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Quanten-KI-Modelle 15.04.2026 22:06:00

Quantencomputing vor dem Durchbruch? Warum NVIDIA die Aktien von D-Wave, Rigetti & Co. beflügelt

Quantencomputing vor dem Durchbruch? Warum NVIDIA die Aktien von D-Wave, Rigetti & Co. beflügelt

NVIDIA macht offenbar Fortschritte dabei, künstliche Intelligenz, GPUs und Quantenprozessoren zu einer gemeinsamen Infrastruktur der nächsten Rechnergeneration zu kombinieren.

• NVIDIA stellt Quanten-KI-Modelle vor
• Jensen Huang: KI unerlässlich, um Quantencomputing praktisch nutzbar zu machen
• Quantencomputing-Titel reagieren mit Kurssprüngen

Der KI-Platzhirsch NVIDIA hat am Dienstag mit der Modellfamilie "Ising" erstmals offene KI-Modelle vorgestellt, die speziell für den Einsatz im Quantencomputing entwickelt wurden. Die spezialisierten KI-Modelle sollen laut Pressemitteilung zentrale technische Engpässe moderner Quantenhardware adressieren - insbesondere die Kalibrierung von Qubits und die Fehlerkorrektur, zwei der grössten Hürden auf dem Weg zu praktisch nutzbaren Quantenrechnern. Nach Angaben des Unternehmens soll "Ising" "die weltweit besten KI-basierten Kalibrierungsfunktionen für Quantenprozessoren" bieten und Quantenfehlerkorrektur-Decodierung bis zu 2,5-mal schneller und bis zu dreimal präziser durchführen als herkömmliche Verfahren. Die Modelle wurden dabei als Open-Source-Werkzeuge veröffentlicht, um Forschungseinrichtungen, Hardwareherstellern und Unternehmen eine gemeinsame Entwicklungsbasis zu geben.

"KI ist unerlässlich, um Quantencomputing praktisch nutzbar zu machen", wird NVIDIA-CEO Jensen Huang in der Pressemitteilung zitiert. "Mit Ising wird KI zur Steuerungsebene - zum Betriebssystem von Quantenmaschinen - und verwandelt fragile Qubits in skalierbare und zuverlässige Quanten-GPU-Systeme", so der Unternehmenschef weiter.

So reagieren die Aktien von NVIDIA und Quantencomputing-Firmen

Die Veröffentlichung von NVIDIA hatte am Dienstag unmittelbare Wirkung auf den Kapitalmarkt. Während die NVIDIA-Aktie an der NASDAQ letztlich um 3,8 Prozent auf 196,51 US-Dollar zulegte, reagierten die Anteilsscheine spezialisierter Quantum-Unternehmen deutlich stärker. So verzeichneten die Aktien von D-Wave Quantum im Dienstagshandel an der NYSE letztlich Gewinn in Höhe von 15,84 Prozent auf 16,97 US-Dollar, während IonQ-Aktien um 20,16 Prozent auf 35,76 US-Dollar stiegen. Papiere von Rigetti Computing schlossen an der NASDAQ um 11,5 Prozent stärker bei 16,87 US-Dollar. Auch im US-Handel am Mittwoch legten die Quantenaktien weiter zu: D-Wave gewann 22,51 Prozent auf 20,79 US-Dollar, IonQ zog um 20,92 Prozent auf 43,24 US-Dollar an. Auch Rigetti stieg um 13,28 Prozent auf 19,11 US_Dollar.

Diese asymmetrische Marktreaktion folgt einer bekannten Logik: Während NVIDIA als etablierter Plattformanbieter bereits stark bewertet ist und in mehreren Zukunftsmärkten gleichzeitig aktiv bleibt, gelten reine Quantum-Hardwareunternehmen als hochspekulative Hebel auf den langfristigen Erfolg der Technologie. Jede Nachricht, die den Eindruck vermittelt, dass praktische Anwendungen näher rücken könnten, wirkt daher überproportional auf deren Bewertung. Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Wenn ein dominanter KI-Infrastrukturkonzern wie NVIDIA öffentlich Ressourcen in Quantum-Software investiert, wird das als Validierung des gesamten Sektors verstanden.

Kein Durchbruch - aber ein Beschleuniger

Trotz der starken Kursreaktionen bei den Quantencomputing-Titeln bleibt festzuhalten, dass "Ising" keinen unmittelbaren technologischen Durchbruch im Sinne eines marktreifen Quantencomputers darstellt. Vielmehr handelt es sich um ein Infrastruktur-Werkzeug, das Forschung und Entwicklung beschleunigen soll. Experten betonen, dass praktische Anwendungen in Bereichen wie Medikamentenentwicklung, Materialsimulation oder Energieoptimierung weiterhin Jahre entfernt sind. Gleichzeitig gilt KI als entscheidender Faktor, um heutige experimentelle Systeme überhaupt erst in Richtung Skalierbarkeit zu entwickeln.

Doch gerade deshalb ist die Veröffentlichung auch strategisch bedeutsam. Denn sie zeigt, dass sich die nächste Phase des Wettbewerbs im Quantum-Computing nicht nur auf Hardware konzentrieren wird, sondern zunehmend auf Software-Ökosysteme und hybride Architekturen.

Carolin Ludwig, Svenja Polonyi, Redaktion finanzen.ch

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