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Erfolgsjahr 14.01.2022 17:49:00

Partners Group-Aktie schliesst schwächer: Partners Group steigert verwaltete Vermögen deutlich - Verkauf von Voyage Care

Partners Group-Aktie schliesst schwächer: Partners Group steigert verwaltete Vermögen deutlich - Verkauf von Voyage Care

Partners Group hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Der Asset Manager steigerte die verwalteten Vermögen, investierte eine Rekordsumme und veräusserte zahlreiche Anlagen gewinnbringend.

Die sogenannten Kapitalzusagen von Kunden beliefen sich 2021 auf 25 Milliarden US-Dollar - nach 16 Milliarden im Vorjahr, wie der Zuger Asset Manager am Donnerstagabend mitteilte. Das war mehr als Analysten erwartet hatten und auch mehr als das Unternehmen selbst in Aussicht gestellt hatte.

Damit erreichten die verwalteten Vermögen der Gesellschaft Ende Jahr 127 Milliarden nach 119 Milliarden Ende Juni. Im Vergleich zum Stand Ende 2020 betrug das Wachstum 17 Prozent. Partners Group plant im Durchschnitt mit einem Wachstum von 10 Prozent im Jahr.

Rekordsumme von 32 Mrd investiert

2021 sei für Partners Group in allen Belangen ein erfolgreiches Jahr gewesen, sagte Unternehmenschef David Layton am Donnerstagabend an einer Telefonkonferenz mit Analysten. Neben dem starken Zufluss an Neugeldern sei etwa eine Rekordsumme von 32 Milliarden Dollar in Unternehmen und Anlagen investiert worden - verglichen mit einem Betrag von 10 Milliarden 2020 und 17 Milliarden im Vorcoronajahr 2019.

Partners Group hält laufend Ausschau nach Wirtschaftssektoren, bei denen der Vermögensverwalter glaubt, dass sie von transformierenden Trends profitieren und daher überdurchschnittlich wachsen werden. Dabei geht es grob um die drei Themenbereiche Digitalisierung und Automatisierung, "Neues Wohnen" sowie Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit, wie Layton ausführte.

2021 kaufte die Gesellschaft zum Beispiel einen isländischen Betreiber von Rechenzentren sowie eine US-Firma, welche in der Gebäudetechnik aktiv und auf Raumluft (Heizung, Lüftung und Klima) spezialisiert ist. Ausserdem investierte sie in einen italienischen Anbieter von drahtlosen Festnetzanschlüssen.

Exits im Wert von 29 Mrd

Am meisten Geld wurde mit einem Anteil von 50 Prozent in den USA ausgegeben, 41 Prozent in Europa und 9 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum und im Rest der Welt. Die Investitionen sowie zu einem geringeren Mass auch das Fundraising wurden dabei auch durch das Nachholen von Aktivitäten unterstützt, die im Jahr 2020 wegen des Ausbruchs der Coronapandemie verschoben werden mussten, wie es vom Management hiess. Eine "positive Markdynamik" habe 2021 ihr weiteres getan.

Auch hatten sich einige Verkäufe, wie bereits bekannt, wegen Corona von 2020 ins Jahr 2021 verschoben. Wie es am Donnerstag hiess, kam nun noch hinzu, dass einige für 2022 geplante Exits vorgezogen wurden, weil die "Wertschöpfungsziele" bereits erreicht waren. Ausserdem verkaufte Partners Group "eine Reihe grösserer Vermögenswerte". So kam es insgesamt zu Veräusserungen im Wert von 29 Milliarden Dollar - nach 12 Milliarden im Vorjahr.

Zuversichtliche Prognose

Für das angelaufene Geschäftsjahr 2022 rechnet die Gruppe mit einem weiteren Neugeldzufluss und geht von Kapitalzusagen von 22 bis 26 Milliarden Dollar aus. Man sei zuversichtlich, dass man weiterhin nachhaltig und profitabel wachsen könne, hiess es.

Üblicherweise gibt sich das Unternehmen bei der Prognose im Januar zunächst konservativer. Im Sommer wird die Guidance dann oft nochmals erhöht.

Am Neugeldzufluss und den verwalteten Vermögen lassen sich bei Partners Group bereits recht gut Hinweise für das Ergebnis ablesen - also für die Einnahmen (in Form von Managementgebühren und erfolgsabhängigen Erträgen) und den Gewinn (bei einer EBIT-Marge von üblicherweise rund 60 Prozent).

Das Jahresergebnis präsentiert Partners Group am 22. März.

Partners Group verkauft britische Voyage Care

Partners Group und die Private Equity Gesellschaft Duke Street verkaufen den britischen Spezialpflege-Anbieter Voyage Care an den in London ansässigen globalen Infrastruktur-Investmentmanager Wren House.

Details zur Transaktion wurden in einer Mitteilung vom Freitag nicht genannt. Die im Bereich Privatmarkt-Anlagen tätige Partners Group handelt dabei wie immer im Namen ihrer Kunden.

Voyage Care wurde den Angaben zufolge 1988 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Lichfield. Das Unternehmen bietet spezialisierte Pflege und Unterstützung für Menschen mit Lern- und körperlichen Schwierigkeiten, Hirnverletzungen, Autismus und anderen komplexen Bedürfnissen im gesamten Vereinigten Königreich. Das Unternehmen hat mehr als 10'000 Mitarbeiter.

Partners Group und Duke Street hatten Voyage Care 2014 zusammen mit dem Managementteam übernommen.

So reagieren die Partners-Group-Papiere

Die Aktien von Partners Group gaben im Schweizer Handel nach. Am Vorabend hatte der Privatanlagenspezialist erste Eckdaten zum vergangenen Geschäftsjahr kommuniziert. Die Kapitalzusagen lagen selbst über den kühnsten Analystenschätzungen. Bis Handelsende fielen Partners Group um 1,69 Prozent auf 1'365,00 Franken.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Titel des Vermögensverwalters zwar um 45 Prozent verteuert und waren Anfang November gar auf ein Allzeithoch bei 1667 Franken angestiegen. Seither sind sie aber deutlich zurückgekommen: seit Ende 2021 bis zum (gestrigen) Donnerstagabend um 8 Prozent, seit dem Hoch um 17 Prozent.

Die Analysten zeigen sich am Freitag beeindruckt von der jüngsten Entwicklung bei den verwalteten Vermögen. Mit einem Plus von knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hatte schlichtweg niemand gerechnet. Auch mit den zukunftsgerichteten Aussagen kann das Unternehmen punkten. Allerdings decken sich diese mehr oder weniger mit den bisherigen Markterwartungen, wie UBS-Analyst Mate Nemes festhält.

Wie seine Berufskollegin Roberta De Luca von Goldman Sachs schreibt, fallen die ersten Zahlen fürs vergangene Jahr sehr stark aus. Die Analystin revidiert unter anderem ihre Schätzungen für die erfolgsabhängigen Gebühren nach oben. Dadurch erhöht sich das Kursziel auf 1855 von 1810 Franken. Für Analyst Gurjit Kambo von JPMorgan trifft ein starkes 2021 auf ermutigende Aussagen für 2022. Er hebt seine Gewinnschätzungen um bis zu 2,7 Prozent an.

Inwieweit die Zuflüsse renditebringend im Markt untergebracht werden können, wird sich allerdings erst in rund sechs bis sieben Jahren feststellen lassen, gibt ZKB-Analyst Michael Kunz zu bedenken. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass sich die Markterwartungen für heuer - nach dem Überbieten der hauseigenen Guidance 2021 - eher auf über 26 Milliarden US-Dollar Neugeld einschiessen als auf einen Wert innerhalb der genannten Spanne.

Angesichts der vorgelegten Zahlen verbiete es sich zwar weiterhin, gegen Partners Group zu wetten, so Kunz weiter. "An eine Outperformance 2022 glauben wir aber auch nicht, da es nach der Performance-Fee-Flut 2021 im aktuellen Jahr fast schon zwangsläufig zu einem Gewinnrückgang kommen muss."

Ausserdem nimmt die letztjährige Kursentwicklung Beobachtern zufolge einen starken Geschäftsabschluss für 2021 bereits vorweg. Wenn, dann sei nur kurzfristig mit Anschlusskäufen und steigenden Notierungen zu rechnen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis wieder die Zinsen darüber entscheiden würden, in welche Richtung sich die Kurse bei Partners Group entwickeln würden, so der Tenor.

Obwohl er den jüngsten Rückgang des Aktienkurses einer allgemeine Marktrotation weg von Wachstumsaktien zuordne, erwarte er dennoch, dass die jetzt vorgelegten starken Zahlen in den kommenden Tagen helfen dürften, sich von einem Teil der jüngsten Verluste zu erholen, schreibt hingegen Tim Dawson von Baader Helvea.

Das Jahresergebnis will Partners Group am 22. März veröffentlichen. Bis dahin müssen sich die Aktionäre noch in Geduld üben.

Baar / Bern (awp)

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Bildquelle: Keystone