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08.09.2026 16:57:36

Sandoz will den Markt für Biosimilars aufrollen

(Zusammenfassung)

Sandoz (awp) - Die frühere Novartis-Tochter Sandoz, vor allem noch bekannt für günstige Nachahmer von Medikamenten wie Diovan oder Lipitor, setzt zunehmend auf das lukrativere Geschäft mit Biosimilars. Die Basler wollen damit ihr Wachstum beschleunigen und gleichzeitig die Profitabilität steigern.

Sandoz-Chef Richard Saynor rechnet mit nichts weniger als einer "goldenen Dekade für Biosimilars", wie er am Dienstag an einem Investorenanlass erklärte. Denn in diesem Zeitraum werden zahlreiche Original-Biopharmazeutika ihren Patentschutz verlieren. Das öffnet den Markt für Nachahmer-Produkte - eben Biosimilars.

Biosimilars sind biopharmazeutisch hergestellte Nachahmer-Medikamente, die den Referenzarzneimitteln in ihrer Wirkung ähneln. Sie sind schwieriger zu entwickeln und herzustellen und haben eine höhere Marge.

Saynor will das Portfolio in den kommenden Jahren kräftig ausbauen. Das Biosimilar-Geschäft soll künftig grösser werden als das klassische Generika-Geschäft mit chemisch hergestellten, nicht mehr patentgeschützten Medikamenten. Im ersten Semester 2026 standen die Biologika noch für ein Drittel des Konzernumsatzes.

Von 13 auf 100

Aktuell umfasst das Portfolio 13 Biosimilars, was Sandoz bereits heute zum führenden Anbieter macht. Bis 2040 soll das Sortiment auf über 100 Biosimilars ausgebaut werden - "Bio100" heisst das entsprechende Programm. Biosimilars kommen unter anderem bei Autoimmunerkrankungen, bei bestimmten Krebsarten, Neurodermitis oder Diabetes zum Einsatz.

Um dieses Wachstum zu stemmen, hat sich Sandoz kürzlich die weltweiten Vermarktungsrechte für mehrere Biosimilars von Samsung und Henlius gesichert. "Wir werden auch in Zukunft mit strategischen Partnern zusammenarbeiten", sagte Armin Metzger, bei Sandoz verantwortlich für Entwicklung, Herstellung und Supply Chain bei Biosimilars.

Entwicklungsseitig setzt Sandoz aber überwiegend auf eigene Kapazitäten: Rund 70 Prozent der Pipeline soll aus der eigenen Entwicklung stammen, nur rund 30 Prozent von Partnern, respektive aus Einlizenzierungen und Kooperationen.

Parallel dazu investiert Sandoz in die eigenen Produktionskapazitäten. So etwa in eine neue Anlage in Slowenien, die insbesondere auch die Produktion kleinerer und mittlerer Mengen ermöglicht. Der Vorteil von biologischen Nachahmern, die nur kleinere Volumen generieren: "Wir rechnen hier mit deutlich weniger Konkurrenz", sagte CEO Saynor.

Umsatz in goldener Dekade verdoppeln

Die "goldene Dekade" soll sich für Sandoz auch rentieren. Bis 2035 soll der Nettoumsatz gegenüber 2025 durch "Bio100" mehr als verdoppelt werden. Gleichzeitig soll die operative Gewinnmarge auf über 30 Prozent steigen. 2025 wurde ein Wert von 21,7 Prozent ausgewiesen.

Vor der Abspaltung galt Sandoz als "hässliches Entlein", das die guten Margen der Muttergesellschaft belastete. Novartis wollte selber mit innovativen und patentgeschützten Medikamenten punkten und spaltete die Tochter im Oktober 2023 ab.

Seit Sandoz vor bald drei Jahren von Novartis in die Eigenständigkeit entlassen wurde, hat sich der Wert der Aktie fast verdreifacht. Am Dienstag geht es mit der Aktie bis am späten Nachmittag um 1,5 Prozent nach unten, allerdings steht die ganze Branche unter Druck.

Aus heutiger Sicht hat sich die Strategie für die Sandoz-Aktionäre also ausgezahlt. Die Novartis-Anteile haben seither "nur" um 30 Prozent zugelegt und die jüngste Tendenz zeigt in die andere Richtung. Der jüngste Studienrückschlag schickt die Papiere der früheren Mutter zweistellig nach unten.

ra/ls

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