<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Weniger Gewinn 16.07.2019 20:23:00

Schmolz+Bickenbach-Aktie verliert: S+B mit Umsatzminus und Gewinnwarnung

Schmolz+Bickenbach-Aktie verliert: S+B mit Umsatzminus und Gewinnwarnung

Absatzmenge und Umsatz sind gesunken und der Betriebsgewinn hat sich halbiert. Die Gewinnprognose für 2019 wurde nun deutlich gesenkt.

Auf Basis der vorläufigen Geschäftszahlen rechnet S+B im zweiten Quartal mit einem Rückgang der Absatzmengen um rund 16 Prozent und beim Umsatz mit einem Minus von rund 11 Prozent. Das ergäbe rein rechnerisch 487 Kilotonnen Stahl und einen Umsatz von 808 Millionen Euro. Beim bereinigten EBITDA stellt S+B am Dienstag einen Wert von 40,5 Millionen Euro in Aussicht, verglichen mit 84,9 Millionen vor Jahresfrist.

Als Grund für den Rückgang wird die nachlassende Wachstumsdynamik als Folge der schwelenden Handelskonflikte und der politischen Unsicherheiten genannt. Die Nachfrage aus wichtigen Endmärkten - insbesondere aus der Automobilindustrie - sei verhalten ausgefallen. Auch der Auftragsbestand sei weiter rückläufig gewesen.

In der Folge senkt S+B die Guidance für das Geschäftsjahr 2019. Neu wird ein bereinigtes EBITDA zwischen 130 und 170 Millionen Euro erwartet. Zuvor hatte das Unternehmen eine Zielspanne von 190 bis 230 Millionen.

Aufgrund der geringen Visibilität sei man zurzeit nicht in der Lage, die Spanne für die Prognose enger einzugrenzen, erklärte das Unternehmen. Mögliche Szenarien seien sowohl eine markante Erholung, als auch eine anhaltende wirtschaftliche Abschwächung. Aus heutiger Sicht könne das Unternehmen erst gegen Ende des Jahres von einer schrittweisen Erholung der Nachfrage ausgehen.

Die endgültigen Ergebnisse zum zweiten Quartal sollen am 7. August veröffentlicht werden.

Das macht die S+B-Aktie

Die Aktien von Schmolz+Bickenbach sind am Dienstag deutlich tiefer in den Handel gestartet. Aufgrund der schwächelnden Nachfrage aus der Automobilindustrie hat der Stahlproduzent seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr gekappt.

Die Aktien verloren bis Handelschluss 5,5 Prozent auf 0,43 Franken. Damit notierten die Titel noch über dem im Mai markierten Mehrjahrestief von 0,4035 Franken.

Schmolz+Bickenbach setze über die Hälfte seiner Produkte im Automobil-Sektor ab und leide deshalb besonders stark an der Schwäche dieser Branche, kommentiert die ZKB die Gewinnwarnung. So sei alleine im Monat Juni die Autoproduktion im wichtigsten Absatzmarkt Deutschland im Vorjahresvergleich um 24 Prozent eingebrochen. Der zuständige Experte will seine Schätzungen für das laufende Jahr entsprechend nach unten anpassen, bleibt aber bei der Einschätzung "Marktgewichten"

Die UBS geht davon aus, dass die Nachfrage aus dem Automobil-Sektor im zweiten Quartal einen Tiefstand erreicht hat. Eine Erholung zeichne sich erst ab dem zweiten Halbjahr ab. Der Aktienkurs dürfte denn auch auf kurze Sicht sehr volatil bleiben, heisst es im Kommentar. Das Kursziel von 0,65 Franken und die Kaufempfehlung werden von der UBS vorerst aber bestätigt.

Laut Marktbeobachtern sind ähnliche Gewinnwarnungen auch von anderen Stahlherstellern zu erwarten. Linderung sei erst bei höheren Stahlpreisen oder einer deutlichen Erholung der Nachfrage in Sicht.

Luzern (awp)

Weitere Links:


Bildquelle: Keystone