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Guidance bestätigt 04.05.2021 15:58:37

Oerlikon mit Umsatz- und Gewinnsteigerung im ersten Quartal - Aktie dennoch weit im Minus

Der Industriekonzern Oerlikon hat im ersten Quartal 2021 von einer Erholung in den Industriemärkten und der starken Nachfrage im Bereich Polymer-Verarbeitung profitiert.

Der Auftragseingang erholte sich deutlich und auch das operative Ergebnis war klar besser als im Vorjahr, als bereits starke Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren waren.

Der Umsatz insgesamt erholte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,2 Prozent auf 568 Millionen Franken, wie Oerlikon am Dienstag mitteilte. Der Auftragseingang lag rund 34 Prozent höher auf 643 Millionen. Der Auftragsbestand per Ende März erreichte damit 678 Millionen, verglichen mit 545 Millionen vor Jahresfrist.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA verbesserte sich um 46 Prozent auf 88 Millionen Franken und die entsprechende Marge kletterte auf 15,6 Prozent von 11,4 Prozent im Vorjahr. Der EBIT lag mit 39 Millionen (VJ 9 Mio) fast viermal so hoch. Mit dem Quartalsausweis hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten klar übertroffen.

Divisionen unterschiedlich

Die beiden Segmente des Konzerns schnitten dabei unterschiedlich ab. Das Geschäft mit Oberflächenlösungen, Surface Solutions, ging sowohl beim Auftragseingang (-1,9% auf 327 Mio Fr.) als auch beim Umsatz (-6,3% auf 304 Mio Fr.) weiter zurück. In den kurzzyklischen Märkten Automobilbau, Werkzeuggeschäft und allgemeine Industrie habe man jedoch eine Umsatzerholung gesehen. Die Nachfrage sei gestiegen und das Book-to-Bill-Verhältnis liege über 1. Das operative Ergebnis (EBITDA) der Sparte lag mit 54 Millionen 32 Prozent über dem Vorjahr.

Demgegenüber stieg der Auftragseingang bei Polymer Processing (zuvor Manmade Fibers) mit 315 Millionen Franken um mehr als das doppelte. Im Vorjahr hatte die Pandemie den wichtigen chinesischen Markt bereits voll getroffen. Auch der Umsatz war hier mit plus 29 Prozent auf 263 Millionen klar höher. Das sei hauptsächlich der Entwicklung in Indien und China zu danken. Das Betriebsergebnis EBITDA stieg um 77 Prozent auf 33 Millionen.

Jahresausblick bestätigt

Die Guidance für das laufende Jahr wird bestätigt. Das Management rechnet mit einer Erholung der Märkte und mit Wachstum. Es wird ein Umsatz von 2,35 bis 2,45 Milliarden Franken erwartet und eine EBITDA-Marge nach Investitionen und Wachstumsinitiativen von 15,5 bis 16,0 Prozent in Aussicht gestellt.

Oerlikon-Aktien trotz starkem Jahresauftakt unter Druck

Die Aktien des Industriekonzerns Oerlikon notieren am Dienstagmorgen klar tiefer. Dabei lagen die Zahlen des ersten Quartals durchgängig über den Analystenschätzungen. Das Unternehmen hat Umsatz und Marge gesteigert und die Guidance bestätigt.

Die Oerlikon-Aktien verlieren an der SIX aktuell 5,18 Prozent auf 10,43 Franken. Anfang April hatten die Titel bei 11,29 Franken ein 12-Monatshoch markiert und das Vor-Corona-Niveau erreicht.

Von Marktteilnehmern werden mögliche Gewinnmitnahmen und das oft zitierte "sell on the news" als Auslöser für die Kursabschläge angeführt.

Die Analysten sind hingegen voll des Lobes. Auftragseingang und Umsatz hätten über dem Konsens gelegen und die Marge habe sich wie erwartet deutlich verbessert, schreibt der Analyst der ZKB. Aufgrund eines starken Kostenmanagements und eines positiven Geschäftsmix habe Surface Solutions die Profitabilität verbessert, Polymer Processing aufgrund der guten Skaleneffekte.

Insgesamt sei Oerlikon ein starker Jahresauftakt gelungen. Die tiefe Vorjahresbasis, Kostensenkungsmassnahmen und positive Mixeffekte hätten zu hohen Wachstumsraten bei Auftragseingang, Umsatz und Gewinn beigetragen.

Der Analyst von Baader Helvea wertet den Jahresstart ebenfalls positiv. Der Effekt des günstigen Geschäftsmix dürfte im Jahresverlauf abnehmen, heisst es hier. Sowohl Baader als auch Vontobel rechnen durch den Kauf der italienischen Inglass mit einer guten Positionierung für weiteres Wachstum. Damit werde die Zwei-Säulen-Struktur des Unternehmens gestärkt, aber auch die Komplexität steige.

yr/tt

Pfäffikon (awp)

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Bildquelle: OC Oerlikon