| SEF 2026 |
04.06.2026 18:26:07
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Roche-Aktie gesucht: VRP wirft USA "Erpressung" vor - PCR-Test für seltenes Ebola-Virus entwickelt
Der Protektionismus macht dem Pharmakonzerns Roche zunehmend Sorgen.
Die USA und China setzten ihre Marktgrösse dafür ein, dass die Wertschöpfung im eigenen Land stattfinde. "Das wirft unsere Strukturen völlig durcheinander", so Schwan.
Roche habe in der Vergangenheit dort geforscht, wo das Unternehmen die besten Forscher gefunden hat, oder dort produziert, wo die Produkte am besten hergestellt werden konnten. "Wenn die USA und China nun von uns verlangen, dass wir dies vor Ort machen müssen, dann hat das grosse Auswirkungen auf unsere globalen Netzwerke." Der Prozess dazu sei "in vollem Gange".
"Recht des Stärkeren"
Bereits im Dezember 2025 hatten Roche und Novartis nebst anderen globalen Pharmariesen mit der US-Regierung eine Einigung erzielt. Diese verpflichtet etwa die Roche-Tochter Genentech dazu, auf gewisse Produkte die Preise zu senken. Zudem kündigte Roche Investitionen von rund 50 Milliarden US-Dollar in den USA an. Im Gegenzug wurde eine Befreiung von Zöllen auf Pharmaprodukte in den USA für drei Jahre in Aussicht gestellt.
Diese Vereinbarung sei kein eigentlicher Deal, sondern erinnere vielmehr an Erpressung, sagte Schwan. "Das Recht des Stärkeren hat sich durchgesetzt." Immerhin habe die Branche in vorgängigen Gesprächen, einen weitaus schlechteren Deal abwenden können. "Die ursprünglichen Ankündigungen der US-Regierung wären nicht nur für uns, sondern etwa auch für US-Hersteller und das US-Gesundheitswesen katastrophal gewesen."
Als Antwort auf die Zoll-Bedrohung aus den USA habe Roche so gehandelt, wie viele Firmen anderer Branchen auch, so Schwan. "Kurzfristig haben wir die Produktion gesteigert und unsere Produkte in grösserem Umfang in die USA exportiert. Auf die lange Sicht müssen wir nun unsere Lieferketten neu arrangieren und uns in den grossen Märkten unabhängiger von der Politik machen." Das gehe zulasten anderer Länder, auch zulasten der Schweiz.
Roche entwickelt PCR-Test für seltenes Ebola-Virus
Roche hat innerhalb von sechs Tagen einen Test zur Erkennung des seltenen Bundibugyo-Virus entwickelt, einer Variante des Ebola-Erregers. Der Test wurde von der Roche-Tochter TIB Molbiol entwickelt und richtet sich an Laboratorien, die rasch Testkapazitäten aufbauen müssen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Hintergrund ist ein laufender Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda, den die Weltgesundheitsorganisation am 17. Mai 2026 zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt hat.
An der SIX schloss die Roche-Aktie 4,17 Prozent höher bei 324,60 Franken.
mk/rw
Interlaken (awp)
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