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Tokyo Electron Aktie 763677 / JP3571400005

Chip-Ausverkauf 28.07.2026 16:10:00

Schock am Chip-Markt: Samsung- und SK Hynix-Aktien brechen wegen neuer KI-Sorgen ein

Schock am Chip-Markt: Samsung- und SK Hynix-Aktien brechen wegen neuer KI-Sorgen ein

Am Dienstag kommt es in Asien zu einem erneuten Ausverkauf von Halbleiter-Titeln: Vor allem bei SK hynix und Samsung wächst der Zweifel an der KI-Speicher-Rally.

  • Aktien von SK hynix und Samsung brechen in Seoul zeitweise zweistellig ein
  • Sorgen um KI-Finanzierung und Chinas Chip-Aufholjagd belasten die Stimmung
  • Am 29. Juli legt SK hynix seine Quartalszahlen vor und liefert erste Antworten

Bei SK hynix und Samsung Electronics hat sich der frühere Aufwärtstrend seit Anfang Juli ins Gegenteil verkehrt - und ihre Investment-Story gerät immer mehr ins Wanken. Am Dienstag brechen beide Werte in Seoul erneut dramatisch ein.

Papiere von SK hynix verloren letztlich 13,27 Prozent auf 1'575'000 KRW, während Anteilsscheine von Samsung 12,89 Prozent auf 221'250 KRW verloren.

Der Leitindex KOSPI rutschte mit ab, zeitweise so kräftig, dass der Börsenhandel kurzzeitig pausiert wurde.

Daneben setzte sich auch in Japan die Schwäche fort. Die Halbleiterausrüster Tokyo Electron und Advantest verlieren in Tokio zeitweise jeweils über zehn Prozent. Der Technologieinvestor SoftBank Group, dessen Beteiligung am Chipdesigner Arm als wichtiger Stellvertreter für den KI-Boom gilt, gibt an der japanischen Börse zeitweise um rund 5 Prozent nach. Besonders stark trifft der Ausverkauf am Dienstag auch den Speicherhersteller Kioxia, dessen Aktie zeitweise um 18,33 Prozent auf 44'550 JPY einbricht.

Anleger stellen sich erneut eine Frage, die die Kurse schon in den vergangenen Wochen immer wieder unter Druck brachte: Wie tragfähig ist die Bewertung der beiden Speicherchip-Riesen wirklich?

Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms

Ein Auslöser kommt aus den USA. Berichten zufolge könnte NVIDIA rund 250 Milliarden US-Dollar an Finanzierungszusagen für ein Rechenzentrumsprojekt von OpenAI bereitstellen. Der Bericht nährt die Sorge, der KI-Chip-Marktführer finanziere zunehmend die eigene Kundschaft, um die eigene Nachfrage zu stützen. Hinzu kommt die wachsende Popularität günstiger chinesischer Open-Source-Modelle, die andeuten, dass künftige KI-Anwendungen mit weniger Rechenleistung auskommen könnten als bisher angenommen, und damit auch mit weniger High-Bandwidth-Memory-Speicher, dem Kerngeschäft von SK hynix.

Der Kiwoom-Analyst Han Ji-young ordnete gegenüber Reuters ein, dass die Aktien trotz solider Geschäftszahlen von Samsung Electronics und Alphabet zuletzt deutlich nachgegeben hätten. Der Markt verlange inzwischen mehr als gute Ergebnisse, so Han, nämlich Klarheit über künftige KI-Ausgaben, Preise und Auftragsbestände.

Für Owen Lamont, Senior Vice President bei Acadian Asset Management, spiegeln die heftigen Kursschwankungen vor allem die aussergewöhnlich hohe Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz wider. "Derzeit stehen wir vor einer enormen Unsicherheit. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie KI unsere Wirtschaft langfristig verändern wird. Deshalb dürfte die Entwicklung an den Märkten auch künftig volatil bleiben", sagte er gegenüber CNBC. Er verwies zudem auf den zunehmenden Einfluss gehebelter börsengehandelter Produkte (Leveraged ETFs). Diese könnten Kursbewegungen zusätzlich verstärken - nicht nur in Südkorea, sondern auch in Hongkong und den USA.

China wird zum zweiten Belastungsfaktor

Nach Einschätzung von Sundeep Gantori, Chief Investment Officer für Aktien bei Standard Chartered, belastet ausserdem die Sorge über Chinas wachsende Ambitionen in der Halbleiterindustrie die Stimmung. Medienberichte über Fortschritte bei Speicherchips und Lithografieanlagen hätten Zweifel geweckt, ob etablierte Marktführer ihre technologische Dominanz langfristig behaupten können, sagte er laut CNBC.

Bereits zum Wochenbeginn war die chinesische Konkurrenz stärker in den Blick gerückt: Der Speicherchip-Hersteller CXMT feierte am Montag (27. Juli) sein Börsendebüt in Shanghai mit einem Kurssprung von rund 466 Prozent und stieg damit zum wertvollsten Unternehmen an Chinas Festlandbörsen auf. CXMT hinkt bei fortschrittlicher HBM-Technologie zwar weiterhin hinter SK hynix und Samsung her, doch das frische Kapital dürfte den Ausbau der klassischen DRAM-Fertigung beschleunigen. Berichte, wonach ein staatlich gestütztes chinesisches Unternehmen mit der Fertigung von Tief-Ultraviolett-Lithografiegeräten begonnen habe, verstärken zusätzlich die Furcht vor einer schnelleren technologischen Aufholjagd Chinas.

Einordnung: Korrektur oder Kurswende

Wie stark die Bewertungsfrage inzwischen wiegt, zeigt der Blick auf die in New York gehandelten SK-hynix-Hinterlegungsscheine. Sie waren am 10. Juli 2026 zu einem Ausgabepreis von 149 US-Dollar an die NASDAQ gegangen und schlossen am Montag um 7,47 Prozent tiefer bei 143,02 US-Dollar und damit erstmals unter ihrem eigenen Emissionspreis. Belastbare Belege dafür, dass die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory tatsächlich einbricht, gibt es bislang nicht. Der Ausverkauf liest sich damit eher als Neubewertung überzogener Erwartungen denn als Beleg für ein Ende des KI-Speicherzyklus.

Klarheit dürfte der Quartalsbericht von SK hynix bringen, den der Speicherchip-Hersteller am 29. Juli 2026 vorlegt. Erst dann zeigt sich, ob das operative Geschäft die Sorgen der vergangenen Tage rechtfertigt oder ob sich die Bewertungsdebatte von den tatsächlichen Zahlen abgekoppelt hat.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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