Redcare Pharmacy Aktie 34117753 / NL0012044747
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29.07.2026 10:39:36
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Online-Apotheke Redcare legt stärker zu als erwartet - Prognose steht
(Ausführliche Fassung)
SEVENUM (awp international) - Redcare hat ein überraschend starkes Quartal hinter sich. Die Online-Apotheke (Shop Apotheke) profitierte in den drei Monaten bis Ende Juni von einem guten Lauf bei frei verkäuflichen Produkten und verschreibungspflichtigen Medikamenten, wobei der wichtigste Wachstumstreiber das E-Rezept in Deutschland blieb. Zugleich habe das internationale Segment erstmals ein positives operatives Ergebnis erzielt, hob Redcare-Chef Olaf Heinrich zur Zahlenvorlage am Mittwoch hervor. Die erst im Juni angehobene Jahresprognose bestätigte der Manager. Die Aktie legte am Mittwoch deutlich zu.
Das im vergangenen Monat in den SDax abgestiegene Papier verteuerte sich im frühen Handel zeitweise um mehr als 8 Prozent. Der Anteilsschein war nach einer Erhöhung der Jahresprognosen im Juni deutlich nach oben geschnellt, seit dem Jahrestief im März wegen schwacher Geschäftszahlen für das vergangene Jahr hat sich der Kurs inzwischen mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr ergibt sich bislang allerdings ein Kursplus von 12 Prozent - und binnen zwölf Monaten hat die Aktie sogar rund fast ein Drittel nachgegeben.
Jefferies-Experte Martin Comtesse lobte in einer Analyse des Zahlenwerks vor allem die gestiegene Profitabilität, diese sei im zweiten Jahresviertel "ausserordentlich" gewesen und habe die Markterwartungen um gut ein Viertel übertroffen. Angesichts dieser Entwicklung hält er den Mittelpunkt der jüngst angehobenen Prognose für konservativ.
Redcare-Chef Olaf Heinrich sprach laut Mitteilung von einem erneut starken Quartal für den Medikamenten-Versender, in dem das Wachstum sich beschleunigt habe. Zudem konnte der Doc-Morris-Konkurrent seinen Stamm sogenannter aktiver Kunden und Kundinnen um eine halbe Million auf nunmehr 14,7 Millionen erweitern. Die Zahl der Bestellungen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent, lag allerdings etwas unter dem Wert im Vorquartal.
Auf Konzernebene stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf 853 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Der Erlös mit verschreibungspflichtigen Medikamenten kletterte dabei mit 34 Prozent überdurchschnittlich stark, noch höher war das Plus im wichtigen deutschen Markt mit 58 Prozent. Frei verkäufliche Produkte legten konzernweit um 13 Prozent zu.
Ergebnisseitig wirkten sich laut Konzern geringere Marketingausgaben und Grösseneffekte positiv aus: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog um 63 Prozent auf knapp 30 Millionen Euro an. Auch hier lagen die Markterwartungen niedriger. Im vergleichsweise noch jungen und im Aufbau befindlichen internationalen Segment, zu dem die Länder Belgien, Niederlande, Frankreich und Italien gehören, erzielte der Konzern einen bereinigten operativen Gewinn von einer Million Euro.
Insgesamt stieg die bereinigte operative Marge damit um 0,9 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent - und kam so über dem nun bestätigten Konzernziel für 2026 von 2,5 bis 3 Prozent heraus.
Unter dem Strich landete Redcare zur Halbjahresbilanz allerdings noch tiefer in den roten Zahlen. Auf die Aktionäre entfiel nach den ersten sechs Monaten ein Verlust von 5,8 Millionen Euro, verglichen mit minus 1,5 Millionen Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend waren hier vor allem ein schlechteres Finanzergebnis als im ersten Halbjahr 2025 und ein negativer Steuereffekt./tav/men/mis
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