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Drohende Insolvenz 20.05.2020 17:57:00

Staatshilfe in Milliardenhöhe: Lufthansa und Betriebsräte dringen auf schnelle Lösung - Lufthansa-Aktie im Sinkflug

Staatshilfe in Milliardenhöhe: Lufthansa und Betriebsräte dringen auf schnelle Lösung - Lufthansa-Aktie im Sinkflug

Die Arbeitnehmervertreter warnten am Dienstag in einem Offenen Brief vor einer Insolvenz oder einem Schutzschirmverfahren für die Lufthansa. Beides berge unkalkulierbare Risiken und würde wirtschaftlich und politisch das falsche Signal setzen, argumentierten die Beschäftigten.

In einer Botschaft an die Mitarbeiter erklärte der Lufthansa-Vorstand um Carsten Spohr, dass man "in diesen Tagen" ein Finanzierungskonzept erwarte, dass zwischen dem geplanten Wirtschaftsstabilisierungsfonds und der Bundesregierung abgestimmt sei. "Da sich unsere Liquidität absehbar weiter verringert, hoffen wir auf einen raschen Abschluss der politischen Willensbildung und einen zukunftsweisenden Kompromiss in Berlin, der auch unsere Zukunftsfähigkeit im globalen Wettbewerb berücksichtigt", heisst es in dem Brief an die Mitarbeiter.

Der Vorstand stimmte die Belegschaft zudem auf weitere "schmerzhafte Restrukturierungen" ein. Man müsse 2021 noch damit rechnen, dass rund 300 der ursprünglich 760 Konzern-Flugzeuge am Boden stehen. 2022 werden nach der Prognose noch 200 Flieger nicht benötigt, bevor im 2023 mit rund 660 Jets die Krise überstanden sei. Auch die Service-Gesellschaften LSG Sky Chefs und die Lufthansa Technik müssten wegen fehlender Aufträge Stellen in grosser Zahl reduzieren.

Die Lufthansa hatte am 7. Mai einen Zwischenstand zu den Gesprächen über ein Rettungspaket von rund 9 Milliarden Euro veröffentlicht. Neben einer stillen Beteiligung des noch nicht etablierten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) geht es um einen KfW-Kredit und als kleinsten Bestandteil um eine direkte Beteiligung des Bundes am Grundkapital des Dax-Konzerns. Diese könnte bis zu einer Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Stimme reichen. Auch will der Staat im Aufsichtsrat vertreten sein. Lufthansa will den staatlichen Einfluss möglichst gering halten.

Der multinationale Konzern spricht auch mit anderen Staaten um Hilfen in der Corona-Krise. Die Schweiz hat bereits eine zum grössten Teil vom Staat besicherte Kreditlinie über 1,4 Milliarden Euro freigegeben. Österreich wie Belgien pochen für ihre Hilfen auf Standortgarantien, müssen sich aber wie die Deutschen auf ein kleineres Angebot von ihren Drehkreuzen einstellen.

Für die Lufthansa-Aktie ging es am Mittwoch im XETRA-Handel um 1,30 Prozent nach unten auf einen Schlussstand von 7,92 Euro.

/ceb/DP/eas

BERLIN/FRANKFURT (awp international)

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Bildquelle: Jorg Hackemann / Shutterstock.com,DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images