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Dank Pharmasparte 30.01.2019 17:51:44

Novartis wächst wie erwartet - Aktie trotzdem tiefer

Novartis wächst wie erwartet - Aktie trotzdem tiefer

Der seit einem Jahr amtierende Novartis-CEO Vas Narasimhan hat seine Feuertaufe bestanden. Der Pharmakonzern ist nämlich auch 2018 unter seiner Führung gewachsen - und das trotz der zahlreichen Veränderungen, die Narasimhan angestossen hat.

Der Manager stellt zwar auch für 2019 Wachstum in Aussicht, hier fallen die ersten Einschätzungen aber deutlich kritischer aus. Während die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr in etwa den Erwartungen der Analysten entsprochen hat, werten sie die Ziele für 2019 als etwas verhalten.

So hat Novartis an diesem Mittwoch für 2018 einen Nettoumsatz von 51,9 Milliarden US-Dollar gemeldet - ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Anstieg um 5 Prozent.

Blockbuster treiben Pharmageschäft an

Hierzu steuerte die Pharmasparte Innovative Medicines mit 34,9 Milliarden (+8%) den Löwenanteil bei. Das gute Abschneiden begründet Novartis vor allem mit dem Absatz von Cosentyx und weiteren Produkten, die den Blockbusterstatus erlangten.

Auch das Herzmittel Entresto zählt mittlerweile dazu. Es hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar geschafft. Das Schuppenflechtemittel Cosentyx steuert derweil mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden Dollar mittlerweile auf die 3-Milliarden-Marke zu.

CEO Narasimhan zeigte sich mit dieser Entwicklung zufrieden. Nicht zuletzt dank dieser umsatzstarken Mittel werde der Konzern den bevorstehenden Patentabläufen wichtiger Mittel wie etwa beim MS-Mittel Gilenya etwas entgegenzusetzen haben.

"In unserem Portfolio zählen wir mittlerweile 16 Blockbuster, alleine im vergangenen Jahr haben wir vier neue bekommen", erklärte der Manager im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. "Darüber hinaus dürften wir in den kommenden zwei Jahren bis zu zehn potenzielle neue Blockbuster auf den Markt bringen." Das zusammen sorge für ein aussergewöhnliches Portfolio, mit dem der Konzern auch weiteres Wachstum sichern sollte, zeigte sich der Manager überzeugt.

Ausblick kritisch bewertet

Auch bei der Profitabilität hat der neue CEO auf den ersten Blick gute Zahlen geliefert. So hat Novartis 2018 den Kern-Betriebsgewinn um 8 Prozent auf 13,8 Milliarden erhöht. Auffällig war aber vor allem der Sprung beim Reingewinn um 64 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Hierin spiegelte sich die verkaufte Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen mit dem Pharmakonzern GSK im Bereich nichtrezeptpflichtiger Medikamente wider.

Für das angelaufenen Jahr stellte Novartis eine ähnliche Entwicklung in Aussicht. Dabei berücksichtigte der Konzern die bereits eingeleiteten Veränderungen, wie die Abspaltung der Augensparte Alcon im Laufe des ersten Halbjahres 2019 und auch den Verkauf einiger Aktivitäten der Generikasparte Sandoz in den kommenden Monaten. Auf Basis dieser neuen Struktur peilt Narasimhan ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Gleichzeitig dürfte das operative Kernergebnis im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen.

Leicht höhere Dividende und Aktienrückkaufprogramm

Den Aktionären stellte Novartis eine um 5 Rappen auf 2,85 Franken erhöhte Dividende in Aussicht. Darüber hinaus schlägt der Konzern sein insgesamt achtes Aktienrückkaufprogramm vor. Es soll bis 2022 laufen und einen Umfang von bis zu 10 Milliarden Franken haben. Aktuell läuft ein Programm über bis zu 5 Milliarden US-Dollar, das vor allem mit dem Geld aus dem Verkauf des Anteils am Joint-Venture mit GSK finanziert wird.

hr/rw

Novartis-Aktien leiden unter vorsichtigem Ausblick

Die Novartis-Aktien hatten im Mittwochs-Handel einen schweren Stand. Während der Umsatz im Abschlussquartal 2018 im Rahmen der Erwartungen ausfiel, blieb das operative Kernergebnis etwas hinter den Prognosen zurück. Nicht zu überzeugen vermögen aber vor allem die vorsichtigen Zielvorgaben für das laufende Jahr. Das neue, 10 Milliarden schwere Aktienrückkaufprogramm verhinderte ein noch stärkeres Abrutschen der Kurse.

So verloren Novartis zwischenzeitlich 2,15 Prozent auf 83,82 Franken. Bis zur Schlussglocke konnten die Papiere ihr Defizit eingrenzen. Sie gingen 0,09 Prozent leichter bei 85,58 Franken aus dem Handel.

Für eine gewisse Enttäuschung in der Analystengemeinde sorgte der für das Schlussquartal ausgewiesene operative Kerngewinn. Hinter den Erwartungen blieb dabei vor allem die vor der Abspaltung stehende Augenheilsparte Alcon. Positiv hervorgehoben wird von der ZKB dagegen die um 1 Basispunkt auf 32 Prozent gestiegene Kern-EBIT-Marge der Pharma-Sparte.

Stärker als das Schlussquartal wiegen die zurückhaltenden Prognosen des Managements für die Ergebnisentwicklung im laufenden Jahr. Novartis rechnet für die Gruppe ohne Alcon mit einer Steigerung des operativen Kernergebnisses im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Für die UBS ist die grösste Enttäuschung im Ergebnisausweis denn auch die EBIT-Guidance. Verschiedene Analysten müssen ihre Schätzungen anpassen, was die Konsensprognose etwas nach unten ziehen wird.

Im Rahmen der Erwartungen fiel die Umsatzentwicklung im Schlussquartal aus. Positiv hervorgehoben wird von verschiedenen Experten die gute Entwicklung von Entresto und Cosentyx. Anklang findet auch das neue Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 10 Milliarden Franken.

Gemessen an den Analystenkommentaren erscheint die negative Kursentwicklung im frühen Handel etwas sehr ausgeprägt. Die ZKB geht denn auch davon aus, dass sich die Stimmung gegenüber dem Titel im Tagesverlauf noch aufhellen wird.

Basel (awp)

AWP

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Bildquelle: lucarista / Shutterstock.com,Gil C / Shutterstock.com,Novartis

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