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14.05.2026 19:08:00
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Rekordgewinn bei SoftBank trifft auf Sorgen um OpenAI-Abhängigkeit - Aktie fällt
Trotz eines Gewinnsprungs gerät die Aktie der SoftBank Group unter Druck. Anleger sorgen sich über die hohe Abhängigkeit des Konzerns von OpenAI und die aggressive Finanzierung der KI-Offensive.
• Hohe Schulden zur Finanzierung der KI-Offensive
• Anleger zweifeln an OpenAI-Abhängigkeit und Marktführerschaft
Die japanische SoftBank erlebte am Donnerstag einen turbulenten Handelstag an der Tokioter Börse. Obwohl das Unternehmen beeindruckende Zahlen für das vierte Quartal vorlegte, überwogen bei den Anlegern die Sorgen über die massiven Abhängigkeiten vom KI-Spezialisten OpenAI. Die Aktie rutschte an der Börse in Tokio kräftig ab und verlor schlussendlich 4,03 Prozent auf 5.770 JPY.
Starker Gewinnsprung durch KI-Bewertung
Im abgelaufenen Quartal, das am 31. März endete, konnte SoftBank einen Nettogewinn von 1,829 Billionen Yen (ca. 11,61 Milliarden US-Dollar) verbuchen. Dieser Wert übertraf die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit lediglich 295,2 Milliarden Yen gerechnet hatten, um ein Vielfaches. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem ein Gewinn von 517,18 Milliarden Yen erzielt wurde, entspricht dies mehr als einer Verdreifachung. Der immense Zuwachs ist jedoch primär auf die Neubewertung der Beteiligung an OpenAI zurückzuführen. Der Wert dieses Investments stieg bis Ende März auf 79,6 Milliarden US-Dollar, was einem kumulierten Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar gegenüber dem ursprünglichen Einsatz entspricht.
Finanzielle Risiken und strategische Neuausrichtung
Trotz der buchhalterischen Erfolge blicken Investoren skeptisch auf die Finanzierungsstruktur dieses Engagements. SoftBank hat zur Finanzierung seiner OpenAI-Beteiligung hohe Schulden aufgenommen, darunter einen Brückenkredit über 40 Milliarden US-Dollar, von dem noch 17,5 Milliarden US-Dollar ausstehen. Insgesamt flossen im Geschäftsjahr 2025 rund 30 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-Entwickler. Um diese Summen aufzubringen, trennte sich der Konzern unter anderem von Anteilen an NVIDIA und nutzte Kredite, die durch Beteiligungen am Chipdesigner Arm sowie der Mobilfunksparte SoftBank Corp. besichert sind. Diese aggressive Strategie führte dazu, dass S&P Global Ratings den Ausblick für SoftBank bereits im März herabstufte, da eine Verschlechterung der Asset-Liquidität und der Portfolioqualität befürchtet wird.
Unsicherheiten im KI-Sektor nehmen zu
Zusätzlich zur hohen Verschuldung belasten Berichte über die Marktposition von OpenAI die Stimmung. Während das Startup im März noch mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet wurde, gibt es vermehrt Zweifel an der Marktführerschaft. Konkurrenten wie Anthropic oder Google haben zuletzt Modelle veröffentlicht, die als ebenbürtig oder überlegen gelten. Zudem geriet das Governance-Modell von OpenAI in die Kritik, insbesondere angesichts geplanter Investitionen von rund 600 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren durch CEO Sam Altman. SoftBank-Chef Masayoshi Son zeigt sich indes weiterhin optimistisch und sieht in dem radikalen Fokus auf OpenAI die konsequente Umsetzung seiner KI-Vision.
Strategische Gratwanderung für Anleger
Für Investoren stellt die aktuelle Situation bei SoftBank ein klassisches Szenario zwischen hohem Ertragspotenzial und signifikanten Klumpenrisiken dar. Die enorme Diskrepanz zwischen dem hohen Gewinn und dem fallenden Aktienkurs verdeutlicht, dass der Markt die hohe Verschuldung zur Finanzierung der KI-Wette zunehmend kritisch hinterfragt. Da der Erfolg des Konzerns nun massiv an die Bewertung und die Marktführerschaft von OpenAI gekoppelt ist, müssen Anleger mit einer erhöhten Volatilität rechnen, sollte der KI-Pionier seine internen Nutzerziele weiterhin verfehlen oder die Konkurrenz durch und andere Rivalen weiter zunehmen. Das Engagement bleibt somit eine spekulative Wette auf die langfristige Dominanz einer einzigen Technologieplattform, die durch die Herabstufung des Ausblicks durch S&P Global Ratings zusätzlich unter Beobachtung steht.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.ch Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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