,9 Mio am Ende des ersten Jahresviertels.

Bei den einzelnen Sparten belief sich der Umsatz im Segment Automotive im ersten Halbjahr auf 66,5 Mio CHF, ein Rückgang um 12%. Während die Automobilmärkte in Westeuropa, USA und China allesamt im Plus lagen, verzeichnete die Nachfrage im Hauptabsatzmarkt Japan einen Rückgang um 12%. Im Segment Industrials sackte der Umsatz um 20% auf 4,4 Mio ab.

JAPAN BLEIBT DOMINANTER BELASTUNGSFAKTOR - JAHRESVERLUST ERWARTET

Der japanische Markt bleibt laut CEO Bopp der dominante Belastungsfaktor für die Umsatzentwicklung. Er geht auch für das zweite Halbjahr von einem Nachfragerückgang im dortigen Automobilmarkt im zweistelligen Prozentbereich aus. Entsprechend werde Micronas im zweiten Semester nicht den Umsatz des ersten Halbjahres erreichen.

Ausgehend von einem EUR/CHF-Wechselkurs von 1,05 wird für 2015 ein Umsatz von 135 Mio CHF erwartet. Währungsbereinigt wäre dies gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 2%. Die EBIT-Marge werde voraussichtlich im tiefen einstelligen Prozentbereich liegen. Unterm Strich wird aufgrund der Bewertung der in Fremdwährung gehaltenen Geldbestände weiterhin mit einem Verlust gerechnet. Für das nächste Jahr sieht Bopp eine Besserung bei der Bruttomarge, dann soll die EBIT-Marge nachziehen.

Insgesamt sieht sich Micronas dennoch mit der Strategie und dem Produktportfolio auf dem richtigen Weg, die Langfristziele zu erreichen. Das Wachstum soll über 8% betragen mit einer Brutto-Marge von über 40%. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen sich im Bereich 16 bis 18% vom Umsatz bewegen. Bei der EBIT-Marge wird ein Wert von 15% angestrebt.

Die Aktie rutschte in einem freundlichen Marktumfeld bis zum Mittag um 3,4% ab. Analysten bemängelten insbesondere den wenig inspirierenden Ausblick. (awp)

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Bildquelle: Keystone