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Margenziel erreicht 13.02.2020 17:55:00

Nestlé 2019 organisch gewachsen - Nestlé-Aktie dennoch im Minus

Nestlé 2019 organisch gewachsen - Nestlé-Aktie dennoch im Minus

Zudem verdiente der Nahrungsmittelkonzern auch mehr. Weiterhin mit hohem Tempo will Nestlé zudem den Umbau seines Portfolios vorantreiben. Allerdings gibt sich der Konzern mehr Zeit für sein mittelfristiges Wachstumsziel.

Nestlé wuchs 2019 aus eigener Kraft um 3,5 Prozent, wie der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller am Donnerstag mitteilte. Die 3,5 Prozent setzten sich zusammen aus einem Mengenwachstum (RIG) von 2,9 Prozent und Preissteigerungen von 0,6 Prozent. Der Gesamtumsatz stieg derweil um 1,2 Prozent auf 92,6 Milliarden Franken.

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Hunde- und Katzenfutter zieht

Vor allem in den USA konnte Nestlé punkten. Wachstumstreiber - in den USA, aber auch weltweit - waren die Heimtierprodukte von Purina. Auch Kaffee habe eine gute Dynamik verzeichnet, unterstützt durch die hohe Nachfrage nach Starbucks-Produkten, die bislang in über 40 Ländern eingeführt worden seien, heisst es. Insgesamt hätten Starbucks-Produkte im Jahr 2019 einen zusätzlichen Umsatz von über 300 Millionen Franken generiert. Vegetarische und pflanzliche Lebensmittel wie pflanzliche Burger hätten ein starkes zweistelliges organisches Wachstum und einen Umsatz von nahezu 200 Millionen Franken erzielt.

Kaum vorwärts ging es dagegen bei der Wasser-Sparte. Hier hat Nestlé bereits einen Umbau angekündigt, das Geschäft soll neu ab dem laufenden Jahr nicht mehr global geführt, sondern innerhalb der Zonen. Nestlé kündigte nun zudem an, weitere Massnahmen zu ergreifen. Überhaupt wolle man sich entschlossen den Geschäftsbereichen annehmen, die unter den Erwartungen lägen.

Margenziel erreicht

Operativ machte der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Cailler-Schokolade und Buitoni-Pizza weitere Fortschritte, so dass ihm eine kräftige Margensteigerung gelang. Vom Umsatz blieben 17,6 Prozent als bereinigter operativer Gewinn übrig, das sind 60 Basispunkte mehr als noch im Vorjahr. Das Mittelfristziel bis 2020 von 17,5 bis 18,5 Prozent wurde damit wie erwartet bereits ein Jahr früher erreicht.

Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich dementsprechend um 4,8 Prozent auf 16,3 Milliarden Franken. Restrukturierungskosten werden dabei jeweils herausgerechnet. Diese Kosten und sonstige Nettoaufwendungen nahmen um über 850 Millionen auf 2,6 Milliarden Franken zu. Grund dafür seien hauptsächlich Goodwill-Abschreibungen bei der chinesischen Marke Yinlu gewesen, hiess es. Das operative Ergebnis inklusive dieser Kosten sank um 0,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Franken.

Unter dem Strich blieben 12,6 Milliarden Franken als Reingewinn, fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Verschiedene Verkäufe - der grösste unter ihnen der Verkauf der Hautpflegesparte Skin Health für 10,2 Milliarden Franken - spülten mehr Geld in die Firmenkasse. Werden Zukäufe abgezogen, verkaufte Nestlé Unternehmensteile im Gesamtwert von 10,4 Milliarden Franken.

Dividende von 2,70 Franken

Die Aktionäre sollen über eine Dividende von 2,70 Franken nach 2,45 Franken im Vorjahr von dem Gewinn profitieren. Das ist die 25. Dividendenerhöhung in Folge. Nestlé sei bestrebt, an dieser Praxis festzuhalten. "Unsere Aktionäre können sich auf einen nachhaltigen und steigenden Kapitalrückfluss verlassen", sagte CEO Mark Schneider in der Mitteilung.

Mit den vorgelegten Zahlen erfüllte Nestlé die Erwartungen der Finanzgemeinde knapp. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 93,3 Milliarden Franken bei einem organischen Wachstum von 3,6 Prozent, eine EBIT-Marge von 17,7 Prozent sowie einen Reingewinn von 12,3 Milliarden Franken erwartet. Zudem rechneten sie mit einer Dividende von 2,68 Franken pro Aktie.

Für das laufende Jahr gibt sich Nestlé zurückhaltender als bisher. Neu wird noch eine weitere Steigerung beim organischen Wachstum erwartet. Bislang hatte Nestlé ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Bereich in Aussicht gestellt. Für 2021/2022 werde dann aber eine anhaltende Beschleunigung in Richtung eines mittleren einstelligen Wachstums erwartet. Nestlé sei auf dem Weg hin zum Ziel eines mittleren einstelligen Wachstums, versicherte Schneider gegenüber Journalisten. "Wir brauchen einfach ein oder zwei Jahre länger."

Weiterer Umbau

Die operative Marge soll sich kontinuierlich verbessern. Zudem soll es auch Steigerungen sowohl beim Gewinn je Aktie zu konstanten Wechselkursen als auch bei der Kapitaleffizienz erwartet. Die Restrukturierungskosten werden auf rund 500 Millionen Franken veranschlagt.

Noch zu früh sei es derweil, um die finanziellen Auswirkungen des Ausbruchs des Coronavirus zu beziffern. China sei der zweitgrösste Markt für Nestlé, rund 8 Prozent der Gruppenumsätze würden dort erwirtschaftet.

Zudem versprach Schneider, das Tempo beim Konzernumbau hochzuhalten. In den letzten drei Jahren entsprach die Portfoliotransformation 12 Prozent des Umsatzes von 2017. "Sie können fest davon ausgehen, dass wir in den nächsten drei Jahren da ein vergleichbares Aktivitätslevel haben werden."

Nestlé schlägt Hanne Jimenez de Mora als neues unabhängiges Mitglied VR vor

Nestlé soll eine neue Schweizer Verwaltungsrätin erhalten. Der Nahrungsmittelkonzern schlägt der Generalversammlung vom 23. April die Wahl von Hanne Jimenez de Mora als neues unabhängiges Mitglied des Gremiums vor, wie er am Donnerstag zusammen mit den Jahreszahlen 2019 mitteilte. Beat Hess tritt derweil nach 12 Jahren aus dem Verwaltungsrat zurück.

Die Schweizer Staatsbürgerin Hanne Jimenez de Mora ist den Angaben zufolge Mitgründerin und Präsidentin der a-connect (group) ag, einer Unternehmensberatung, welche globale Unternehmen bei der Umsetzung kritischer Projekte unterstützt. Davor war sie Partnerin bei McKinsey in der Schweiz. Sie ist zudem Mitglied des Verwaltungsrats des schwedischen Fahrzeugherstellers AB Volvo und des finnischen Technologie- und Maschinenbau-Konzerns Outotec Oyi. Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende und Mitglied des Aufsichtsrats der IMD Business School in Lausanne.

Mit der vorgeschlagenen Nominierten wird der Verwaltungsrat aus 14 Mitgliedern bestehen, von denen laut Nestlé 12 unabhängig sind. Der Konzern betont auch den Wandel im Gremium: einschliesslich der vorgeschlagenen Nominierten seien in den vergangenen fünf Jahren zehn neue unabhängige Verwaltungsratsmitglieder ernannt worden. "Die ständige Erneuerung dieses Gremiums erhöht seine Vielfalt und bringt neue Perspektiven und Erfahrungen in den verschiedenen für Nestlé relevanten Bereichen mit sich", so Nestlé wörtlich.

Nestlé-Aktien nach abgeschwächter Wachstums-Guidance stark unter Druck

Die Aktien von Nestlé standen am Donnerstag stärker unter Druck. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern hat die Wachstumsschätzungen von Analysten knapp verfehlt, zudem hat er die Wachstumsziele etwas nach hinten geschoben. Vor allem letzteres dürfte den Kursrückgang bewirken.

Die Nestlé-Aktien verloren bis zum Ertönen der Schlussglocke 2,22 Prozent auf 104,70 Franken, im Tief waren es gar 103,68 Franken.

Das organische Wachstum hat sich im vierten Quartal auf 3,0 von zuvor 3,7 bzw. 3,9 Prozent abgeschwächt. Analysten hatten zwar einen Rückgang erwartet, allerdings lediglich auf 3,3 Prozent. Zudem geht der Konzern nicht wie bisher davon aus, dass er 2020 ein mittleres einstelliges Wachstum erreichen kann, sondern sieht für 2020 lediglich eine Beschleunigung gegenüber 2019 (3,5%) vor. Erst in den Jahren danach (2021/22) sei der Wert zu erreichen, meinte Nestlé.

Die 2020er-Guidance sei sicher ein Thema bei Investoren, heisst es denn auch bei Goldman Sachs. Vor allem die Frage, wie Nestlé sein Wachstum auf über 4 Prozent beschleunigen könne, dürfte diskutiert werden. Insbesondere könnte aber der Analysten-Konsens für das Wachstum im 2020 etwas zurückkommen, glauben die Analysten der US-Bank. Die Margen-Guidance sei ausserdem etwas vage, bemängeln sie, nachdem der Konzern die Zielbandbreite bereits ein Jahr früher als geplant erreicht habe.

Gemäss ZKB liegen die Zahlen "durchs Band etwas unter den Erwartungen und enttäuschen auch von der Qualität her etwas mit einer stagnierenden Bruttogewinnmarge". Nur zwei der vier Wachstumsbereiche seien im Gesamtjahr überdurchschnittlich gewachsen (Nutrition, Heimtiernahrung), der Kaffee und der Wasserbereich hingegen hätten enttäuscht. Positives Highlight sei einzig die Dividendenerhöhung um 10 Prozent, heisst es.

Viele Verbesserungen

Grundsätzlich wird die Leistung von CEO Schneider in Analysten-Kreisen aber anerkannt. Der zuständige Analyst der Bank Vontobel schreibt in seinem Kommentar: "Investoren könnten sich heute auf das etwas niedrigere organische Wachstum (...) konzentrieren. Wir würden lieber die (...) Verbesserungen im letzten Jahr hervorheben. Alle Projekte sind auf Kurs."

Dies sei immer noch eine sehr robuste Leistung mit einem starken Wachstum in den entwickelten Markten und einer verbesserten Preisgestaltung, heisst es auch bei der britischen Barclays-Bank. Erwähnt wird dabei auch das zweistellige EPS-Wachstum oder das Wachstum das freien Cashflows. Auch bei der US-Bank JP Morgan ist von einem "soliden" vierten Quartal die Rede. Der Wachstums-Ausblick wird als "zielführend" (constructive) bezeichnet.

Gewisse Marktteilnehmer sind denn nicht allzu überrascht, dass Nestlé das Wachstumsziel nach hinten schieben musste. Viele Analysten würden das in ihren Schätzungen bereits einberechnen, heisst es etwa. So liegt der Analysten-Konsens für das Gesamtjahr 2020 lediglich bei 3,9 Prozent. Aber es sei natürlich immer eine Enttäuschung, wenn Ziele nicht erreicht würden. Zudem habe die Aktie in der zweiten Januar-Hälfte einen guten Lauf gehabt. Die eher schwächere Performance der Aktie dürfte anhalten, solange die Aktienmärkte sich nach oben bewegten.

tt/uh

Vevey (awp)

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Bildquelle: Nestlé S.A.,Keystone,ZVG

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Basiswert Valor Fälligkeitstag Maximale Rendite p.a.
Nestlé / Novartis / Roche GS 51176642 20.07.2021 9.79 %
Nestlé / Novartis / Roche GS 48130587 26.07.2021 8.24 %
Nestlé / Novartis / Roche GS 48927600 09.09.2021 8.20 %

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