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Richemont Aktie 21048333 / CH0210483332

Umsatzplus 15.07.2026 17:51:06

Richemont-Aktie haussiert: Erwartungen mit starkem Quartalswachstum übertroffen

Richemont-Aktie haussiert: Erwartungen mit starkem Quartalswachstum übertroffen

Dem Luxusgüterkonzern Richemont ist ein Traumstart in das im April angelaufene Geschäftsjahr 2026/27 geglückt.

Weder der Kriegsausbruch im Nahen Osten noch die vielerorts gedämpfte Stimmung unter Konsumentinnen und Konsumenten konnten den Genfer Konzern stoppen. Vor allem das Schmuckgeschäft mit Cartier und Van Cleef & Arpels gewinnt weiter an Grösse.

Von April bis Juni 2026 wuchs der Gruppenumsatz von Richemont um Währungseffekte bereinigt um 20 Prozent, wie der Konzern am Mittwoch bekanntgab. Damit hatten im Vorfeld selbst die optimistischsten Analysten nicht gerechnet. Die Wachstumsprognosen der von AWP befragten Experten reichten von 8 bis gut 15 Prozent. Sie wurden vor allem vom guten Abschneiden der Schmucksparte auf dem falschen Fuss erwischt.

Angaben zu den Ergebnissen machte der Konzern zum ersten Quartal wie üblich nicht. Und auch was Prognosen angeht, hielt sich das Management um Verwaltungsratspräsident Johann Rupert erneut bedeckt.

Verkaufsschlager Schmuck

Mit teuren und innovativen Schmuckstücken gelang Richemont im Startquartal ein Wachstumssprung von bereinigt 24 Prozent. Das sei das siebte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum gewesen, hiess es. Die Sparte, zu der nebst den beiden grossen Maisons auch die kleineren italienischen Hersteller Buccellati und Vhernier zählen, steuerte rund drei Viertel zum Konzernumsatz von 6,33 Milliarden Euro bei.

Doch nicht nur mit Schmuck wusste Richemont zu überzeugen, auch die kleinere Uhrensparte mit bekannten Marken wie IWC, Piaget oder Jaeger LeCoultre trug zur guten Entwicklung bei. Zwar bewegte sich das Wachstum mit Uhren im Berichtsquartal mit 8 Prozent auf einem tieferen Niveau. Im vergangenen Jahr hatte Richemont in diesem Geschäft allerdings noch sinkende Verkaufszahlen verbucht.

US-Wachstum hält an

Im Grossraum China, der auch die für Luxus-Shopping bekannten Metropolen Hongkong und Macau umfasst, blieben die Uhrenverkäufe jedoch weiter unter Druck, wie es hiess. Demgegenüber habe sich dort die Nachfrage nach Schmuck sehr gut entwickelt. Mit zusätzlichem Rückenwind etwa aus Südkorea oder Taiwan kletterte der Umsatz in der Region Asien Pazifik um 21 Prozent in die Höhe.

Gar um 36 Prozent legte das Geschäft in der eigenständig geführten Marktregion Japan zu. Richemont führte dies auch auf die tiefe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr zurück. In den USA surft die Gruppe derweil weiterhin auf einer Wachstumswelle: Die Verkäufe in der Region Amerika stiegen um 27 Prozent. Zudem gaben US-Touristen viel Geld für Luxuskäufe auch auf Reisen durch Europa aus, wo Richemont mit 11 Prozent wuchs.

Einigermassen gut hat sich der Konzern auch in der Region Naher Osten & Afrika geschlagen. Trotz der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran und den damit verbundenen Folgen für Ferien- und Shopping-Destinationen wie Dubai wuchs Richemont in dieser Region um 3 Prozent. Dabei habe die "robuste" lokale Nachfrage den Rückgang der Verkaufszahlen mit Touristinnen und Touristen mehr als kompensiert, so Richemont.

Richemont-Aktie beflügelt

Für die Richemont-Aktie ging es im SIX-Handel letztltich um deutliche 6,68 Prozent auf 195,60 Franken nach oben. Bei 196,95 Franken erreichten sie sogar ein Allzeithoch.

Richemont löst mit den Zahlen zur Umsatzentwicklung in den Monaten April bis Juni unter den Analysten Begeisterung aus. Richemont habe sogar die optimistischsten Erwartungen klar übertroffen, heisst es etwa bei der UBS. In Lokalwährungen gerechnet stiegen die Verkäufe des Konzerns um 20 Prozent, die Analystengemeinde hatte im Durchschnitt (AWP-Konsens) hingegen "nur" mit einem Zuwachs von 11,5 Prozent gerechnet.

Der Luxusgüterkonzern habe mit den Umsatzzahlen die Marktvorgaben auf breiter Front klar übertroffen, schreibt auch der zuständige Bernstein-Experte. Vor allem das Schmuckgeschäft sei mit einem bereinigten Wachstum von 24 Prozent deutlich stärker als erwartet gewachsen. Doch auch die Uhrenmarken hätten sich mit Ausnahme in Grosschina gut entwickelt.

Ähnlich klingt es bei der ZKB: Die Umsätze von Richemont hätten sich entgegen aller Konsumbedenken brillant entwickelt. Dabei sei der Shift zu Markenschmuck mit ikonischen Kollektionen wie "Love" und "Panthère" von Cartier oder "Alhambra" und "Perlée" von Van Cleef & Arpels ein zentraler Wachstumstreiber für die Gruppe. Positiv ins Gewicht fielen laut Analyst Gian Marco Werro auch neue Produktlinien sowie die Renovierung von Boutiquen.

Richemont habe im ersten Quartal ein "stratosphärisches" Umsatzwachstum erzielt und bewege sich damit in der Luxusgüterbranche in einer eigenen Liga, hält Manuel Lang von der Bank Vontobel fest. Besonders stark habe sich das Geschäft in Amerika sowie jenes in Japan entwickelt, dort allerdings von einem niedrigen Vorjahresniveau aus. Ein Wermutstropfen sei allerdings der Umsatzrückgang mit Uhren in Grosschina (China, Hongkong, Macau).

Kurzfristig bleibe das Marktumfeld für Richemont zudem nach wie vor mit Risiken behaftet, warnt ZKB-Analyst Werro. Mit der Sorge vor steigenden Benzin- und Flugticketpreisen bleibe der Inflationsdruck hoch und die Konsumentenstimmung könne sich als Folge davon eintrüben. Das belaste das Geschäft mit Schmuck und Uhren.

mk/ls

mk/ls

Genf (awp)

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Bildquelle: Keystone,Richemont,keystone
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