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Prognose bestätigt 27.04.2019 22:15:00

Schindler wächst im ersten Quartal bei tieferem Gewinn - Aktie verliert

Schindler wächst im ersten Quartal bei tieferem Gewinn - Aktie verliert

Das Wachstum liegt am oberen Ende der für das Gesamtjahr angestrebten Spanne. Betriebsergebnis und Gewinn wurden im ersten Quartal 2019 jedoch von Kosten und Investitionen belastet und lagen unter den Vorjahreswerten. An der Börse reagieren die Titel mit Abgaben.

"Wir haben ein solides Wachstum erreicht und der Betriebsgewinn lag im Rahmen der Erwartungen", sagte Schindler-Chef Thomas Oetterli am Freitag in einer Telefonkonferenz. Steigende Rohmaterial- und Lohnkosten, Währungseinflüsse sowie die geplanten Investitionen in die neue modularen Liftmodelle und die Digitalisierung der Produkte und Dienstleistungen beeinflussten die Ergebnisentwicklung negativ.

Der Betriebsgewinn (EBIT) sank um 2,5 Prozent auf 274 Millionen Franken und die entsprechende Marge ging auf 10,6 von 11,4 Prozent zurück. Auch der Konzerngewinn lag mit 197 Millionen um 5,3 Prozent tiefer als im Vorjahreszeitraum.

Wie erwartet, seien diese höheren Kosten im ersten Quartal nur teilweise kompensiert worden. "Der Druck bei den Materialpreisen und Löhnen wird auch im Gesamtjahr anhalten", sagte Oetterli weiter. Die Weitergabe der steigenden Kosten über die Preise an die Kunden sei nur zeitverzögert möglich.

Grossprojekte in China und stabile Neuinstallationen

Der Umsatz des Innerschweizer Konzerns stieg im Jahresvergleich um 4,4 Prozent auf 2,58 Milliarden Franken. In Lokalwährungen betrug das Plus 5,8 Prozent. Der Bestellungseingang wuchs derweil um 5,2 Prozent (LW +6,4%) auf 2,97 Milliarden.

Das Wachstum war breit abgestützt und alle Geschäftsfelder und Regionen legten zu, betonte das Unternehmen. Steigende Auftragsvolumen mit Grossprojekten, vor allem im Bereich öffentlicher Verkehr, hätten das Geschäft unterstützt. Die Region Asien-Pazifik erzielte das höchste Wachstum, hauptsächlich dank des stark wachsenden Auftragseingangs in China. In der Volksrepublik habe sich der Markt der Neuinstallationen stabil gezeigt, hiess es weiter. Indien sei durch einen starken Wohnungsbau weiter gewachsen und auch Südostasien insgesamt habe weiteres Wachstum gesehen.

Der positive Trend in der Region "Americas" (Nord- und Südamerika) setzte sich fort. In Nordamerika habe der Wohnungsbau die Entwicklung gestützt und Projekte im öffentlichen Verkehr und bei Bürogebäuden hätten eine starke Aktivität gezeigt. Lateinamerika insgesamt sei positiv gewesen. In Brasilien habe sich die Erholung jedoch abgeschwächt.

Die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) habe eine uneinheitliche Entwicklung gezeigt, war insgesamt aber "robust". Im Norden Europas gab es solides Wachstum und der Süden habe den positiven Trend fortgesetzt. In Osteuropa habe sich das Wachstum verlangsamt und in der Türkei setzte sich der Abschwung fort.

Guidance bestätigt - Verlangsamung in einigen Schlüsselmärkten

Der Ausblick für das laufende Jahr 2019 wird bestätigt. Schindler erwartet weiter ein Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent in Lokalwährungen. Das Unternehmen rechnet jedoch damit, dass im Laufe des Jahren einige Schlüsselmärkte eine Verlangsamung zeigen werden.

Die langfristigen Wachstumstreiber für das Geschäft von Schindler seien weiter intakt. "Kurzfristiger Gegenwind wird uns nicht davon abhalten, unsere Pläne für eine mittelfristige Verbesserung beim Betriebsgewinn und der Marge weiter zu verfolgen", sagte der Schindler-Chef.

So reagiert die Schindler-Aktie

Die Schindler-Partizipationsscheine sind am Freitag nach Quartalszahlen unter Druck. Am Mittag verloren Schindler 4,19 Prozent auf 212,90 Franken. Zur Schlussglocke standen sie 1,89 Prozent tiefer bei 218,00 Franken.

Das sagen Analysten

In ersten Analystenkommentaren erhält Schindler viel Lob für das starke Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz. Das Unternehmen sei stärker gewachsen als der Markt, aber nicht so stark wie einer der Hauptwettbewerber (Kone, Red.), wie etwa Baader Helvea schreibt. Wie es heisst, habe insbesondere das Auftragswachstum in Lokalwährungen die Erwartungen deutlich übertroffen. Doch auch das Umsatzwachstum in Lokalwährungen liege über den Konsensschätzungen und bewegt sich am oberen Ende der firmeneigenen Zielbandbreite.

Weniger gut kommt in Expertenkreisen der Gewinnrückgang an. Sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Reingewinn wurden selbst die tiefsten Erwartungen verfehlt. Wie einige Analysten schreiben, verfehlen die Margen die Konsensschätzungen auch dann, wenn man die Restrukturierungskosten von 4 Millionen Franken sowie die Kosten für das Projekt BuildingMinds in Höhe von weiteren 4 Millionen Franken anrechnet.

Mit Schindler habe ein weiterer Aufzughesteller enttäuschende Margen ausgewiesen, hiess es bei Goldman Sachs. Wie bei den Wettbewerbern zuvor habe auch Schindler uneinheitliche Trends ausgewiesen.

Auch Kone und Otis hätten tiefere Margen ausgewiesen, betont die ZKB, und Schindler habe sich mit einem Rückgang um 60 Basispunkte im Rahmen entwickelt. Beide Konkurrenten hätten sich zuversichtlich gezeigt, dass die Marge im Jahresverlauf gesteigert werden könne, was Analyst Martin Hüsler auch bei Schindler erwartet.

Analyst Christian Obst von Baader-Helvea zeigt sich sichtlich enttäuscht. Er macht das schwierige Branchenumfeld für den Margenrückgang verantwortlich. Obst rechnet auch im weiteren Jahresverlauf mit schwierigen Verhältnissen und rechnet deshalb nicht mit Margenverbesserungen.

Sein Berufskollege Fabian Haecki bei der UBS Investmentbank gewinnt der Geschäftsentwicklung des ersten Quartals aber durchaus auch positive Aspekte ab. Er findet am starken Wachstum, insbesondere im Schlüsselmarkt China, sichtlich Gefallen. Das Wachstum sei breit abgestützt. Eine Margenverbesserung dürfte kurzfristig jedoch nicht zu erwarten sein, aufgrund der weiter bestehenden Gegenwinde durch Materialkosten und steigende Löhne. Stützende Faktoren für die Gewinnschätzungen der Analysten kann er nicht ausmachen.

Dass das Unternehmen an den bisherigen Zielvorgaben für das Gesamtjahr festhält und weiterhin ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen zwischen 4 und 6 Prozent anstrebt, überrascht die Experten hingegen nicht.

Wie aus dem hiesigen Berufshandel verlautet, konnten die Valoren von Schindler ihren zahlenbedingten Kursrückschlag vom März in den letzten Wochen fast vollständig wieder wettmachen. Wie der vorliegende Zahlenkranz zeige, würden aber selbst die nach unten korrigierten Gewinnschätzungen den steigenden Herstellkosten noch immer nicht im vollen Umfang Rechnung tragen, hiess es weiter.

yr/kw/lb/pre

Ebikon (awp)

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Bildquelle: Keystone

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