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28.03.2018 14:57:36

Standort-Schliessung in Deutschland bei Bombardier vom Tisch - Jobabbau bleibt

(Ausführliche Fassung)

BERLIN (awp international/sda/reu) - Alle sieben Standorte des Schienenfahrzeugherstellers Bombardier Transportation in Deutschland sollen erhalten bleiben. Zugleich will das Unternehmen bis zum Jahr 2020 in Deutschland wie angekündigt bis zu 2200 von 8500 Arbeitsplätzen abbauen, darunter 700 Stellen von Leiharbeitnehmern. Dieses Verhandlungsergebnis teilten der Konzern, der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall am Mittwoch in Berlin mit.

Der Vereinbarung zufolge sollen bis zu 1500 Beschäftige mit Hilfe eines Freiwilligenprogramms das Unternehmen verlassen. Entlassungen sind bis Ende 2019 ausgeschlossen. Ein neuer Zuschnitt der Werke "bietet allen Standorten eine langfristige und tragfähige Perspektive", sagte Bombardier-Deutschlandchef Michael Fohrer vor Journalisten. Der Umbau solle Bombardier in Deutschland wieder in die Gewinnzone führen und das operative Ergebnis (Ebit) bis 2020 um 200 Millionen Euro verbessern.

In Bautzen wird nach Worten Fohrers künftig die Serienfertigung kompletter Züge, Strassenbahnen und U-Bahnen angesiedelt. Hennigsdorf bleibt Forschungs- und Entwicklungszentrum, gibt die Serienfertigung jedoch an Bautzen ab. Görlitz behält den Wagenrohbau für Züge. Künftig sollen dort auch die Wagenkästen von Strassenbahnen gefertigt werden. Weder Unternehmen noch Arbeitnehmervertreter wollten konkrete Zahlen dazu nennen, wie viele Arbeitnehmer schliesslich an welchem Standort gehen müssen.

Der kanadische Mutterkonzern war durch eine aus dem Ruder gelaufene Flugzeugentwicklung in Schwierigkeiten geraten. 2016 hatte Bombardier die Streichung von weltweit 7500 Stellen angekündigt. 5000 davon sollten in der Bahntechnik wegfallen, deren Schwerpunkt in Deutschland liegt.

Von diesem Stellenabbau betroffen sind auch die Schweizer Standorte. Bombardier hat angekündigt in der Schweiz 650 der insgesamt noch rund 1000 Stellen in der Schweiz abzubauen. Davon entfallen etwa 500 auf temporäre Stellen. Der Standort Villeneuve VD ist vom Abbau besonders betroffen.

/brd/DP/mis