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Prognose bestätigt 14.08.2019 20:20:00

Schindler-Aktie verliert: Schindler mit mehr Umsatz und tieferem Gewinn

Schindler-Aktie verliert: Schindler mit mehr Umsatz und tieferem Gewinn

Höhere Kosten und Investitionen haben jedoch die Marge belastet, und der Reingewinn war zum Vorjahr tiefer. Im Gesamtjahr wird weiteres Wachstum erwartet, wobei die Profitabilität aber unter dem Vorjahr liegen dürfte.

"Im Auftragseingang und im Orderbestand zeichnen sich für das zweite Halbjahr bessere Margen ab", sagte Schindler-Chef Thomas Oetterli am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Er rechnet sequentiell mit einer Margenverbesserung, im Gesamtjahr werde aber der Vorjahreswert wohl nicht erreicht.

Angesichts des Marktumfeldes zeigt sich der Schindler-Chef zufrieden mit der Leistung im ersten Halbjahr. Der Auftragseingang verbesserte sich um 3,8 Prozent auf 6,09 Milliarden Franken und der Umsatz wuchs um 3,3 Prozent auf 5,43 Milliarden. In Lokalwährungen betrugen die Steigerungen 5,8 bzw. 5,4 Prozent.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT lag mit 596 Millionen Franken 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert und die Marge ging auf 11,0 von 11,7 Prozent zurück. Als Faktoren wurden die negativen Währungseinflüsse, steigende Lohn- und Materialkosten sowie die geplanten höhere Ausgaben für strategische Projekte genannt. Dies konnte nicht vollständig durch höhere Preise, Skaleneffekte und Effizienzsteigerungen kompensiert werden, sagte Oetterli weiter.

Der Konzerngewinn lag mit 436 Millionen Franken rund 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um eine Steuerrückzahlung von 55 Millionen im Vorjahr belief sich das Minus auf 5,4 Prozent.

Hohe Anzahl an Grossprojekten

"Alle Divisionen und Regionen haben zugelegt", betonte der Schindler-Chef. Das stärkste Wachstum sah die Region Asien-Pazifik, gefolgt von Amerika und EMEA. Die Anzahl an Grossprojekten sei "bemerkenswert" gewesen. Dies insbesondere in Nordamerika und in China und hier vor allem im Bereich des öffentlichen Verkehrs. "China war besser, als wir dies erwartet hatten, und wir waren besser als der Gesamtmarkt", sagte Oetterli weiter. In Südostasien mit Ländern wie Vietnam, Malaysia oder den Philippinen sei das Bild gemischt ausgefallen.

In Europa sei der Markt in den nördlichen Ländern solide auf einem hohen Niveau. In den südlichen Ländern habe es eine Marktkontraktion gegeben, insbesondere in der Türkei. Dort sei die Nachfrage regelrecht eingebrochen. In der Türkei hatte Schindler zuvor mit dem neuen Airport Istanbul ein Grossprojekt.

Deutschland sei mit dem hohen Bauvolumen weiter der stärkst Markt in Europa. In Grossbritannien gebe es trotz der Brexit-Unsicherheiten weiter viele Projekte, wobei es jedoch fraglich sei, welche davon auch umgesetzt werden. Insgesamt waren die Neuinstallationen in Europa leicht negativ. Der Fachkräftemangel bilde einen Engpass und treibe auch die Lohn-Inflation.

Die strategischen Projekte würden planmässig voranschreiten. Dazu zählen die Modularisierung des Produktportfolios, die Entwicklung von digitalen Kundenlösungen auf der Basis des Programms "Schindler Ahead" sowie die Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Das im März gegründete Berliner Start-Up "BuildingMinds", eine Serviceplattform für die Immobilienbewirtschaftung, habe sein Kernteam gefunden und konzentriere sich auf die Entwicklung erster Kundenlösungen.

Schindler-Papiere nach Halbjahreszahlen mit Abgaben

Die Valoren von Schindler notieren am Mittwoch nach einem leicht unter den Erwartungen liegendem Halbjahresergebnis und Gewinnausblick tiefer. Damit werden die im Vorfeld der Publikation erreichten Kurs-Avancen fast wieder nivelliert. Die Marge wurde von Kosten und Investitionen belastet, und auch im Gesamtjahr dürfte der Gewinn unter dem Vorjahr ausfallen.

Bis Handelsende verloren die Aktien von Schindler 7,15 Prozent auf 213,10 Franken. Am Montag und Dienstag hatten Schindler gegen den Markttrend deutlich zugelegt und hatten im Vergleich zum Freitagsschluss rund 5,5 Prozent hinzugewonnen.

Wie es in Analystenkreisen heisst, blieb das Wachstum im zweiten Quartal in Lokalwährungen betrachtet sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz etwas hinter den Konsensschätzungen zurück. Folglich fielen die beiden Kennzahlen grundsätzlich etwas unter den Erwartungen aus.

Auch vom EBIT sowie vom Reingewinn hatten sich die Analysten mehr erhofft. Auf Stufe Reingewinn verfehlt Schindler selbst die vorsichtigsten Schätzungen. Schon anlässlich des Quartalsergebnisses von Ende April wusste das Unternehmen bei der Margenentwicklung nicht so recht zu überzeugen.

Das erklärt auch, weshalb die diesjährigen Gewinnvorgaben für das Gesamtjahr eher vorsichtig ausfallen. Wie üblich nannte Schindler auch in diesem Jahr erst mit der Halbjahresberichterstattung eine Gewinn-Guidance. Das erwartete Umsatzwachstum in Lokalwährungen zwischen 4 und 6 Prozent wurde bestätigt.

Laut UBS-Analyst Fabian Häcki steht ein gutes Umsatzmomentum tieferen Margen gegenüber. Auf Basis seiner Berechnungen fällt die bereinigte EBIT-Marge um rund 30 Basispunkte tiefer aus als erwartet. Er macht höhere Rohmaterialkosten und steigende Lohnkosten für den Margendruck verantwortlich. Das starke Wachstum, insbesondere im Schlüsselmarkt China, sei hingegen positiv.

Gemäss seiner Berufskollegin Daniela Costa bei Goldman Sachs verfehlt die Geschäftsentwicklung die Erwartungen auf das zweite Quartal bezogen auf allen Ebenen, wenn auch nur knapp. Dank den bereits nach den Erstquartalszahlen nach unten revidierten Konsensschätzungen sieht sie bei letzteren jedoch keinen grösseren Anpassungsbedarf mehr. Im Vergleich mit dem Rivalen Kone habe Schindler insgesamt etwas schlechter abgeschnitten, so Costa weiter.

Wie der für Baader-Helvea tätige Analyst Christian Obst ergänzt, bewegen sich auch die diesjährigen Zielvorgaben eher am unteren Ende der Erwartungen. Er führt den Margenrückgang neben höheren Rohmaterial- und Lohnkosten zudem auf Sekundäreffekte der US-Strafzölle gegen China zurück. Bei Vontobel wird das zweite Quartal ebenfalls leicht unter den Erwartungen gesehen. Die Margen seien unter Druck. Schindler verweise jedoch darauf, dass hier eine Verbesserung im Orderbuch durch den Produktmix erkennbar sei.

Der Analyst der ZKB senkt die Bewertung für Schindler auf "Marktgewichten" von zuvor "Übergewichten". Als Grund wird jedoch die Kursentwicklung genannt. Die Titel hätten ihren fairen Wert erreicht. Das Unternehmen habe weiterhin ein dynamisches Wachstum erreicht. Das sei angesichts des anspruchsvollen Umfelds eine gute Leistung. Der Ausblick für Konzerngewinn liege etwas unter dem Konsens und er sieht für seine Jahresgewinnschätzung leichten Revisionsbedarf nach unten.

Ebikon (awp)

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Bildquelle: Keystone

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