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Ausblick zuversichtlich 19.08.2019 17:55:00

Orior-Aktie höher: Orior trotzt den hohen Fleischpreisen - Höherer Umsatz und Gewinn

Orior-Aktie höher: Orior trotzt den hohen Fleischpreisen - Höherer Umsatz und Gewinn

Für das zweite Halbjahr ist das Unternehmen zuversichtlich - trotz der hohen Fleischpreise.

Der Umsatz in der Berichtsperiode von Januar bis Juni stieg um 2,2 Prozent auf 279,6 Millionen Franken. Dieses Plus kam allerdings primär durch die Übernahme von Biotta im Mai 2018 zustande, wie die in den Bereichen Frisch-Convenience und Fleischveredelung tätige Gruppe am Montag mitteilte. Organisch resultierte hingegen ein Umsatzrückgang von 1,8 Prozent.

Der organische Rückgang war jedoch vom Unternehmen in Aussicht gestellt worden und war auch gewollt. Wie angekündigt habe man "zugunsten einer gesunden Marge" auf die Weiterführung eines Convenience-Auftrags in der Höhe von gut 8 Millionen verzichtet, hiess es dazu.

Die Gewinnzahlen zeigten denn auch einen stärkeren Anstieg als der Umsatz. Das Betriebsergebnis (EBITDA) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 28,4 Millionen Franken, womit die Marge auf 10,2 von 10,0 Prozent anstieg. Der Reingewinn nahm sogar um 7,4 Prozent auf 14,0 Millionen zu. Hier hätten sich auch steuerliche Effekte positiv ausgewirkt, so die Mitteilung weiter.

Mit den ausgewiesenen Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Diese hatten im Schnitt (AWP-Konsen) mit einem Umsatz von 274,6 Millionen, einem EBITDA von 27,9 Millionen und einem Reingewinn von 12,9 Millionen Franken gerechnet.

Stabile Marge erwartet

Im Ausblick auf den weiteres Jahresverlauf zeigt sich Orior zuversichtlich. Organisch werde sich der Umsatz allerdings auch im zweiten Halbjahr um 1 bis 2 Prozent zurückbilden - wegen des gleichen Effekts wie im ersten Halbjahr (Verzichts auf Convenience-Auftrag).

Dank der breiteren Aufstellung der Gruppe und "konsequentem Fokus auf profitable Margen" geht das Management jedoch trotzdem von einer operativen Rentabilität "auf gleichbleibendem, gesundem Niveau" aus. Daran änderten auch die hohen Rohstoffpreise insbesondere für Fleisch und Geflügel nichts, teilte das für die Marken Rapelli, Ticinella und Albert Spiess bekannte Unternehmen weiter mit.

Abgesehen davon sei nach wie vor geplant, im September eine zweite Tranche am Unternehmen Casualfood zu übernehmen - womit dieses Unternehmen dann vollkonsolidiert werde. Orior hatte vor knapp einem Jahr den Kauf des deutschen Anbieters von Sandwiches, Salaten, Müesli und Smoothies angekündigt. Damals wurde der Umsatz des Unternehmens auf 52 Millionen Euro beziffert.

Orior-Aktien nach Halbjahreszahlen gesucht

Die Aktien des Lebensmittelherstellers Orior notieren nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen fester. Die Zahlen waren leicht besser ausgefallen als von den Analysten erwartet. Doch die Experten sehen auch Schattenseiten.

Orior notierten am Montag zum Börsenschluss 3,59 Prozent höher auf 83,60 Franken.

Die vorgelegten Zahlen würden dem entsprechen, was das Unterhemen bereits im Juni vorab als Richtschnur ausgegeben hatte, schrieb der Analyst der Bank Vontobel. Insbesondere die Kündigung eines niedrig-margigen Vertrages im Bereich Convenience-Food habe zu dem Umsatzrückgang um 1,8 Prozent zum Vorjahr geführt. Damit folge Orior ihrer Strategie, sich auf "gesunde Margen" zu konzentrieren, hiess es weiter. Der Margenausblick für das Gesamtjahr sei etwas vorsichtiger als zuvor. Mit der Konsolidierung von Casualfood werde ein neues wachsendes Segment erschlossen, womit auch der internationale Umsatzabteil gestärkt werde.

Orior habe die Konsenserwartungen beim Umsatz- als auch bei der Gewinnentwicklung übertroffen, hiess es bei der ZKB. Die Bedenken im Markt, dass Orior wegen der aggressiveren Preispolitik des wichtigen Kunden Migros enttäuschen könnte, hätten sich nicht bewahrheitet. Das Umfeld in der Schweiz bleibe zwar herausfordernd. Orior sei jedoch "je länger desto breiter und vor allem auch internationaler" aufgestellt. Die Ankündigung, dass das Unternehmen ab Februar 2020 eine detailliertere Guidance geben und auch detailliertere Umsatzzahlen vorlegen will, wird positiv vermerkt. Das werde die Transparenz verbessern. Die Bewertung der Aktien bei der ZKB lautet "Übergewichten".

Etwas weniger enthusiastisch ist die Einschätzung des Analysten von Baader Helvea. Der Geschäftsgang sei herausfordernd, aber etwas besser als befürchtet, lautete das Fazit. Insgesamt zeige sich ein gemischtes Bild. Die Zahlen würden sowohl Optimisten als auch Pessimisten eine Bestätigung für ihre Sicht der Dinge liefern. Bemängelt wird etwa das schwache internationale organische Wachstum. Die Margenverbesserung angesichts des Umfeldes sei positiv. Hier lautet die Bewertung "Hold" und das Kursziel liegt bei 81 Franken.

rw/uh

Zürich (awp)

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Bildquelle: Orior