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Forschungskooperation 07.04.2021 17:49:00

Novartis baut Onkologie-Pipeline über Zusammenarbeit mit Artios Pharma aus - Aktie dennoch rot

Novartis treibt sein Portfolio im Bereich der Radioligandentherapien (RLT) weiter voran.

Zu diesem Zweck ist der Konzern mit Artios Pharma eine globale Forschungskooperation eingegangen. Konkret geht es dabei um die Entdeckung und Validierung von sogenannten DNA-Schadensreaktionen (DNA Damage Response, DDR), wie aus einer Mitteilung von Artios am Mittwoch hervorgeht.

Im Rahmen der dreijährigen Zusammenarbeit werden Artios und Novartis den Angaben zufolge die Entdeckung und Validierung von diesen DDR-Targets durchführen. Novartis werde bis zu drei exklusive DDR-Targets auswählen und für diese die weltweiten Rechte erhalten, die der Konzern dann mit seinen Radioligandentherapien nutzen kann.

Man könne auf diese Weise das Potenzial von Radioligandentherapien verbessern, heisst es in der Mitteilung weiter. Im Rahmen der Vereinbarung werde Novartis eine Vorauszahlung von 20 Millionen US-Dollar leisten und kurzfristige Forschungsmittel zur Unterstützung der Zusammenarbeit bereitstellen. Artios hat demnach Anspruch auf Meilensteine in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Zulassung und Umsatz sowie auf Lizenzgebühren auf dem Nettoumsatz der von Novartis vermarkteten Produkte.

Wachstumshemmung von Tumorzellen

Die zielgerichtete Radioligandentherapie ist eine Art der Präzisionsmedizin, die zwei Elemente kombiniert: einen zielgerichteten Wirkstoff oder Liganden und ein radioaktives Isotop, das DNA-Schäden verursacht, die das Wachstum und die Replikation des Tumors hemmen.

Diese zielgerichteten Medikamente binden an Marker oder Proteine, die von bestimmten Tumoren oder tumorassoziiertem Gewebe, wie beispielsweise dem Stroma, überexprimiert werden. Aufgrund der hohen Affinität dieser Wirkstoffe für bestimmte Tumorzellen oder tumorassoziiertes Gewebe wird das umgebende gesunde Gewebe weniger stark beeinträchtigt.

Der DNA-Reparaturprozess ist ein entscheidender Vorgang, mit dem Zellen repariert werden. Denn eine Schädigung der Zell-DNA findet fortlaufend im Körper statt. Allerdings müssen Zellen diesen Schaden erkennen und reparieren, um überleben zu können. Unternehmen wie Artios untersuchen nun Möglichkeiten speziell in der Krebsforschung, die auf der Hemmung von DDR-Reparaturprozessen basieren. Für bestimmte Krebszellen sind diese Prozesse nämlich überlebensnotwendig.

Novartis-Aktien gaben am Mittwoch an der SIX letztlich dennoch 1,33 Prozent auf 80,30 Schweizer Franken ab. JPMorgan hat sich am Morgen eher negativ über den Pharmakonzern geäussert und hält die derzeitigen durchschnittlichen Gewinnschätzungen nach wie vor für zu hoch.

hr/

Basel (awp)

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