HENSOLDT Aktie 56875079 / DE000HAG0005
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21.07.2026 17:59:00
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Rheinmetall, RENK und HENSOLDT legen nach schwachen Tagen zu - Das steckt dahinter
Nach Tagen unter Druck drehen Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und TKMS am Dienstag ins Plus. Was die Erholung trägt und welche Nachrichten davor standen.
- Rüstungsaktien am Dienstag von jüngster Schwäche erholt
- Auslöser der Erholung ist unter anderem ein Bundeswehr-Auftrag vom Montag
- Davor hatten eine BofA-Kurszielsenkung und der F126-Verlust den Sektor belastet
Nach mehreren schwächeren Handelstagen drehten die Aktien der vier grossen deutschen Rüstungswerte am Dienstag ins Plus: Rheinmetall notierte letztlich 0,56 Prozent fester bei 995,80 Euro. RENK und HENSOLDT legten derweil 0,82 Prozent auf 44,38 Euro bzw. 1,04 Prozent auf 75,98 Euro zu. TKMS gewann unterdessen 2,01 Prozent auf 81,10 Euro.
Die Erholung folgt auf eine Phase, in der ein gesenktes Kursziel der Bank of America und der überraschende Verlust eines Grossauftrags die Stimmung im Sektor gedrückt hatten.
Am Montag hatte Rheinmetall zusätzlich einen neuen Millionenauftrag der Bundeswehr vermeldet, der nun mit etwas Verzögerung offenbar auch beim Kurs ankommt. Wie nachhaltig die Gegenbewegung ist, dürfte sich erst an den kommenden Quartalszahlen der vier Werte zeigen.
Neuer Bundeswehr-Auftrag für Rheinmetall
Rheinmetall vermeldete am Montag einen weiteren Abruf aus dem milliardenschweren D-LBO-Rahmenprogramm der Bundeswehr zur Digitalisierung Landbasierter Operationen. Auftragnehmerin ist die ARGE IT-Systemintegration aus Rheinmetall Electronics und dem Partner blackned, das Volumen des Abrufs liegt bei 100 Millionen Euro. Laut Unternehmensangaben umfasst er unter anderem 5.000 Adapterplattensätze und 11.000 robuste Pin Pads, mit denen IT- und Funkgeräte in Fahrzeuge der Bundeswehr integriert werden. Zusätzlich stellt die ARGE zehn weitere Serienintegrationsteams für den Zeitraum vom vierten Quartal 2027 bis zum vierten Quartal 2028 bereit. Rheinmetall selbst ordnet den Abruf als Fortführung des Grossprogramms ein, nicht als eigenständigen neuen Meilenstein. Am Montag selbst reichte die Meldung nicht, um den Kurs gegen den Sektortrend zu drehen. Scheinbar wussten Anleger die Nachricht noch nicht recht einzuordnen.
Analystenkommentar drückt aufs Sentiment
Die Zurückhaltung der vergangenen Handelstage hatte vor allem mit einer Kurszielsenkung der Bank of America vom Freitag zu tun. Analyst Benjamin Heelan strich das Kursziel für Rheinmetall von 1.770 auf 1.300 Euro zusammen, beliess die Einstufung aber bei Kaufen. Begründet wurde der Schritt mit einem strukturellen Wandel der Kriegsführung hin zu Drohnen und Präzisionswaffen, der die langfristigen Erwartungen an das klassische Munitionsgeschäft dämpft und laut Heelan auch die Investitionsplanung der NATO-Mitgliedstaaten umlenken dürfte.
Bereits Anfang Juli hatte JPMorgan-Analyst David Perry auf das zunehmende Tempo dieses technologischen Wandels hingewiesen und Unsicherheit wegen des Gewichts der Sparten Munition und Militärfahrzeuge am Rheinmetall-Umsatz betont. Seit Jahresbeginn steht bei der Rheinmetall-Aktie weiterhin ein Verlust von über 30 Prozent zu Buche, den auch die jüngste Gegenbewegung bislang nur teilweise ausgeglichen hat.
Fregattenwechsel als Belastungsfaktor
Der eigentliche Belastungsfaktor für den Sektor reicht weiter zurück: Ende Juni vergab die Bundeswehr das Fregattenprogramm F126 überraschend an TKMS statt an Rheinmetall. Nach Einschätzung von mwb-Research-Analyst Jens-Peter Rieck kostete das Rheinmetall ausgerechnet jenes Argument, mit dem die Übernahme des Schiffsbauers Naval Vessels Lürssen begründet worden war. Rieck strich daraufhin seine eigene Kaufempfehlung für Rheinmetall. Nach dem NATO-Gipfel Anfang Juli stufte mwb research zudem gleich mehrere Rüstungswerte herab, darunter neben Rheinmetall auch HENSOLDT. Diese beiden Ereignisse gelten als Hauptgrund für die Talfahrt der vergangenen Wochen, aus der sich der Sektor am Dienstag nun zu lösen versucht.
Worauf Anleger achten sollten
Der nächste Test für die aktuelle Erholung sind die Quartalszahlen: HENSOLDT berichtet am 31. Juli, Rheinmetall und RENK folgen am 6. August. Erst dann dürfte sich zeigen, ob die Gegenbewegung vom Dienstag der Beginn einer nachhaltigeren Stabilisierung ist oder nur eine kurze Verschnaufpause in einer weiterhin nervösen Branche.
Benedict Kurschat, Julia Walter, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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