Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
Bewertungsalarm 15.09.2026 22:24:00

S&P 500 vor Belastungsprobe: Trumps Politik und hohe Bewertung nähren Korrekturängste

S&P 500 vor Belastungsprobe: Trumps Politik und hohe Bewertung nähren Korrekturängste

Die Bewertung des US-Leitindex nähert sich einem historischen Extrem, während Trumps Politik die Notenbank vor ein Dilemma stellt.

  • CAPE-Kennzahl des S&P 500 liegt nahe Rekordhoch von 1999
  • US-Inflation steigt im Juli auf 3,4 Prozent, Fed-Zinssenkung wird schwerer
  • Zehnjahresrendite bei 4,80 Prozent belastet Kreditkosten und Technologiewerte

Der US-Leitindex S&P 500 hat sich seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2024 um 33 Prozent verteuert, doch die zugrunde liegende Bewertung erreicht mittlerweile ein historisches Extrem. Das konjunkturbereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis, auch als CAPE-Kennzahl oder Shiller-KGV bekannt, notiert bei 41,4 und damit weit über dem langjährigen Schnitt von 17,4, wie The Motley Fool berichtet. Nur 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, lag der Wert mit 44 noch höher. Gleichzeitig sorgt die eskalierende Lage im Nahen Osten für steigende Inflation, was der US-Notenbank Zinssenkungen erschwert und die Kreditkosten für Unternehmen und Privathaushalte in die Höhe treibt.

Trumps Widerspruch zwischen Zielen und Wirkung

Unter Trump entfernt sich die US-Wirtschaftspolitik zunehmend von den erklärten Zielen der Regierung, darunter eine niedrigere Inflation und ein Abbau der Staatsverschuldung. Der Krieg im Iran liess die US-Inflationsrate im Juli auf 3,4 Prozent im Jahresvergleich steigen, deutlich über dem Zielwert der Federal Reserve von 2 Prozent. Eine anhaltend hohe Teuerung erschwert es der Notenbank, niedrigere Leitzinsen zu rechtfertigen, denn günstigere Kredite würden zwar die Konjunktur stützen, könnten aber den Preisauftrieb zusätzlich befeuern. Die Türkei zeigt, wie das ausgehen kann: Zwischen 2021 und 2023 senkte das Land trotz hoher Inflation die Zinsen und verschärfte damit eine Krise der Lebenshaltungskosten, mit der es bis heute kämpft.

Trump droht nun damit, den Handel mit Ländern einzustellen, die einen Handelsüberschuss gegenüber den USA aufweisen, sollte die Federal Reserve die Zinsen nicht senken. Eine solche Massnahme dürfte die Inflation eher zusätzlich anheizen, statt Zinssenkungen wahrscheinlicher zu machen.

Anleihemarkt und Bewertung senden Warnsignale

Historisch orientierte sich der Aktienmarkt stärker an Unternehmensgewinnen und Innovationen als an politischen Entscheidungen direkt. Dennoch mehren sich Anzeichen, dass Trumps Kurs zunehmend auf die Realwirtschaft durchschlägt. Am deutlichsten zeigt sich die Nervosität am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 4,80 Prozent und markiert damit den risikofreien Zins der US-Wirtschaft. Steigt diese Rendite, verteuern sich Kredite für Unternehmen und Privathaushalte gleichermassen, was den Technologiesektor besonders trifft, der derzeit hunderte Milliarden US-Dollar in den Aufbau von KI-Rechenzentren investiert. Verschärft wird das Risiko durch die historisch hohe Bewertung des S&P 500 selbst.

Was Anleger jetzt beachten sollten

Langfristig gilt am Aktienmarkt meist: "Langfristiges Investieren ist besser, als den Markt zu timen", so The Motley Fool weiter. Zwar steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur, doch der genaue Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen, was das Risiko birgt, zu früh zu verkaufen. Gleichzeitig scheinen sich Trumps politische Entscheidungen eher zu verschärfen als zu beruhigen. Wer sein Depot absichern will, kann auf profitable, moderat bewertete Unternehmen setzen, deren Kurse vergleichsweise wenig Abwärtspotenzial haben, oder etwas Liquidität zurückhalten, um bei einem deutlichen Rückgang der Kurse in den kommenden Monaten nachkaufen zu können.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Federal Reserve angesichts der Teuerung von 3,4 Prozent an ihrem Kurs festhält oder dem politischen Druck aus dem Weissen Haus nachgibt.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.ch

Weitere Links:


Bildquelle: conrado / Shutterstock.com,Drew Angerer/Getty Images,Win McNamee/Getty Images
In eigener Sache

Trading Signals: Beiersdorf - Underperformer in Lauerstellung

Der Konsumgüterkonzern hat mit Problemen bei seiner Kernmarke Nivea zu kämpfen. An der Börse keimte zuletzt die Hoffnung auf Besserung, die Beiersdorf-Aktie klopft an einem markanten Widerstand an.

Weiterlesen!
Eintrag hinzufügen

Erfolgreich hinzugefügt!. Zu Portfolio/Watchlist wechseln.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Kein Portfolio vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen des neuen Portfolios angeben. Keine Watchlisten vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen der neuen Watchlist angeben.

CHF
Hinzufügen

ETF-Sparplan boom in der Schweiz – Worauf sollten Anleger achten?

ETF-Sparpläne gewinnen in der Schweiz stark an Bedeutung. Immer mehr Anlegerinnen und Anleger investieren regelmässig in ETFs und nutzen Sparpläne für den langfristigen Vermögensaufbau.

Im Gespräch mit Timo Hegnauer (neon) und Nima Pouyan (Amundi) geht es darum, warum ETF-Sparpläne in der Schweiz aktuell so stark wachsen, welche ETFs besonders häufig bespart werden und worauf man bei Gebühren, Diversifikation, Produktauswahl und Handelskosten achten sollten.

ETF-Sparplan boom in der Schweiz – Worauf sollten Anleger achten?

Mini-Futures auf SMI

Typ Stop-Loss Hebel Symbol
Short 16’716.21 6.24 S2BZ5U
SMI-Kurs: 14’391.31 16.10.2026 17:31:41
Long 13’050.05 10.11 SE2BZU
Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: https://keyinvest-ch.ubs.com