11.10.2018 14:55:44

Scholz will mehr Informationen über Verschuldung von Staaten

Von Andreas Kissler

NUSA DUA (Dow Jones)--Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet bei der Tagung der G20-Länder und der Staaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Bali mit Fortschritten im Herangehen an weltweite Verschuldungsprobleme. "Ich bin zuversichtlich, dass wir uns in einigen Fragen hier verständigen können, beispielsweise dass wir mehr Informationen brauchen über den Grad der Verschuldung einzelner Länder", sagte er im Tagungsort Nusa Dua. Er erwarte, "dass sich mehr Staaten daran beteiligen werden, ihre zentralen Kenndaten allen anderen Ländern zur Verfügung zu stellen". Das solle die Grundlage dafür sein, ökonomische Probleme erkennen und im Krisenfall auch schnell und treffsicher reagieren zu können.

Bei dem Treffen in Indonesien soll laut Scholz auch über die Gefahren gesprochen werden, die von Cyberattacken auf Finanzsysteme ausgehen, "weil sie natürlich auch ökonomische Probleme für die Weltwirtschaft erzeugen können".

Ein weiteres Ziel in Bali werde sein, "dass wir uns gemeinsam immer wieder neu einer Handelspolitik verschreiben, die die Möglichkeiten des freien Handels nutzt, der auf Regeln basiert", bekräftigte der Finanzminister mit Blick auf die Handelskonflikte mit den USA. Nachdem dieser Ansatz unter Druck geraten sei, machte Scholz "jetzt aber auch ermutigende Zeichen" aus. So hätten sich die USA mit Mexiko und Kanada auf ein neues Freihandelsabkommen verständigt und die Gespräche zwischen den USA und der Europäischen Union "laufen ruhig".

Thema in Bali soll laut Scholz auch sein, wie verhindert werden könne, "dass die Länder Afrikas in eine zu hohe Verschuldung geraten, ohne ihre Wachstumsperspektiven zu verschlechtern". Die IWF-Herbsttagung sei eine gute Gelegenheit für internationale Zusammenarbeit. In Bali würden die Fragen besprochen, die für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nun von Bedeutung seien, zum Beispiel, "wie wir vermeiden können, dass sich Staaten zu stark verschulden und sich dann nicht mehr refinanzieren können".

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

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October 11, 2018 08:55 ET (12:55 GMT)

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