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Wegen Risiken 16.05.2022 16:04:00

Ryanair-Aktie verliert: Ryanair verkündet keine Prognose für 2022

Ryanair-Aktie verliert: Ryanair verkündet keine Prognose für 2022

Europas grösste Billigfluggesellschaft Ryanair bleibt für das laufende Jahr vorsichtig.

Es gebe für den Sommer zwar starke Buchungen, aber die Erholung könne bei negativen Nachrichten auch schnell wieder zusammenbrechen, sagte der Chef der Airline-Gruppe Ryanair, Michael O'Leary, am Montag nach Vorlage der Zahlen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22. Man habe dies bereits mit der Omikron-Variante des Coronavirus und mit der russischen Invasion in die Ukraine erlebt. Eine Prognose für das laufende Jahr traut sich das Unternehmen weiter nicht zu, hofft aber auf schwarze Zahlen.

Am Finanzmarkt kommen die Nachrichten schlecht an. Die Ryanair-Aktie verlor an der Börse in Dublin am Vormittag vorübergehend fast sieben Prozent an Wert. Zeitweise verliert die Ryanair-Aktie im Dubliner Börsenhandel am Nachmittag 2,17 Prozent auf 13,33 Euro.

Der um Sondereffekte bereinigte Nettoverlust von Ryanair für das Geschäftsjahr 2021/22 schrumpfte von gut einer Milliarde Euro im Vorjahr auf 355 Millionen Euro. Der tatsächliche Verlust fiel mit rund 241 Millionen Euro noch etwas geringer aus. Der Umsatz verdreifachte sich fast auf 4,8 Milliarden Euro bei 97,1 Millionen Passagieren.

Ryanair erwartet einen starken Sommer, da die Reisebeschränkungen aufgehoben seien und dies die Menschen ermutige, wieder zu fliegen. Die Preise dürften in der Hochsaison etwas über dem Niveau von 2019 liegen, auch wenn es im laufenden Quartal Preissenkungen brauche, um die Nachfrage anzukurbeln.

Die irische Fluggesellschaft bekräftigte ihr Ziel, im neuen Geschäftsjahr 165 Millionen Passagiere zu befördern. Im Vorkrisenjahr 2019 zählte das Unternehmen 149 Millionen Fluggäste. Vorstandschef O'Leary hatte Ende März noch gesagt, er strebe einen Gewinn von mindestens einer Milliarde Euro an. Jetzt hiess es lediglich, das Unternehmen hoffe auf einen annehmbaren Gewinn.

In einem TV-Interview mit CNBC kritisierte der Ryanair-Chef am Montag den Hauptlieferanten Boeing scharf. "Boeing braucht einen Neustart im Management." Man sei sehr enttäuscht über die vergangenen zwölf Monate mit späten Auslieferungen und habe zudem von den Amerikanern nichts mehr zu der Langversion Boeing 737-Max-10 gehört. Hier waren entsprechende Verhandlungen im September vergangenen Jahres abgebrochen worden. Bislang ist der Typ nicht für den Luftverkehr zugelassen.

Die Boeing 737 ist in verschiedenen Versionen der Standard-Jet der Iren, die nach Boeing-Angaben grösster Kunde in Europa sind. Für den Sommer stammen von 505 Jets ihrer Flotte nur 29 bei der Tochter Lauda vom Konkurrenten Airbus . Von der leicht modifizierten 737-Max hat Ryanair 210 Exemplare bestellt.

DUBLIN (awp international)


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