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Anziehende Dynamik erwartet 21.07.2021 17:52:00

Novartis lässt im zweiten Quartal Corona-Belastungen mit deutlichem Gewinnplus hinter sich - Aktie letztlich im Minus

Novartis lässt im zweiten Quartal Corona-Belastungen mit deutlichem Gewinnplus hinter sich - Aktie letztlich im Minus

Der Pharmakonzern Novartis hat die Belastungen der Coronakrise im zweiten Quartal 2021 grösstenteils hinter sich gelassen.

Umsatz und Gewinn legten markant zu. Hatte im ersten Quartal die COVID-19-Pandemie Patienten noch von Arztbesuchen zurückgehalten und so das Geschäft belastet, haben die globalen Impfkampagnen nun ihre Wirkung gezeigt.

Entsprechend weist der Konzern für das zweite Quartal 2021 einen Umsatz von 13,0 Milliarden US-Dollar aus. Das ist ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ein Anstieg um 9 Prozent.

Zur Erinnerung: Das zweite Quartal 2020 war durch die erste Welle der COVID-19-Pandemie und die verschiedenen Lockdown-Massnahmen geprägt und hatte auch bei Novartis zu einem Geschäftsrückgang geführt. Damit ist die Vergleichsbasis für den aktuellen Berichtszeitraum günstiger und relativiert so auch das Plus. Wie Novartis selbst berichtet, hätte das Umsatzwachstum unter Ausschluss des Lagerabbaus nach den Vorratskäufen im Vorjahr bei etwa 10 Prozent gelegen. Dabei wäre der Umsatz der Division Innovative Medicines um 11 und der Division Sandoz um 6 Prozent gestiegen.

Den Löwenanteil zum Quartalsumsatz steuerte die Pharmasparte Innovative Medicines bei, die die Verkäufe im zweiten Jahresviertel um 15 Prozent auf 10,6 Milliarden Franken steigerte. Hierzu trug vor allem ein anhaltend starker Absatz des Herzmittels Entresto, des Schuppenflechtemittels Cosentyx und der Genersatztherapie Zolgensma bei.

Bei der Generika-Sparte Sandoz stand ein Umsatz von 2,4 Milliarden zu Buche (+7%). Hier hätten sich die Geschäfte zu stabilisieren begonnen, hiess es. Einem Umsatzwachstum in Europa, stand ein klarer Rückgang in den USA gegenüber. Dieser Rückgang auf dem US-Markt sei vor allem auf den Geschäftsbereich Retail Generics zurückzuführen, wobei gerade das Geschäft mit oral zu verabreichenden Mitteln stockte.

Deutliches Gewinnplus

Vor allem aber auf Gewinnebene ist Novartis ein deutlicher Sprung gelungen. So verdiente der Konzern im zweiten Quartal operativ 3,5 Milliarden US-Dollar (+48%), während unter dem Strich ein Konzerngewinn von 2,9 Milliarden übrig blieb (+55%). Diese Zunahmen seien vor allem dank der Umsatzsteigerung und Veräusserungsgewinnen möglich gewesen.  

Für Analysten ist allerdings der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn wichtiger. Dieser lag mit 4,3 Milliarden US-Dollar noch über der optimistischsten Schätzung im AWP-Konsens und fiel auch besser als vom Management in Aussicht gestellt aus.

Anziehende Dynamik im H1 erwartet

Für das Gesamtjahr bestätigt die Novartis-Führung ihre Ziele. So soll der Umsatz auf Konzernebene zu konstanten Wechselkursen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Den operativen Kerngewinn will das Unternehmen im mittleren einstelligen Prozentbereich erhöhen. Für die beiden Sparten bestätigte der Konzern ebenfalls seine Prognosen.

Mit Blick auf die Pandemie heisst es, die Nachfrage in den meisten Ländern und auf den meisten Therapiegebieten beginne auf den Stand vor COVID-19 zurückzukehren. Allerdings liessen sich nach wie vor gewisse Auswirkungen auf Teile der Tätigkeit feststellen. Das betreffe beispielsweise die Onkologie, das Generikageschäft und bestimmte Regionen. Man gehe von einer weiteren Lockerung der COVID-19-Restriktionen in der zweiten Jahreshälfte aus, die sich positiv auf die Geschäftsdynamik auswirken werde.

Novartis-Aktien nach gutem Quartalsergebnis gesucht

Analysten zeigen sich vom Zahlenwerk ebenfalls überzeugt, insbesondere da beide Sparten gewachsen sind.

Die Novartis-Titel verloren im Schweizer Handel letztendlich 0,70 Prozent auf 82,76 Franken.

Die von Novartis präsentierten Zahlen für das zweite Quartal übertreffen die durchschnittlichen Schätzungen sowohl auf Umsatz- wie auch auf Gewinnebene. Entsprechend zeigen sich die Analysten in ihren ersten Kommentaren zufrieden mit dem Quartalsabschluss. Goldman Sachs spricht stellvertretend für die vorherrschende Meinung von einem "soliden" Ergebnis.

Jeffries und auch Vontobel heben die dynamische Absatzentwicklung der beiden wichtigen Mittel Entresto (Herzleiden) and Cosentyx (Schuppenflechte) hervor. Jefferies äussert sich zudem wohlwollend über die Margenentwicklung.

Nicht ganz so gut wie erhofft liefen im zweiten Quartal dagegen das neue MS-Medikament Kesimpta sowie die Genersatztherapie Zolgensma. Allerdings sei es gerade im Falle des MS-Mittels zu früh, um wirkliche Rückschlüsse zu ziehen, da das Mittel noch nicht so lange auf dem Markt sei, meint etwa der zuständige Bernstein-Analyst.

Positiv hervorgehoben wird von den Analysten derweil die Stabilisierung im Generikageschäft der Sparte Sandoz.

Auf Basis des vom Novartis-Management bekräftigten Ausblicks für das Gesamtjahr rechnen die meisten Analysten mit keinen grösseren Schätzungsanpassungen. Allerdings erachtet Goldman Sachs die nur bestätigte Guidance für das Gesamtjahr als "konservativ.

Insgesamt bleiben die Analysten für die kurzfristige Entwicklung der Novartis-Aktien trotz des guten Quartalsergebnisses relativ zurückhaltend. Das Sentiment sei aktuell eher negativ, die Investoren würden eher Roche favorisieren, heisst es dazu beispielsweise bei Barclays.

hr/gab

Basel (awp)

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Bildquelle: Keystone