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Kurzfristige Unsicherheiten 16.03.2020 17:52:00

Sonova-Aktie büsst ein: Sonova setzt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm wegen Coronavirus aus

Sonova-Aktie büsst ein: Sonova setzt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm wegen Coronavirus aus

Grund für diese Massnahme seien die "kurzfristigen Unsicherheiten" aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus, teilte Sonova am Montag mit.

Der Konzern verfüge aber über eine "gesunde Liquiditätslage". Zusätzlich habe Sonova über bestehende Kreditrahmen Zugang zu Finanzierungen, hiess es in dem Communiqué weiter.

Das Aktienrückkaufpogramm wurde am 10. Oktober 2018 lanciert, es hätte eigentlich bis maximal am 8. Oktober 2021 dauern sollen. Geplant war ein Rückkauf von Aktien im Umfang von bis zu 1,5 Milliarden Franken.

Sonova-Papiere nach Aussetzung von Aktienrückkauf auf den Verkaufszetteln

Die Aktien von Sonova rauschen am Montag talwärts. Der Hörgerätehersteller hatte am Morgen angekündigt, aufgrund der Coronakrise sein Aktienrückkaufprogramm auszusetzen. Am Vortag hatte bereits der dänische Konkurrent Demant seine Guidance für 2020 kassiert.

Am Montag verloren Sonova an der SIX 8,31 Prozent auf 171 Franken. Auch mit dem Gesamtmarkt gemessen am SMI ging es bergab. Trotzdem standen Sonova mit ihrem Kurssturz besonders schlecht da.

Für Analysten kommt die Aussetzung des Aktienrückkaufprogramms trotz Coronakrise unerwartet. Die Nachricht sei vor allem daher überraschend, weil das Unternehmen - statt das Programm zu beenden - einfach fast keine Aktien mehr hätte erwerben können, schreibt etwa Daniel Buchta von der Bank Vontobel. Dass Sonova diesen Schritt explizit ankündige, löse Spekulationen aus, dass allenfalls die Guidance für das laufende Geschäftsjahr nicht erreicht werden könnte.

Möglich sei dies vor allem auch, weil bereits der dänische Konkurrent Demant seine Guidance für 2020 am gestrigen Sonntag kassiert hat. "Das Coronavirus wird kurzfristig einen substantiell negativen Einfluss auf den weltweiten Hörgerätemarkt haben", hatten die Dänen in ihrem Communiqué geschrieben. Denn das Virus habe sich auf mehreren Märkten mit einer kaufkräftigen, älteren Bevölkerung ausgebreitet.

Die Zürcher Kantonalbank weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die alten Leute in vielen Ländern Europas nicht einmal mehr auf die Strasse dürfen - und entsprechend auch keine Hörgeräte kaufen gehen können. Noch beobachte das Management von Sonova allerdings die Situation. Der Verzicht auf eine Gewinnwarnung sei vielleicht bloss deshalb erfolgt, weil Sonova - im Gegensatz zur Konkurrenz - sein Geschäftsjahr 2019/2020 schon bald beenden werde und es dank der guten Vorleistung noch knapp für die Guidance reichen könnte.

Die Analysten von Bernstein wiederum verweisen in einer Analyse zur Medtech-Branche darauf, dass gerade die Hörgerätehersteller innerhalb der Branche vom Coronavirus besonders betroffen sein dürften. Nebst Europa nennen sie auch die USA als einen der betroffenen Märkte. Der Krise am meisten ausgesetzt seien in der Branche daher Firmen wie Sonova oder Demant.

Die Ratings der drei Analystenhäuser bleiben unverändert. Die ZKB stuft Sonova weiter mit "Marktgewichten" ein. Bei Bernstein und Vontobel gibt es ein "Underperform", respektive ein "Reduce".

kw/ys

Stäfa (awp)

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Bildquelle: Sonova Holding AG,Keystone