Cavendish Hydrogen Aktie 135716490 / NO0013219535
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22.05.2026 17:40:00
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NEL ASA und Cavendish drehen auf - Anleger reagieren auf Wasserstoff-Zahlen
Cavendish Hydrogen hat im ersten Quartal 2026 den Umsatz deutlich gesteigert und wichtige Projekte vorangetrieben. Dennoch bleibt die Profitabilität das grosse Problem.
• EBITDA bleibt tief im negativen Bereich
• Kapitalerhöhung soll weiteren Wachstumskurs absichern
Der dänische Spezialist für Wasserstofftankstellen, Cavendish Hydrogen, hat seine Finanzergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt.
Die präsentierten Kennzahlen spiegeln ein zweigeteiltes Bild wider: Während das operative Geschäft an Fahrt gewinnt und die installierte Basis wächst, belastet die mangelnde Profitabilität weiterhin das Gesamtbild des Sektors für emissionsfreie Mobilität.
Deutliche Umsatzbelebung gegenüber dem Vorquartal
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete Cavendish Hydrogen einen Umsatz von 2,8 Millionen Euro. Im direkten Vergleich zum schwachen vierten Quartal 2025 bedeutet dies eine deutliche Umsatzsteigerung von rund 47 Prozent. Zurückzuführen ist dieses operative Wachstum vor allem auf eine gestiegene Anzahl an Systemauslieferungen. So lieferte das Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres massgebliche Kernkomponenten für ein umfangreiches Modernisierungsprojekt einer bestehenden Tankstelle in Polen aus. Trotz des sequenziellen Wachstums verbleiben die Erlöse im historischen Jahresvergleich jedoch unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
Auch auf technologischer Ebene verzeichnet das Unternehmen wichtige Fortschritte. Die Menge des über die Cavendish-Stationen abgegebenen Wasserstoffs stabilisierte sich im abgelaufenen Quartal mit rund 368,157 Kilogramm auf einem historisch hohen Niveau. Zudem stärkte das Management seine globale Marktpräsenz durch die Inbetriebnahme einer dritten Grosstankstelle für einen führenden US-Kunden in Kalifornien. Im europäischen Kernmarkt gelang es Cavendish, einen wichtigen Neuauftrag für den Bau einer Wasserstoff-Bus-Tankstelle mit der Oberhessischen Verkehrsgesellschaft (OVAG) in Deutschland zu sichern.
Die Nabelschnur zur Mutter NEL bleibt ein zentraler Faktor
Die Entwicklung von Cavendish Hydrogen lässt sich kaum ohne den Blick auf NEL ASA bewerten. Das Spin-off, bei dem das Betankungsgeschäft als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht wurde, sollte NEL die Konzentration auf das reine Elektrolyseur-Geschäft ermöglichen. NEL agiert dabei jedoch nicht mehr nur als ehemaliger Eigentümer, sondern stützte das ausgegliederte Unternehmen zuletzt als strategischer Grossaktionär mit einer Beteiligung von knapp unter fünf Prozent. Da auch NEL mit den eigenen Quartalszahlen für das erste Quartal kämpfte und einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 148 Millionen Norwegische Kronen verzeichnete, galten die Cavendish-Zahlen in Branchenkreisen als nächster elementarer Test für die gesamte, krisengeschüttelte Wasserstoff-Branche. Die Ergebnisse von Cavendish zeigen, dass beide Unternehmen trotz getrennter Wege mit ähnlichen Problemen beim Markthochlauf kämpfen.
Kapitalerhöhung stützt die Bilanz bei anhaltenden EBITDA-Verlusten
Trotz der positiven Umsatzdynamik kämpft Cavendish Hydrogen weiterhin mit hohen operativen Kosten. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im ersten Quartal bei minus 4,0 Millionen Euro und verharre damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorquartal. Die Liquiditätsreserven des Konzerns beliefen sich zum Ende des Quartals am 31. März 2026 auf 16,5 Millionen Euro.
Um die finanzielle Stabilität für den weiteren Markthochlauf zu sichern, leitete die Unternehmensleitung unmittelbar nach dem Quartalsende wichtige strategische Schritte ein. Durch eine neu vereinbarte Partnerschaft und Kapitalbeteiligung mit der österreichischen BHDT GmbH wird Cavendish eine Eigenkapitalspritze in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro (ca. 52 Millionen Norwegische Kronen) zufliessen. Diese Transaktion, die bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 abgeschlossen sein soll, stärkt die Kapitalbasis massgeblich. Kurz vor der Veröffentlichung des Berichts vereinbarte Cavendish zudem einen weiteren Liefervertrag über eine Wasserstofftankstelle in Nordwesteuropa mit dem langjährigen Partner Mesure Process.
Gemischte Signale für den Börsenkurs
An den Finanzmärkten sorgte der Quartalsbericht für eine volatile Reaktion. Nach Bekanntgabe der anhaltenden Verluste gab das Papier an der Osloer Börse am Donnerstag zunächst deutlich nach und rutschte um 6,74 Prozent auf 8,02 NOK ab. Am heutigen Freitag folgt eine Gegenbewegung: Die Cavendish-Aktie zeigte schliesslich ein klares Plus von 6,11 Prozent bei 8,51 NOK. Die NEL-Aktie, die am Vortag schon 4,54 Prozent auf 3,11 NOK gewonnen hatte, zeigte am Freitag letztlich einen kräftigen Aufschlag von 14,95 Prozent auf 3,58 NOK.
Das treibt Anleger um
Marktteilnehmer zeigen sich dennoch weiterhin besorgt über die Zeitspanne, die das Unternehmen bis zum Erreichen der Gewinnschwelle benötigen wird, auch wenn das übergeordnete Bild für das laufende Jahr positiv bleibt.
Für langfristig orientierte Investoren könnte die Aktie laut Analysteneinschätzungen auf dem aktuellen Niveau zwar unterbewertet sein, das Papier dürfte jedoch ein hochspekulatives Investment im Bereich der grünen Energiewende bleiben.
Claudia Stephan, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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