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Starke Erholung 23.04.2019 14:00:37

SNB dürfte laut UBS-Schätzung im ersten Quartal 30 Milliarden Gewinn einfahren

SNB dürfte laut UBS-Schätzung im ersten Quartal 30 Milliarden Gewinn einfahren

Allerdings wird das kaum im gleichen Stil weitergehen.

Wenn die SNB am 25. April ihr Ergebnis für die Periode Januar bis März 2019 ausweisen wird, dürften die Zahlen glänzend ausfallen. Die Ökonomen der Grossbank UBS schätzen einen Gewinn von rund 30 Milliarden Franken, wobei drei Viertel auf eine Wertsteigerung bei Aktien und Obligationen entfallen werden.

Nach dem sehr schwachen vierten Quartal 2018 haben die Aktienmärkte im ersten Quartal bekanntlich eine nie erwartete Erholung gezeigt. Der Schweizer Aktienindex SMI beispielsweise erzielte ein Plus von gut 12 Prozent und der Dow Jones Industrial ein solches von 11 Prozent. Der globale Aktienindex MSCI World konnte im ersten Quartal mit fast 12 Prozent ebenfalls in dieser Grössenordnung zulegen.

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Andere Indizes wie etwa der technologielastige US-Index Nasdaq legten gar noch deutlich fulminanter zu und bescherten den Aktienmärkten insgesamt den stärksten Anstieg seit mehreren Jahren. Und da zudem die Zinsen aufgrund der Abkühlung an der Konjunkturfront bzw. defensiveren Notenbanken wieder sanken, legten auch die Kurse bei Obligationen zu. Verantwortlich für das starke Ergebnis der SNB sei denn auch primär die Kehrtwende der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank, so die UBS in ihrer Analyse vom Mittwoch.

Alle Komponenten im Plus

Im Detail schätzen die Ökonomen der Grossbank den Beitrag der Aktienmarkterholung auf rund die Hälfte der erwarteten 30 Milliarden Gewinn. Auf dem Aktienmarktportfolio von insgesamt etwas mehr als 140 Milliarden Franken dürfte sie also einen Gewinn von 15 Milliarden Franken erzielt haben. Von den höheren Obligationenkursen dürften rund 6 Milliarden gekommen sein, und auch das Gold der SNB dürfte einen Bewertungsgewinn von knapp einer Milliarde Franken eingebracht haben.

Aus den sonstigen Posten (Negativzinsen, Zinszahlungen, Dividendenzahlungen) ergab sich zudem laut der Schätzung ein Gewinn von rund 3,5 Milliarden Franken. Währungsseitig hat der Franken gegenüber dem Euro leicht zugelegt, dies sei aber durch einen Anstieg des US-Dollars und anderer Währungen gegenüber dem Franken überkompensiert worden. Dies zusammen dürfte letztendlich zu einem Gewinnbeitrag von fast 2 Milliarden geführt haben.

Zweischneidiges Schwert

Mit dem hohen Gewinn wäre das Eigenkapital der SNB von rund 120 Milliarden Ende 2018 auf aktuell 150 Milliarden Franken angewachsen. Das sehr erfreuliche Quartalsergebnis sei für die SNB allerdings ein zweischneidiges Schwert, so die Spezialisten der UBS. Einerseits stärke der Aufbau der Reserven die Glaubwürdigkeit der SNB-Geldpolitik angesichts einer Bilanzsumme von über 800 Milliarden Franken, andererseits wecke ein solch hoher Überschuss auf der politischen Seite natürlich Begehrlichkeiten.

Da das Ergebnis der SNB zudem wie gezeigt vor allem von der Entwicklung an den Finanzmärkten beeinflusst wird, kann sich das Bild bis zum Jahresende auch wieder ändern. Im ersten Quartal habe das SNB-Portfolio von einer äusserst starken Finanzmarktumgebung profitiert, schreibt die UBS denn auch. Die starke Gewinnentwicklung werde sich im restlichen Jahr wohl nicht fortsetzen. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik sei nur bei einer deutlichen Wachstumsschwäche zu erwarten, wovon zwar die Obligationen, nicht aber die Aktien profitieren würden.

Noch zu früh für Spekulationen

Dass die Entwicklung auch in die andere Richtung gehen kann, hat beispielswiese das letzte Jahr gezeigt. So hat die SNB im Gesamtjahr 2018 einen Verlust von 14,9 Milliarden Franken eingefahren.

Es macht entsprechend auch noch nicht allzu viel Sinn, über die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone zu spekulieren. Sollte aber auch im Gesamtjahr ein Gewinn in der aktuellen Grössenordnung anfallen, würden Bund und Kantone gemäss Gewinnausschüttungsvereinbarung wie in den letzten Jahren 2 Milliarden Franken erhalten.

uh/rw

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images

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