| Neue Produktlinie |
16.02.2026 17:55:00
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Nestlé-Aktie im Plus: Konzern lanciert "Nestlé Vital" - BLV prüft Vorgehen bei Säuglingsmilch-Fall
Mit einer neuen Getränkelinie für gesundes Altern setzt Nestlé strategische Akzente, während die Schweizer Behörde das Krisenmanagement im Toxin-Fall untersucht.
Nestlé will mit der neuen Marke eine führende Position im Markt für Gesundheits- und Altersvorsorgeernährung einnehmen. Der Bereich zählt zum strategischen Wachstumsfeld des Unternehmens. Der Konzern will am Donnerstag ein Update zu seiner künfigten Strategie geben. Ernährung und Gesundheit soll gemäss Medienberichten künftig neben den Säulen Kaffee, Tiernahrung sowie Lebensmittel und Snacks im Mittelpunkt stehen.
Der Verkaufsstart der neuen Linie erfolgt zunächst in Lateinamerika, später sollen Europa und Asien folgen. Die Drinks enthalten Proteine, Ballaststoffe, Vitamine und spezielle Nährstoffmischungen und werden als Pulver in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Varianten für morgens und abends sollen unterschiedliche Bedürfnisse wie Leistungsfähigkeit am Tag oder Erholung in der Nacht abdecken. Sie sind fettarm und ohne zugesetzten Zucker.
Schweizer Behörde kritisiert Reaktion auf verunreinigte Säuglingsmilch
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit prüft mögliches Fehlverhalten bei Nestlé und fordert im Fall gesundheitlicher Risiken schnellere Rückrufe. Der Vizedirektor des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Michael Beer, übt im "SonntagsBlick" deutliche Kritik an Nestlé und Danone im Zusammenhang mit verunreinigter Säuglingsmilch. Einzelne Konzerne hätten schneller reagieren müssen. Bei einer möglichen Gesundheitsgefährdung müsse "sofort breit zurückgerufen werden - lieber zu viel als zu wenig", so Beer - "erst recht, wenn es um Babynahrung geht!".
Nestlé hatte das Problem mit dem Toxin Cereulid Anfang Dezember als erster Hersteller festgestellt. Zunächst sei eine Produktionslinie in den Niederlanden als Ursache vermutet worden, später habe sich gezeigt, dass das Toxin mutmasslich in einem aus China stammenden Öl eines Zulieferers enthalten gewesen sei. In der Folge wurden betroffene Produkte zurückgerufen. Neben Nestlé sind auch Danone sowie Lactalis involviert.
BLV prüft mögliches Fehlverhalten
Ob die Hersteller ihren gesetzlichen Sorgfaltspflichten vollumfänglich nachgekommen sind, ist laut Beer noch Gegenstand von Abklärungen. "Das können wir Stand jetzt noch nicht beurteilen", sagt er. Sollten Unternehmen Zeit verstreichen lassen oder ihre Pflichten verletzt haben, drohten Bussen oder Strafverfahren. Man werde den Fall "lückenlos aufarbeiten". Beer betont: "Lebensmittelsicherheit steht an erster, zweiter und dritter Stelle."
In der Schweiz wurden dem BLV bislang 15 mögliche Krankheitsfälle gemeldet. Laboranalysen laufen, erste Resultate werden kommende Woche erwartet. Selbst wenn das Toxin nachgewiesen werde, sei dies allerdings nicht automatisch ein Beweis für die Ursache der Erkrankungen, so Beer. Zudem verweist er auf strukturelle Herausforderungen beim internationalen Informationsaustausch, da die Schweiz nicht vollständig in das EU-Lebensmittelsicherheits-System eingebunden ist.
Die Nestlé-Aktie stand im SIX-Handel am Montag letztlich bei 80,17 CHF, was einem Plus von 0,74 Prozent entspricht.jl
Bern (awp)
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