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28.07.2020 06:00:00

MEDIENMITTEILUNG; HALBJAHRESBERICHT 2020 – GEPRÄGT VON DER COVID-19-PANDEMIE

Baar, 28. Juli 2020

Das erste Halbjahr 2020 war stark geprägt von den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie von negativen Währungseinflüssen. Die Geschäftsentwicklung bis Mitte Februar war gut, danach begannen die pandemiebedingten globalen Herausforderungen in beiden Geschäftsbereichen. Die ersten Anzeichen und negativen Einflüsse konnte Forbo bereits während des verlängerten chinesischen Neujahrs in seinen asiatischen Aktivitäten feststellen. Sukzessive breitete sich COVID-19 danach in Europa und weiter in die amerikanischen Regionen aus und beeinträchtigte massgeblich Forbos Aktivitäten.

Viele der 25 Produktionsstandorte und 6 Konfektionierungszentren weltweit mussten infolge behördlicher Anordnungen oder zum Schutz seiner Mitarbeitenden zeitweise geschlossen werden. Baustellen wurden in vielen Märkten kurzfristig stillgelegt und Bauprojekte wurden aufgrund der ausserordentlichen Situation auf unbestimmte Zeit verschoben oder ganz aufgegeben. Viele Projekte der Kunden von Movement Systems wurden zurückgestellt, wie etwa der Ausbau von Flughafeninfrastrukturen oder Erneuerungen in Industrieproduktionsstätten. Aufgrund von lokalen Lockdowns, insbesondere in Europa, waren Kunden und Geschäftspartner vorübergehend nicht mehr erreichbar.

Zentral koordiniert hat Forbo alles darangesetzt, um seine Mitarbeitenden mit Hygiene- und Schutzkonzepten sowie Anpassungen in den Arbeitsabläufen zu schützen und gleichzeitig die Geschäftskontinuität zu wahren, sodass seine Lieferketten trotz grosser Restriktionen insgesamt weitgehend intakt blieben.

Um die negativen Effekte des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds zu mindern, hat Forbo Fremdkosten reduziert, Betriebsstrukturen angepasst sowie Neueinstellungen aufs Notwendigste reduziert. Gleichzeitig wurden verschiedene Kostensenkungsmassnahmen umgesetzt.

Die solide finanzielle Struktur von Forbo hat es erlaubt, auch in dieser schwierigen Periode alle strategischen Projekte weiterzuführen, um die Marktpositionen auch für die Zukunft zu sichern. Die Investitionen der Berichtsperiode in wichtige operative und strategische Projekte (gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte, neue Produkte und innovative Produktentwicklungen sowie Digitalisierung) wurden gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um rund 20 Prozent erhöht.

Aufgrund des nach wie vor starken Schweizer Frankens führte die Umrechnung der lokalen Ergebnisse in die Konzernwährung im Vergleich zum ersten Semester 2019 zu einem negativen Währungseffekt (rund CHF 33 Mio beim Umsatz und CHF 4 Mio beim Betriebsergebnis). Alle Hauptwährungen von Forbo waren davon betroffen, am stärksten der Euro, das britische Pfund, der chinesische Renminbi sowie die schwedische Krone.

Globaler Nachfrageeinbruch gegen Ende des ersten Quartals 2020

Im ersten Halbjahr 2020 erwirtschaftete Forbo in diesem überaus anspruchsvollen Umfeld mit CHF 542,3 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 649,4 Mio) einen um 11,4% tieferen Nettoumsatz in Lokalwährungen (–16,5% in Konzernwährung). Über die gesamte Gruppe betrachtet, lag der Umsatzrückgang in Lokalwährungen in allen drei Regionen in ähnlichem Rahmen. Lokale Märkte und Kundensegmente waren zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich stark betroffen. Anfangs wurden Aufträge storniert oder mit Verzögerung abgerufen, danach wurden viele Projekte auf unbestimmte Zeit verschoben oder gänzlich gestrichen.

Flooring Systems verzeichnete einen Umsatzrückgang von 11,1% in Lokalwährungen (–16,4% in Konzernwährung), der am meisten geprägt war von zeitweise sehr markanten Nachfrageeinbrüchen in den Kernmärkten Frankreich und Grossbritannien sowie in Italien und Spanien.

Movement Systems verzeichnete eine Umsatzreduktion von 12,0% in Lokalwährungen (–16,6% in Konzernwährung), die in den asiatischen Märkten begann, anschliessend die europäischen Aktivitäten beeinflusste und sich nun stark im Kernmarkt USA auswirkt.

Profitabilität von Umsatzrückgang und starkem Schweizer Franken geprägt

Die besonderen Umstände aufgrund von COVID-19 und negative Währungseinflüsse prägten die Profitabilität massgeblich. Stillstehende Baustellen und Produktionsstätten von Kunden sowie mehrwöchige Schliessungen von Forbo-Werken bei hohen Fixkosten führten zu deutlichen Umsatz- und Ertragsrückgängen. Die aktuelle Produktion und Fabrikation unter den COVID-Schutz- und Sicherheitsmassnahmen in den Forbo-Werken hat noch nicht das angestrebte Produktivitätsniveau erreicht.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) belief sich auf CHF 68,4 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 106,1 Mio), was einer Abnahme von 35,5% entspricht. Die EBITDA-Marge reduzierte sich auf 12,6% (Vergleichsperiode Vorjahr: 16,3%). Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit CHF 41,1 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 77,3 Mio) um 46,8% tiefer. Die EBIT-Marge reduzierte sich auf 7,6% (Vergleichsperiode Vorjahr: 11,9%).

Konzernergebnis

Basierend auf dem tieferen Betriebsergebnis und einem leicht negativen Finanzergebnis verminderte sich das Konzernergebnis auf CHF 31,7 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 61,2 Mio), was einem Rückgang von 48,2% entspricht. Der Gewinn pro Aktie (unverwässert) nahm um 48,0% ab und belief sich auf CHF 19,84 (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 38,19).

Unverändert starke Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital belief sich per Ende Juni 2020 auf CHF 640,8 Mio (Jahresende 2019: CHF 676,6 Mio). Die Eigenkapitalquote betrug 60,7% (Jahresende 2019: 61,7%).

Weiterhin solide Bilanz

Der Nettobestand an flüssigen Mitteln belief sich per Ende Juni 2020 auf CHF 186,0 Mio (Jahresende 2019: CHF 217,5 Mio). Diese Reduktion ist grösstenteils auf die Auszahlung der Dividende zurückzuführen. Zusätzlich hielt Forbo eigene Aktien im Wert von CHF 73,1 Mio, bewertet zum Kurs von Ende Juni 2020 (Jahresende 2019: CHF 80,2 Mio).

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich Forbo Flooring Systems erzielte im ersten Semester 2020 einen Umsatz von CHF 366,2 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 438,3 Mio). Die Umsatzreduktion in den Regionen Europa und Asien/Pazifik war prozentual knapp zweistellig, in Amerikas hoch einstellig. Nebst den bereits erwähnten, aussergewöhnlich markanten Einbrüchen in Europa hielt sich der wichtige Kernmarkt Deutschland auf Vorjahresniveau, die meisten nordischen Märkte verzeichneten ein leichtes Umsatzplus und der Wachstumsmarkt Russland erhöhte den Umsatz. Aufgrund der schwächeren Nachfrage bereits während des Vorjahrs war der Rückgang im Kernmarkt USA anfangs nicht so deutlich ausgeprägt, was sich im Verlauf des zweiten Quartals verstärkt hat. Mittlerweile finden kaum mehr Aktivitäten in wichtigen Kundensegmenten wie Retail, Büro und Gastgewerbe statt. In Asien/Pazifik waren die positiven Ausnahmen Japan und Australien, alle übrigen Märkte verzeichneten zu unterschiedlichen Zeitpunkten deutliche Nachfragerückgänge.

Die Aktivität der Bauklebstoffe wies insgesamt ein gutes Umsatzwachstum aus, was darauf zurückzuführen ist, dass für Bauklebstoffe die Auswirkungen zeitverzögert zu spüren waren.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 35,3% auf CHF 36,6 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 56,6 Mio). Dieser Rückgang ist die Folge der negativen Umsatzentwicklung sowie einer für den Umsatz zu hohen Kostenbasis. Die EBIT-Marge reduzierte sich auf 10,0% (Vergleichsperiode Vorjahr: 12,9%). In den kommenden Monaten gilt es, anhand gezielter Marktaktivitäten mit dem vielfältigen Produktportfolio von Flooring Systems sowie einem zuverlässigen Servicelevel Forbos Wettbewerbsvorteile wahrzunehmen.

Der Geschäftsbereich Forbo Movement Systems erzielte in der ersten Jahreshälfte 2020 einen Umsatz von CHF 176,1 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 211,1 Mio). Das Umsatzminus in den Regionen Europa und Asien/Pazifik war prozentual jeweils knapp zweistellig und in der Region Amerikas etwas höher. In Europa verzeichneten, bis auf ein paar wenige kleinere, alle Märkte einen teilweise markanten Umsatzrückgang. Grossbritannien, Frankreich, Italien und Spanien waren am stärksten betroffen. In Amerikas hat es die USA im Verlauf des zweiten Quartals massiv getroffen, da Kernsegmente wie Sport, industrielle Produktion und Flughäfen kaum aktiv waren. Der Wachstumsmarkt Mexiko konnte das Vorjahresniveau aufgrund eines ausgeprägten Lebensmittelsegments halten. In Asien/Pazifik zeigte sich ein sehr heterogenes Bild. Der Kernmarkt China wurde im ersten Quartal sehr hart getroffen, konnte sich im Verlauf der vergangenen Wochen jedoch etwas erholen. Der ebenso bedeutende Markt in Japan hat sich noch nicht erholt, gleichermassen auch das massiv betroffene Indien sowie Wachstumsmärkte in Südostasien.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 61,8% auf CHF 10,2 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 26,7 Mio), dies infolge der negativen Umsatzentwicklung, der weiterhin hohen Abschreibungen aufgrund der in der Vergangenheit getätigten Investitionen sowie einer hohen Fixkostenbasis. Die EBIT-Marge belief sich auf 5,8% (Vergleichsperiode Vorjahr: 12,7%). Im zweiten Halbjahr arbeitet Movement Systems fokussiert und eng mit seinen Hauptkundensegmenten zusammen, um die benötigten Produkte und Servicedienstleistungen möglichst optimal und effizient zur Verfügung zu stellen.

Fokus auf Kostenstruktur

Forbo verfügt über eine solide Kapitalstruktur, eine gute Liquidität, einen robusten Cashflow und ist schuldenfrei. Forbo konnte deshalb alle strategisch wichtigen Projekte, trotz der schwierigen Situation, weiterführen. Massnahmen, um die Kosten dem tieferen Umsatzniveau anzupassen, sind seit einigen Monaten im Gang und werden situativ auch im zweiten Halbjahr weitergeführt. Damit sollte es gelingen, trotz dieser ausserordentlichen Herausforderungen Forbos Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.

Ausblick für 2020

Der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Situation in den einzelnen Ländern und Kundensegmenten können nicht eingeschätzt werden. Obschon mittlerweile wieder alle Forbo-Standorte – wenn auch teilweise limitiert – operativ sind, können weitere Einschränkungen nicht ausgeschlossen werden. In den schwer betroffenen und für Forbo wichtigen Kernmärkten wie USA und Grossbritannien ist zurzeit eine Markterholung noch nicht absehbar.

Aufgrund der Unberechenbarkeit der aktuellen Umstände ist es schwierig, vorbehaltlos einen Ausblick auf die nächsten Monate zu geben. Unter der Voraussetzung, dass die Pandemie in Forbos wichtigen Märkten in den nächsten Monaten etwas abklingt und keine weiteren Wellen von Infektionen entstehen, erwartet Forbo im zweiten Halbjahr 2020 einen etwas höheren Umsatz sowie aufgrund der getätigten Kostenanpassungen eine Verbesserung des Konzernergebnisses gegenüber dem ersten Semester 2020.

Weitere Informationen finden Sie im Halbjahresbericht 2020, der heute Morgen früh im Internet elektronisch publiziert wurde:

www.forbo.com – Investoren

Forbo ist ein führender Hersteller von Bodenbelägen, Bauklebstoffen sowie Antriebs- und Leichtfördertechnik. Das Unternehmen beschäftigt über 5 400 Mitarbeitende und verfügt über ein internationales Netz von 25 Standorten mit Produktion und Vertrieb, 6 Konfektionierungszentren sowie 48 reinen Vertriebsgesellschaften in weltweit insgesamt 38 Ländern. Der Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2019 betrug CHF 1 282,2 Mio. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Baar im Kanton Zug, Schweiz.

Die Konzerngesellschaft Forbo Holding AG ist an der SIX Swiss Exchange kotiert (Valorennummer 354151, ISIN CH0003541510, Bloomberg FORN SW, Reuters FORN.S).

Kontaktperson:

This E. Schneider

Exekutiver Verwaltungsratspräsident

Telefon +41 58 787 25 49

Fax +41 58 787 20 49

www.forbo.com