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Ausblick bestätigt 03.09.2024 17:51:36

Partners Group-Aktie knickt ein: Partners Group verdient im Halbjahr weniger

Partners Group-Aktie knickt ein: Partners Group verdient im Halbjahr weniger

Partners Group hat weiterhin mit einem schwierigen Transaktionsumfeld zu kämpfen.

Im zweiten Halbjahr soll es bei der Veräusserung von Beteiligungen endlich besser werden, die richtige Erholung dürfte aber erst 2025 kommen. Der Aktienkurs stand am Dienstag stark unter Druck.

Die Erträge der auf Privatmarktanlagen spezialisierten Gesellschaft sanken in den ersten sechs Monaten 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 977 Millionen Franken. Das lag an deutlich tieferen Einnahmen aus Performance Fees, die um 39 Prozent auf 161 Millionen einbrachen. Die Einnahmen aus den erfolgsabhängigen Gebühren hatten sich im Vorjahr allerdings fast vervierfacht.

Am Schluss war aber auch das Jahr 2023 mit Blick auf die Performance Fees bereits eine Enttäuschung und Partners Group verkaufte so wenig wie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Dabei hatten auch 2022 ein eingetrübtes Marktumfeld und eine hohe Volatilität an den Finanzmärkten schon zu einem Rückgang sowohl der Investitionen als auch der Veräusserungen geführt.

Erholung lässt auf sich warten

Aber auch im ersten Halbjahr 2024 wollte sich nun eine bereits für 2023 erwartete breite Normalisierung einfach nicht einstellen: Die Transaktionsmärkte würden sich weiterhin langsamer als erwartet erholen, hiess es von Partners Group am Dienstag. In den Bereichen Private Equity und Infrastruktur hätten sich einige geplante Verkäufe erneut verzögert. Und es sei lediglich vermehrt zu Veräusserungen von Beteiligungen in Bereichen gekommen, die typischerweise tiefere Performance Fees generierten.

Die Exit-Pipeline sei aber nach wie vor robust mit einer zunehmenden Anzahl Vermögenswerte, die für einen Verkauf reif seien, sagte CEO David Layton an einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die erfolgsabhängigen Gebühren sollten daher deutlich steigen, sobald sich das Umfeld verbessert.

Im ersten Halbjahr machten die Performance Fees 17 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Für die Jahre 2024 und 2025 rechnet das Management wieder mit den üblichen 20 bis 30 Prozent, wobei es im Gesamtjahr 2024 zunächst eher noch um die 20 Prozent sein dürften. Ab 2026 soll es dann sogar ein Anteil von 25 bis 40 Prozent sein.

Kosten unter Kontrolle

An den erfolgsabhängigen Gebühren verdient Partners Group deutlich mehr als an fixen Verwaltungsgebühren. Diese wiederum stiegen abhängig von der Entwicklung der verwalteten Vermögen im ersten Semester um 4 Prozent auf 815 Millionen. Wie bereits früher mitgeteilt, verwaltete der Zuger Asset Manager Ende Juni 149 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig hatte das Unternehmen aber die Kosten relativ gut im Griff - auch, weil die variablen Personalkosten abhängig von den Performance Fees sind. Unter dem Strich fiel der Gewinn mit 508 Millionen um 8 Prozent tiefer aus.

Mit Blick in die Zukunft bestätigte Partners Group derweil die Prognose für das Gesamtjahr: Das Management rechnet für 2024 weiterhin mit Kapitalzusagen in der Höhe von 20 bis 25 Milliarden US-Dollar.

An der Börse schmierten die Titel um 12.40 Uhr 7,9 Prozent auf 1126 Franken ab. Mit den Ergebnissen hat der Vermögensverwalter die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten auf allen Ebenen unterschritten. Insbesondere die Performance Fees fielen noch schwächer aus als von den Experten ohnehin schon erwartet. Selbst die pessimistischste Schätzung wurde hier klar verfehlt.

Partners Group-Aktien unter Druck

Die Aktien von Partners Group sind am Dienstag im frühen Handel stark unter Druck. Am Morgen hatte der Vermögensverwalter ein Ergebnisrückgang im Halbjahr angekündigt. Eine Normalisierung der Transaktionsaktivität lässt länger auf sich warten.

Partners Group verlor an der SIX schliesslich 9,20 Prozent auf 1'110,50 Franken. Damit steht die Aktie im bisherigen Jahresverlauf klar im Minus, während der Gesamtmarkt ein Plus von rund 11 Prozent verzeichnet. 2023 hatten Partners Group allerdings fast um die Hälfte zugelegt.

Der auf Private Equity spezialisierte Vermögensverwalter hat mit dem Ergebnis die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten auf allen Ebenen unterschritten. Insbesondere die Performance Fees fielen im ersten Semester 2024 noch schwächer aus als von den Experten ohnehin schon erwartet. Selbst die pessimistischste Schätzung wurde klar verfehlt.

Das Halbjahresresultat sei unter den Schätzungen ausgefallen und auch der Ausblick und Aussagen zur erwarteten Erholung der Transaktionsaktivität hätten "nicht den erhofften Befreiungsschlag geliefert", heisst es von der ZKB. Der Analyst erhofft sich, dass an einer für den Vormittag angekündigten Telefonkonferenz vom Management etwas mehr Details zur aktuellen Lage in "Private Markets" gibt.

Für das zweite Halbjahr 2024 erwarte er eine Normalisierung der Transaktionsaktivität, nachdem diese mangels Verfügbarkeit von Krediten und einem anhaltend grossen "Bid-Ask-Spread" in den letzten 24 Monaten ungewöhnlich tief gewesen sei, so der ZKB-Experte. "Das sollte sich positiv auf Performance Fees und Fundraising auswirken."

Es sei dennoch ein solides Halbjahresergebnis, heisst es von Vontobel. Da der Ausblick bestätigt wurde, rechne er nur mit geringfügigen Veränderungen an seinen Schätzungen, so der zuständige Analyst. Das Geschäftsmodell bleibe hochprofitabel. Partners Group sei gut positioniert, um von langfristigen Wachstumstreibern zu profitieren.

Das Ergebnis habe negative und positive Seiten, schreibt auch Goldman Sachs. Während die tieferen Erträge zwar negativ seien, habe jedoch die Profitabilität die Erwartungen übertroffen, schreiben die Analysten und verweisen auf die EBIT-Marge von 62 Prozent. Das liege an einem effektiven Kostenmanagement.

Auch die UBS lobt die "starke" Kostenkontrolle des Zuger Asset Managers.

ys/uh/rw

Baar (awp)

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Bildquelle: Keystone