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American Airlines Aktie 22053992 / US02376R1023

Reisetitel unter Druck 09.03.2026 17:51:00

Preissprung bei Öl sorgt für kräftige Abgaben bei Aktien von Lufthansa, TUI und US-Airline-Aktien

Preissprung bei Öl sorgt für kräftige Abgaben bei Aktien von Lufthansa, TUI und US-Airline-Aktien

Die neue Handelswoche beginnt für Anleger im Reisesektor mit einer kalten Dusche. Aktien der Branche geraten kräftig unter Druck.

• Ölpreis über 100 US-Dollar belastet Reisebranche
• Aktien von Lufthansa und TUI verlieren deutlich
• Anleger fürchten höhere Kosten und schwächere Nachfrage

Während die Ölkonzerne von der Eskalation im Nahen Osten profitieren, erlebten die Aktien der Lufthansa und des Reisekonzerns TUI einen Kursrutsch. Lufthansa-Titel brachen auf XETRA um 6,38 Prozent auf 7,60 Euro ein, TUI-Titel verloren daneben 4,43 Prozent auf 6,90 Euro.

Die Kombination aus explodierenden Kerosinkosten und massiven Flugstreichungen lastete schwer auf den Kursen.

Der Ölpreisschock trifft die Kostenbasis

Haupttreiber für den Einbruch ist der kräftige Anstieg der Rohölpreise. WTI wurde am Morgen bei 104,44 US-Dollar je Barell gehandelt, für die Sorte Brent ging es zuletzt auf 109,38 US-Dollar nach oben, im frühen Handel waren aber sogar Preise von über 115 US-Dollar aufgerufen worden. Damit rückt die Treibstoffrechnung wieder in das Zentrum der Sorgen. Für die Lufthansa, die zwar einen Teil ihres Bedarfs über Hedging-Geschäfte abgesichert hat, bedeutet dieser sprunghafte Anstieg dennoch eine massive Belastung der operativen Marge. Investoren fürchten, dass die Airline die höheren Kosten in einem inflationären Umfeld nicht schnell genug über die Ticketpreise an die Kunden weitergeben kann, was die erst kürzlich präsentierten Gewinnprognosen für 2026 ins Wanken bringen könnte

Operatives Chaos durch Luftraumsperrungen

Neben der Kostenseite bereitet das operative Geschäft in der Krisenregion Kopfzerbrechen. Da wichtige Luftverkehrsknotenpunkte im Nahen Osten teilweise geschlossen sind oder nur eingeschränkt angeflogen werden können, muss die Lufthansa zahlreiche Verbindungen streichen oder auf teure Umwege umleiten. Das Risiko gestrandeter Passagiere und die Kosten für Umbuchungen drücken die Stimmung der Marktteilnehmer darüber hinaus ebenfalls.

Lufthansa-Konzern verlängert Flugstopp nach Nahost

Wegen des Iran-Kriegs fliegt der Lufthansa-Konzern weiterhin nicht zu bestimmten Zielen in der Region. Die verschiedenen Airlines der Gruppe setzen die Flüge nach Dammam, Dubai und Abu Dhabi bis einschliesslich Sonntag (15. März) aus, wie das Unternehmen mitteilte. Die Verbindungen nach Tel Aviv bleiben bis einschliesslich Grün-Donnerstag (2. April) eingestellt.

Schon in der vergangenen Woche war festgelegt worden, dass Amman und Erbil bis einschliesslich 15. März nicht angeflogen werden. Beirut-Flüge sind bis einschliesslich 28. März gestrichen und Teheran bis einschliesslich 30. April.

Die Flughäfen in Riad, Jeddah und Larnaca auf Zypern werden planmässig bedient. Lufthansa schickt zudem Chartermaschinen im Auftrag von Reiseveranstaltern und für die Bundesregierung. Hier ist ein weiterer Flug von Maskat im Oman geplant, der am Dienstagmorgen in Frankfurt landen soll.

TUI leidet unter der schwindenden Reiselust

Auch beim Touristikkonzern TUI schlagen die geopolitischen Spannungen voll durch, da Anleger eine generelle Zurückhaltung der Konsumenten befürchten. Der Nahe Osten ist für TUI ein wichtiges Winter- und Frühjahrsziel, insbesondere mit Blick auf Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Unsicherheit über die Sicherheit der Flugrouten und die Angst vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts lassen die Buchungszahlen für diese Regionen einbrechen. Zudem belastet der starke Ölpreis auch hier die Margen der eigenen Ferienflieger und Kreuzfahrtschiffe, was die Hoffnung auf ein starkes operatives Jahr 2026 dämpft.

Bernstein hebt Lufthansa-Ziel auf 9,20 Euro - 'Market-Perform'

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Lufthansa von 7,75 auf 9,20 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Market-Perform" belassen. Unter den europäischen Fluggesellschaften erschienen Ryanair und IAG sowie dahinter Lufthansa und easyJet am besten positioniert, um den Widrigkeiten durch den Iran-Krieg zu trotzen, schrieb Alex Irving am Montag in seiner Brancheneinschätzung. Am stärksten belastet sieht er Air France-KLM sowie Wizz Air. Im Zuge gesenkter Gewinnschätzungen (EPS) kappte Irving seine Kursziele. Die Anhebung bei der Lufthansa begründete er mit den jüngst veröffentlichten Jahreszahlen sowie dem weiter in die Zukunft verschobenen Bewertungszeitraum.

Lufthansa verlängert Aussetzung einiger Flüge in den Nahen Osten

Die Lufthansa Group hat die Aussetzung von Flügen von und nach Dubai und Abu Dhabi sowie nach Dammam in Saudi-Arabien aufgrund der Krise im Nahen Osten um fünf Tage bis zum 15. März verlängert. Tel Aviv in Israel werde nun bis einschliesslich 2. April nicht angeflogen, teilte der Airline-Konzern mit. Zuletzt galt die Aussetzung bis zum 22. März.

Bereits Ende verganener Woche hatte die Lufthansa Group mitgeteilt, dass ihre Fluggesellschaften Flüge von und nach Amman und Erbil bis einschliesslich 15. März aussetzen, Flüge von und nach Beirut bis einschliesslich 28. März und Flüge von und nach Teheran bis einschliesslich 30. April.

Swiss verlängert Flugstopp nach Dubai und Tel Aviv

Die Fluggesellschaft Swiss verlängert aus Sicherheitsgründen ihren Flugstopp in den Nahen und Mittleren Osten: Nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten fliegt sie bis und mit 15. März nicht, und die israelische Metropole Tel Aviv steuert sie bis einschliesslich 2. April nicht an.

Der Grund für die Flugplanänderungen ist die angespannte Lage in und um den Iran nach den israelisch-US-amerikanischen Angriffen auf das Land und die iranischen Gegenangriffe auf die Golfstaaten, darunter die Emirate, und auf Israel.

Für die Swiss stehe die Sicherheit ihrer Besatzungen und Passagiere jederzeit an erster Stelle, betonte die Fluggesellschaft in einer Mitteilung vom Montag. Vor diesem Hintergrund habe sie entschieden, die Verbindungen vorerst weiterhin nicht durchzuführen.

Die Swiss beobachtet die Lage demnach weiterhin aufmerksam und prüft sie laufend gemeinsam mit den zuständigen Behörden in der Schweiz und vor Ort sowie in Abstimmung mit der Lufthansa Group. Sobald es die Sicherheitslage zulasse, würden die Flüge wieder aufgenommen, hiess es.

Betroffene Fluggäste können laut Swiss kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück.

Auch US-Airline-Aktien unter Druck

Auch Aktien von US-Airlines ergeben sich am Montag dem Abwärtsdruck am Markt. Titel von American Airlines verlieren an der NASDAQ 2,82 Prozent auf 10,87 US-Dollar, United Airlines verlieren daneben 2,01 Prozent auf 90,22 US-Dollar, während Delta daneben an der NYSE 0,31 Prozent auf 58,78 US-Dollar einbüssen und Southwest Airlines 0,84 Prozent tiefer notieren bei 41,14 US-Dollar.

Redaktion finanzen.ch / DOW JONES / awp International / sda

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Bildquelle: TUI,DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images,360b / Shutterstock.com,Robert Sarosiek / Shutterstock.com
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