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360° Finanzen 29.07.2026 09:32:55

Oaklins M&A Outlook: Der Schweizer M&A-Markt hebt weiterhin nicht ab

Kolumne

Zürich, 24. Juni 2026 - Vor dem Hintergrund anhaltender konjunktureller Unsicherheit agieren Schweizer Unternehmen bei Übernahmen so zurückhaltend wie nie zuvor. Statt auf Expansion setzen viele Firmen auf operative Sanierungen, Restrukturierungen und Portfoliobereinigungen.

Geopolitische Spannungen, volatile Energie- und Rohstoffmärkte sowie wechselhafte handelspolitische Rahmenbedingungen prägten auch das erste Halbjahr 2026. Entsprechend bleiben die Zukunftsaussichten vieler Schweizer Unternehmen verhalten. Gemäss dem Oaklins M&A Outlook erwarten lediglich 15 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten eine gute oder eher gute konjunkturelle Entwicklung. Damit hat sich das Stimmungsbarometer gegenüber Jahresbeginn (6 Prozent) zwar leicht aufgehellt, verharrt aber weiterhin auf tiefem Niveau.

Auch das Finanzierungsumfeld bleibt anspruchsvoll. 40 Prozent der Umfrageteilnehmenden beurteilen die Verfügbarkeit von Fremdkapital als hoch oder eher hoch, während nur 31 Prozent die Verfügbarkeit von Cash entsprechend einschätzen - ein historischer Tiefstwert. Das volatile wirtschaftliche Umfeld schlägt sich damit zunehmend auf die Finanzkraft vieler Unternehmen nieder. Gleichzeitig erwarten 73 Prozent der Befragten sinkende oder gleichbleibende Multiples. Potenzielle Verkäufer dürften daher eher zuwarten, was die Dynamik am M&A-Markt zusätzlich bremsen könnte. Nur noch 17 Prozent der Umfrageteilnehmenden halten den Verkauf von Unternehmensteilen für denkbar, gegenüber 37 Prozent zu Jahresbeginn.

Operative Stabilität vor Expansion

Die gedämpften Aussichten spiegeln sich zunehmend in der strategischen Ausrichtung Schweizer Unternehmen wider. Nur 46 Prozent der Umfrageteilnehmenden planen, in den kommenden zwölf Monaten eine Akquisition zu tätigen. Damit fällt dieser Wert erstmals seit Beginn der Erhebung unter die Marke von 50 Prozent.

Viele Unternehmen priorisieren stattdessen operative Stabilität, Kosteneffizienz und interne Prozesse. Gerade daraus entstehen jedoch neue M&A-Impulse: Portfolios werden überprüft, nicht strategische oder unrentable Geschäftsbereiche abgestossen und neue Partnerschaften geprüft. Entsprechend erwarten 64 Prozent der Befragten die grösste Dynamik im Bereich Sanierungs- und Restrukturierungs-M&A. Vor diesem Hintergrund hat sich der M&A-Index gegenüber Jahresbeginn zwar leicht erholt, verbleibt mit 86 Punkten jedoch weiterhin auf einem tiefen Niveau.

M&A Index verweilt auf tiefem Niveau

Der Index zeigt die prognostizierte Entwicklung der M&A-Aktivität in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit Beteiligung von Schweizer Unternehmen (Umfrageergebnisse in Punkten). Quelle: Oaklins M&A Outlook.

Industriesektor und Restrukturierung rücken stärker in den Fokus

Ein breiter Aufschwung der Transaktionstätigkeit Schweizer Unternehmen dürfte vorerst ausbleiben. Nur 26 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine hohe oder eher hohe M&A-Aktivität. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen bleiben jedoch ausgeprägt.

Der TMT-Sektor (Technologie, Medien und Telekommunikation) dürfte aufgrund von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz weiterhin zu den aktivsten Bereichen zählen. Gleichzeitig rückt der Industriesektor stärker in den Fokus, insbesondere dort, wo Energiepreise, Lieferketten und Rohstoffverfügbarkeit den Margendruck erhöhen und strukturelle Anpassungen erforderlich machen.

Der Fokus der akquisitionswilligen Unternehmen bleibt klar auf dem europäischen Kontinent. Innerhalb Europas verliert die Schweiz als Zielmarkt jedoch weiter an Bedeutung: Nur noch 21 Prozent planen Übernahmen im eigenen Land, nachdem es Mitte 2025 noch 33 Prozent waren. Der Anteil des übrigen Europas nimmt entsprechend zu. Nordamerika gibt leicht zugunsten Asiens nach, bleibt als Zielregion jedoch weiterhin auf erhöhtem Niveau.

«Globale Unsicherheit, geopolitische Spannungen, volatile Energie- und Rohstoffmärkte sowie wechselhafte handelspolitische Rahmenbedingungen prägen weiterhin die Entscheidungsgrundlagen vieler Unternehmen. Käufer agieren in diesem Umfeld selektiv und erfolgreiche Transaktionen erfordern etwas mehr Überzeugungsarbeit als in Phasen breiter Marktliquidität. Gleichzeitig entstehen gerade aus diesem Umfeld neue Impulse. Insbesondere im Industriesektor und Energiebereich spielt M&A weiterhin eine zentrale Rolle bei der Umsetzung strategischer Wachstums- und Transformationspläne», resümiert Dr. Jürg Stucker, Studienautor und Partner bei Oaklins Switzerland.

Über den Oaklins M&A Outlook

Der Oaklins M&A Outlook wird seit 2015 zweimal jährlich herausgegeben. Auch für die 24. Ausgabe wurden knapp hundert M&A-Experten und Entscheidungsträger der Schweizer Wirtschaft befragt, wie viele Transaktionen mit Schweizer Beteiligung sie in den kommenden zwölf Monaten erwarten.

Für weitere Informationen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Oaklins Switzerland
Jürg Stucker, Partner
+41 44 268 45 35
j.stucker@ch.oaklins.com

Communicators
Peter Manhart
+41 44 455 56 52
alina.meletta@communicators.swiss

Über Oaklins Switzerland

Oaklins ist eine auf Mergers & Acquisitions und Corporate Finance spezialisierte Unternehmensberatung. Seit 1995 unterstützt das Expertenteam Unternehmen aus allen relevanten Industriegruppen in über 40 Ländern weltweit bei mittelgrossen und grösseren Transaktionen. Oaklins Switzerland ist ein unabhängiges Unternehmen, das Oaklins International Inc. angeschlossen ist und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Unternehmenskauf und -verkauf, Kapitalbeschaffung, Debt Advisory, Bewertung und Financial Modeling sowie Due Diligence an. Weitere Informationen zu Oaklins Switzerland finden Sie unter www.oaklins.com.

Über Jürg Stucker

Jürg Stucker ist aktuell Präsident von Oaklins International und Partner bei Oaklins Switzerland. Er hat langjährige und umfassende Erfahrung im Bereich M&A sowie Corporate Finance mit einem Fokus auf die Branchen Industrial Machinery & Components, TMT und Business Support Services. Jürg war und ist für eine Vielzahl von Kunden tätig, u.a. ABB, Axpo, BASF, Bühler, Breitling, ETH, Givaudan, Goldbach, Holcim, Migros, MSC, Novartis, NZZ, Oerlikon, SMG, Sonova, Stäubli, Straumann, Swiss and Swisscom.

Vor seiner Tätigkeit bei Oaklins war Jürg Stucker während 10 Jahren bei EY tätig und leitete als Partner das M&A- und das Valuation-Team.

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