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Einigung in letzter Minute 03.12.2019 17:44:00

S+B-Aktie hebt ab: SIX nimmt Handel mit Schmolz + Bickenbach nach GV wieder auf

S+B-Aktie hebt ab: SIX nimmt Handel mit Schmolz + Bickenbach nach GV wieder auf

Eine entsprechende Mitteilung wurde von der SIX Swiss Exchange veröffentlicht.

Am Vortag waren die Aktien wegen der ausserordentlichen Generalversammlung im Zusammenhang mit der geplanten Kapitalerhöhung vom Handel ausgesetzt worden.

Die Aktionäre des finanziell angeschlagenen Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach (S+B) haben inzwischen den Weg für eine Kapitalerhöhung freigemacht. Möglich wurde dies durch eine Einigung in letzter Minute zwischen den beiden Grossaktionären Martin Haefner und Liwet.

So reagiert die S+B-Aktie

Die Aktien des Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach notieren nach der Einigung der Grossaktionäre und der beschlossenen Kapitalerhöhung deutlich fester.

Die S+B-Aktien verzeichneten im schweizerischen Handel ein Plus von 18,852 Prozent und schlossen bei 0,26 Franken. Im Hoch stiegen die Titel zeitweise bis auf 0,30 Franken.

Mit der genehmigten Kapitalerhöhung sei ein wichtiger Schritt zur finanziellen Sanierung von S+B erreicht, kommentiert der Analyst der ZKB. Noch offen sei jedoch der Entscheid der Finma, ob die Pflicht zur Abgabe eines Übernahmeangebots bei der geplanten Kapitalerhöhung wegbedungen werden kann. Diese wird für den 9. Dezember erwartet.

Die Genehmigung der Kapitalerhöhung sei möglich geworden, da sich die beiden grössten Aktionärsgruppen Liwet (26,9% des Aktienkapitals) und Martin Haefner (17,0%) doch noch einigen konnten. Die Einigung bedingt, dass Liwet nicht mehr von der internationalen Platzierung der nicht ausgeübten Bezugsrechte ausgeschlossen werden darf, wie ursprünglich vorgesehen.

Haefner und seine Bigpoint Holding können ihren Anteil damit wie vorgesehen auf 37,5 Prozent steigern. Der mögliche Verwässerungseffekt bei Liwet wird beschränkt und die Holding, deren grösser Aktionär der russische Investor Viktor Vekselberg ist, soll nach Vollzug auf einen Anteil von 25 Prozent kommen.

Die finanzielle Restrukturierung der Gesellschaft läuft als eine Kapitalherabsetzung mit gleichzeitiger ordentlicher Kapitalerhöhung auf mindestens den bisherigen Betrag bzw. um mindestens 325 Millionen Franken. Als Ausgabepreise wurden in drei Stufen 30, 25 und 20 Rappen pro Aktie vorgeschlagen. Welcher der Preise schlussendlich angewendet wird, hängt von der Ausübung der Bezugsrechte ab. Ziel ist, mindestens das Ziel-Volumen von 325 Millionen Franken zu erreichen.

Luzerner Regierung erfreut über Einigung bei S+B

Der Luzerner Wirtschaftsdirektor Fabian Peter hat sich am Dienstag im Kantonsrat erfreut über die beim Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach erzielte Einigung für die Kapitalerhöhung gezeigt. Dies ermögliche einen Weiterbestand des Konzerns.

S+B mit Hauptsitz in Luzern hat weltweit rund 10'000 Arbeitsplätze, rund 700 davon befinden sich in Emmenbrücke LU. Wegen der Krise beim Stahlkonzern hatte sich der Luzerner Regierungsrat mit Wirtschaftsminister Guy Parmelin in Verbindung gesetzt und an die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) appelliert, ihre volkswirtschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Die Finma muss die geplante Kapitalerhöhung genehmigen.

Der Regierungsrat habe sich genau überlegt, was er im Falle von S+B machen könne, erklärte Peter. Es sei ein Abwägen, wie weit sich die Politik in die Belange eines Unternehmens einmischen solle. Die Aufgabe der Politik sei es, gute Rahmenbedingungen zu setzen. Der Regierungsrat bleibe aber im Kontakt mit S+B.

Peter äusserte sich im Kantonsrat wegen einer dringlichen Anfrage der SP zu S+B. In der Debatte zeigte sich, dass die Ratslinke und die bürgerlichen Fraktionen unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie der Kanton Wirtschaftspolitik betreiben solle.

Am Montag haben sich die beiden S+B-Grossaktionäre vor einer ausserordentlichen Generalversammlung darauf geeinigt, wie der in die Krise geratene Konzern sein Kapital aufstocken kann. Amag-Besitzer Martin Haefner schiesst bis zu 325 Millionen Franken ein und kann seinen Anteil von derzeit 17,5 auf maximal 37,5 Prozent steigern. Die von Viktor Vekselberg kontrollierte Beteiligungsgesellschaft Liwet kann 25 Prozent halten. Die Kapitalerhöhung muss noch von der Finma genehmigt werden.

cf/uh

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone