SpaceX Aktie 156888148 / US84615Q1031
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29.07.2026 17:07:00
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SpaceX-Aktie treibt Kapital ab: Warum Amazon und Microsoft in Indexfonds Federn lassen müssen
Die Aufnahme von SpaceX in den NASDAQ 100 zwingt Milliardenfonds zu einem mechanischen Verkauf ausgerechnet bei den grössten Tech-Werten des Index.
- SpaceX ist seit dem 7. Juli Teil des NASDAQ 100
- Fonds müssen dafür Positionen wie Apple und NVIDIA reduzieren
- Wegen geringem Streubesitz bleibt SpaceX' Indexgewicht klein
Als SpaceX am 7. Juli offiziell in den NASDAQ 100 aufgenommen wurde, kauften die milliardenschweren Indexfonds, die den Technologieindex eins zu eins nachbilden, binnen weniger Stunden SpaceX-Aktien im Wert von rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Damit diese Summe überhaupt frei wird, müssen dieselben Fonds an anderer Stelle verkaufen und reduzieren anteilig ihre bestehenden Positionen, darunter Schwergewichte wie Apple und NVIDIA. Der Mechanismus ist rein passiv: Kein Fondsmanager trifft dabei eine Entscheidung, allein die Indexregeln bestimmen, wer Platz macht.
Die neue Fast-Entry-Regel macht das Tempo möglich
Möglich wird diese Geschwindigkeit durch eine Regeländerung, die die NASDAQ kurz vor dem Börsengang vorgenommen hat. Bislang mussten neue Aktien mehrere Monate bis zu einem Jahr gelistet sein und einen Streubesitz von mindestens 10 Prozent aufweisen, bevor sie in den Index aufgenommen wurden. Für Unternehmen, die auf Anhieb zu den 40 grössten Werten der Börse zählen, reichen nun 15 Handelstage nach dem Börsengang. Die Mindest-Streubesitzquote entfällt, liegt der Streubesitz jedoch unter einem Drittel, wird die Gewichtung auf das Dreifache dieses Anteils gedeckelt. SpaceX ging am 12. Juni mit dem grössten Börsengänge der Geschichte an die Börse und erfüllte die neuen Kriterien bereits wenige Wochen später.
Warum der Effekt auf die Aktien von Apple und NVIDIA klein bleibt
Nach Daten von LSEG kommt SpaceX im NASDAQ 100 zunächst auf ein Gewicht von rund 1,3 Prozent, deutlich hinter Schwergewichten wie Apple oder NVIDIA. Der Grund liegt im geringen Streubesitz: Nur etwa drei bis fünf Prozent der SpaceX-Aktien sind überhaupt frei handelbar, der Rest bleibt bei den Alteigentümern. Genau deshalb fällt die Umschichtung bei den grossen Techwerten in der Praxis kaum ins Gewicht, jede einzelne Position verliert nur einen Bruchteil eines Prozentpunkts. Für Sparplan-Anleger in NASDAQ-100-ETFs ändert sich damit vor allem die Zusammensetzung im Nachkommabereich, nicht die Struktur des Depots. Die Aktie selbst profitierte von der Aufnahme zudem kaum: Seit ihrem Allzeithoch von 225,64 US-Dollar am 16. Juni hat das Papier 48,41 Prozent an Wert verloren (Stand: Schlusskurs vom 28.07.2026).
Der eigentliche Preistreiber liegt woanders
Wie wenig die Indexmechanik tatsächlich über die Gewichtsverschiebung zwischen Apple und NVIDIA entscheidet, zeigt der Blick auf die vergangenen Wochen. Getrieben von einer neuen KI-Version der Sprachassistenz Siri legte die Apple-Aktie seit Ende Juni wieder spürbar zu und markierte erst am gestrigen Dienstag ein neues Allzeithoch bei 342,89 US-Dollar - dabei konnte der Tech-Riese sogar zeitweise die 5-Billionen-Marke knacken. Damit übernahm Apple auch erstmals seit April 2025 wieder den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt, da NVIDIA zuletzt aufgrund von KI-Sorgen und einem daraus resultierenden Chip-Ausverkauf Federn liess. Nicht die SpaceX-Aufnahme, sondern die operative Entwicklung der beiden Konzerne bestimmt also, wessen Gewicht im Index tatsächlich wächst oder schrumpft.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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