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Mit Ansage 21.02.2020 17:50:36

Sika-Aktie dreht: Rekordergebnis unter den Erwartungen

Sika-Aktie dreht: Rekordergebnis unter den Erwartungen

Der Bauchemiekonzern Sika hat seine Rekordjagd bei Gewinn und Umsatz 2019 fortgesetzt. Nicht zuletzt dank der grössten Übernahme in der Firmengeschichte machten die Innerschweizer einen grossen Sprung.

Für 2,5 Milliarden Franken schnappte sich Sika letztes Jahr den französischen Mörtelproduzenten Parex. Damit wuchs das sehr profitable Mörtelgeschäft bei Sika um mehr als das Doppelte steht nun für rund jeden vierten Umsatzfranken.

Und der im Mai abgeschlossene Kauf von Parex ist gemäss Konzernchef Paul Schuler eine Erfolgsgeschichte, wie dieser am Freitag vor den Medien erklärte. Die Integration werde zwar weitere sechs bis zwölf Monate in Anspruch nehmen, am Ende würden aber Synergien von 100 Millionen Franken winken. "Mindestens", sagte Schuler.

Integrationskosten

Sika steigerte den Umsatz 2019 um 14,4 Prozent auf 8,11 Milliarden Franken. "Und das in einem herausfordernden Marktumfeld", betonte der Sika-Chef. Aus eigener Kraft wäre Sika lediglich um 3,3 Prozent gewachsen.

Die Gewinnzahlen hielten nicht ganz mit dem Umsatz Schritt. Grund dafür waren laut Finanzchef Adrian Widmer Einmalkosten, die durch die Akquisition von Parex entstanden sind. Und zugekaufte Firmen sind in einer ersten Phase üblicherweise noch weniger profitabel als der Sika-Konzern, der im Berichtsjahr insgesamt fünf Unternehmen erworben hat.

In Zahlen ausgedrückt stieg das operative Betriebsergebnis (EBIT) mit plus 11,5 Prozent auf 1,06 Milliarden Franken weniger schnell als der Umsatz. Die Marge ging entsprechend um 0,4 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent zurück.

Unter dem Strich stand ein 10,4 Prozent höherer Reingewinn von 758,5 Millionen Franken. Davon sollen die Aktionäre in Form einer um 25 Rappen auf 2,30 erhöhten Dividende je Aktie profitieren.

Strategie 2023

Die neuen Rekordwerte sind für Konzernchef Schuler noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Sein Unternehmen sei "sehr gut für weiteres nachhaltiges und profitables Wachstum aufgestellt." Gerade erst im Herbst hatte Schuler anhand seiner "Strategie 2023" skizziert, wie er mit Sika weiter wachsen will.

Denn die Zukunft wird laut Sika von Megatrends wie Urbanisierung, einer alternden Bevölkerung und technologischen Fortschritten wie der Digitalisierung geprägt. Schuler sieht viele Wachstumschancen: "In vielen Ländern muss daher gebaut werden."

Aber auch der Klimawandel ist bei Sika ein grosses Thema, weshalb die von Schuler und seinem Managementteam entworfene Wachstumsstrategie auch grossen Wert auf umweltfreundliche Produkte und Nachhaltigkeit legt.

Schuler macht weiter

Und die Chancen stehen gut, dass der 1955 geborene Schuler die von ihm entworfene Strategieperiode auch selbst begleitet - zumindest ein gutes Stück weit. "Der Verwaltungsrat vertraut mir noch, also werde ich noch ein bisschen weitermachen", sagte Schuler im Gespräch mit AWP Video. Und ergänzte: "Ich habe weiterhin Spass an der Arbeit."

"Irgendwann" werde man bei Sika aber entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen ist. "Und wer der richtige Nachfolger ist", betonte Schuler. Sika werde nicht dem Beispiel anderer Firmen folgen, "die das nicht so richtig im Griff haben."

Die Reaktion der Sika-Aktie

Anleger nehmen zu Wochenschluss ihre in den Sika-Aktien zuletzt aufgelaufenen Gewinne mit.

Bis 9.15 Uhr sanken Sika Namen im Schweizer Handel um 2,5 Prozent auf 183 Franken. Händlern zufolge hatten die Sika-Papiere zuletzt ein guten Lauf, mit 189,15 Franken wurde just am Vortag das neueste Allzeithoch aufgestellt. Nun werde zu Gewinnmitnahmen geschritten, hiess es im Handel. Bis zum Mittag drehte der Aktienkurs jedoch wieder und stand zum Börsenschluss 4,69 Prozent im Plus bei 196,55 Franken.

Analysten machen hohe Abschreibungen und Wertberichtigungen auf der übernommenen französischen Parex für das eher enttäuschende Abschneiden beim operativen Gewinn verantwortlich.

Für Gesprächsstoff sorgen nicht nur die Zahlen selbst, sondern auch die Zielvorgaben für das neue Geschäftsjahr. Die meisten Analysten hatten höhere Wachstumsraten erhofft. Denn sinkende Integrationskosten und erste Synergien aus der Grossakquisition Parex sowie rückläufige Rohmaterialpreise würden eigentlich für Sika sprechen.

Ein Fragezeichen stelle sich zudem hinter die weitere Entwicklung in China, habe Sika doch das Coronavirus explizit als Unsicherheitsfaktor genannt. Gemäss Analysten erzielt Sika 8,1 Prozent seiner Einnahmen in dem Land.

ra/kw

Baar (awp)

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Bildquelle: Sika AG,ZVG