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Kräftiges Umsatzplus 22.02.2019 17:57:00

Sika legt weiteres Rekordjahr hin - Chef Schuler verdient 3,87 Millionen Franken - Aktien legen zu

Sika legt weiteres Rekordjahr hin - Chef Schuler verdient 3,87 Millionen Franken - Aktien legen zu

Zum Wachstum trugen alle Regionen, Investitionen in neue Fabriken und Ländergesellschaften sowie nicht zuletzt vier Übernahmen bei.

Der Umsatz stieg - wie bereits auf provisorischer Basis im Januar veröffentlicht - um 13,4 Prozent auf 7,09 Milliarden Franken. Angepeilt hatte Sika ein Wachstum von mindestens 10 Prozent. Dabei generierte Sika laut Mitteilung vom Freitag in allen Regionen Umsatzsteigerungen.

Mit dem deutlich steigenden Umsatz hielten die Gewinnzahlen aber nicht ganz Schritt. Deutlich höhere Rohmaterialkosten fielen laut Sika - trotz kontinuierlicher Preisanpassungen - stärker als erwartet ins Gewicht. Zudem fielen Einmalkosten an, wie etwa für die Beilegung des Übernahmestreites.

In Zahlen ausgedrückt stieg das operative Betriebsergebnis auf Stufe EBIT um 5,5 Prozent auf 945,9 Millionen Franken und der Reingewinn um 5,9 Prozent auf 687,1 Millionen. Die Gewinnzahlen hinkten somit den Verkäufen hinterher und auch Analysten hatten etwas höhere Werte erwartet.

Das sind dennoch beides neue Rekordwerte. "2018 war ein geschichtsträchtiges Jahr für Sika", erklärte denn auch Konzernchef Paul Schuler in der Mitteilung. Sika habe seine Wachstumsstärke auch nach der Beendigung des Übernahmedisputs unter Beweis gestellt.

Die Aktionäre sollen in Form einer höheren Dividende profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt vor, diese um 20 Rappen auf 2,05 Franken pro Aktie zu erhöhen.

Rekord mit Ansage

Die neuen Rekordwerte kommen nicht überraschend. Bereits im Januar hatte Sika einen EBIT im Bereich von 940 bis 960 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Ebenfalls vor rund sechs Wochen hatte Sika den Kauf des französischen Mörtelproduzenten Parex für 2,5 Milliarden Franken angekündigt.

Abhängig davon, wann der Deal abgeschlossen wird, könne im laufenden Geschäftsjahr 2019 mit einem Jahresumsatz von mehr als 8 Milliarden Franken gerechnet werden, teilte Sika weiter mit. Parex setzt rund 1,2 Milliarden Franken um. Gleichzeitig verspricht Sika die Rückkehr zu überdurchschnittlichen Steigerungsraten beim Gewinn.

Zudem werde Sika im laufenden Jahr sieben bis neun neuen Fabriken eröffnen und weitere Übernahmen tätigen. 2018 hatte Sika elf Fabriken rund um den Globus eröffnet, eine Ländergesellschaft gegründet sowie vier Firmen zugekauft.

Die Ziele der "Wachstumsstrategie 2020", welche ein jährliches Umsatzplus von 6 bis 8 Prozent vorsehen, werden laut Sika schon bald von der neuen "Strategie 2023" abgelöst. Diese werde im Oktober an einem Investorentag vorgestellt.

Neue Verwaltungsräte

Sika hat den ersten Jahresabschluss vorgelegt, seit die "Causa Saint-Gobain" ad acta gelegt werden konnte. Im Mai beendeten Sika, die Familienholding Schenker-Winkler (SWH) und Saint Gobain ihren langjährigen Streit um die Kontrolle des Unternehmens.

Von den sechs "widerspenstigen" Verwaltungsrats-Mitgliedern, die sich gegen den Verkauf der Firma nach Frankreich gewehrt hatten, tritt einzig Ulrich W. Suter an der nächsten Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl an. Dafür werden nun der Niederländer Thierry Vanlancker, CEO des Farben- und Lackeherstellers Akzo Nobel, und der Schweizer Victor Balli zur Wahl in das Gremium nominiert.

Bereits vergangenen Mai waren nach der Einigung im langjährigen Streit die drei Vertreter der früheren Besitzerfamilie Burkard aus dem Sika-Verwaltungsrat ausgeschieden. Einen der drei freigewordenen Sitze nahm seinerzeit mit Justin Howell ein Vertreter der Bill-Gates-Stiftung ein. Die Stiftung des Microsoft-Gründers hatte den Verwaltungsrat während der Auseinandersetzung unterstützt.

Im prominent bestückten Sika-Verwaltungsrat sitzen neben dem Präsidenten Paul Hälg die SBB-Präsidentin Monika Ribar und Daniel Sauter, bis April noch Präsident der Bank Julius Bär. Weitere Mitglieder sind neben dem zurücktretenden Suter der ehemalige Nestlé-Manager Frits van Dijk sowie Christoph Tobler, Chef der Technologiegruppe Sefar und früherer Leiter der Sika-Industriedivision.

Vergütung

Sika-Chef Paul Schuler hat 2018 einen Lohn von 3,87 Millionen Franken bekommen. Das ist mehr als die 3,37 Millionen, die er 2017 erhalten hatte. Schuler übernahm den Chefposten allerdings erst im Juli 2017, zuvor war er Regionalleiter für Europa, Naher Osten und Asien und Mitglied der Konzernleitung gewesen.

Schulers fixes Grundgehalt beträgt 960'000 Franken, dazu kommen Boni, sonstige Aufwendungen und Sozialversicherungsbeiträge, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht von Sika hervorgeht. Für die Entlöhnung der gesamten Konzernleitung gab Sika im letzten Jahr 16,5 Millionen Franken aus, nach 18,7 Millionen in 2017. Seinerzeit zählte die Geschäftsleitung noch elf Mitglieder, heute nur noch neun.

Der Verwaltungsrat hat 2018 eine Vergütung von 2,85 Millionen Franken bezogen. Der Löwenanteil entfiel mit gut 873'000 Franken auf VR-Präsident Paul Hälg. Davor musste der Sika-Verwaltungsrat während mehr als drei Jahren gratis arbeiten. Er war von der Familie Burkard auf Nulldiät gesetzt worden - als "Retourkutsche" für den Widerstand der sechs unabhängigen Verwaltungsräte gegen den Verkauf des Unternehmens an Saint-Gobain.

Inzwischen wurde das Aufsichtsgremium - und damit auch die drei inzwischen zurückgetretenen Vertreter der Erbenfamilie im Verwaltungsrat - für seine Arbeit nachträglich bezahlt. Im Juni segneten die Aktionäre die Vergütung für die Jahre 2015 bis 2017 ab und liessen dafür insgesamt 8,64 Millionen Franken springen.

Aktie

Die Sika-Aktien sind am Freitag deutlich fester in den regulären Handel gestartet. Nach den soliden Jahresumsatzzahlen von Anfang Januar legte der Baustoffhersteller aus Baar zwar mit nicht vollumfänglich überzeugenden Ertragszahlen nach. Doch die Sika-Spitze zeigt sich unbeirrt optimistisch, was auch die Anleger ansteckt. Zudem haben die Sika-Papiere einen gewissen Nachholbedarf.

Am Mittag stiegen Sika Papiere zwischenzeitlich 4,55 Prozent auf 135,50 Franken. Zum Handelsschluss blieb noch ein Plus von 4,01 Prozent bei 134,80 CHF zurück.

Sowohl auf Stufe EBIT als auch beim Reingewinn werden die Konsenserwartungen knapp verfehlt. Rückblickend hätten die steigenden Rohstoffkosten die Bruttomarge bei Sika im Schlussquartal stark gedrückt, urteilt die UBS in einer ersten Stellungnahme. Bernstein erwähnt zudem die deutlich höhere Schlagzahl Sikas bei den Akquisitionen. Zugekaufte Firmen sind in einer ersten Phase üblicherweise noch weniger profitabel als der Sika-Konzern.

Sika hatte jedoch schon im Januar mit seiner Guidance, einem EBIT im Bereich von 940 bis 960 Millionen Franken, vor den Auswirkungen teurer Rohstoffen gewarnt. Und mit einem Betriebsgewinn von 945,9 Millionen lagen die Innerschweizer nur eine Spur unter dem Mittelpunkt der Prognose.

Beruhigend wirkt diesbezüglich die Guidance für das laufende Jahr, welche eine Rückkehr zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten beim Gewinn verspricht. Aber auch damit hat Sika lediglich frühere Aussagen bekräftigt. Das Unternehmen ist damit sehr zuversichtlich, die Margen in diesem Jahr mit Preiserhöhungen wieder zu steigern. Dazu kommen Effizienzsteigerungen und ausserordentliche Rechtskosten fallen nun ebenfalls weg.

Händlern zufolge haben die Sika-Aktien die Börsenkorrektur in den letzten Wochen nicht voll mitgemacht; sie haben sich 2019 etwas schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt. Eine Rolle spielte die vor sechs Wochen ausgegebene und eher verhalten ausgefallene Gewinn-Guidance für 2018.

Andererseits finanziert Sika den Parex-Kauf mit einem höheren Eigenmittelanteil, als Marktteilnehmer erwartet hatten. Dies führt zu einer Gewinnverwässerung für bestehende Aktionäre. Weil die Erwartungen nun mehr oder weniger erfüllt wurden, würden nun die relativ tiefen Kurse als guter Einstiegspunkt erachtet.

Baar/Zürich (awp)

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Bildquelle: Sika AG,Keystone

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