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19.03.2020 14:04:06

MÄRKTE USA/Trotz Unterstützungsmassnahmen keine Erholung in Sicht

NEW YORK (Dow Jones)--Trotz der Talfahrt vom Mittwoch ist auch am Donnerstag an den US-Börsen noch kein Boden in Sicht. Die Futures auf die grossen US-Aktienindizen liegen vorbörslich bis zu 2,7 Prozent im Minus. Zwar haben am Mittwoch und Donnerstag Regierungen und Zentralbanken neue Massnahmen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu mildern, doch ist die Angst der Anleger vor einer Rezession zu gross, als dass sie sich dadurch beruhigen liessen.

In den USA hat der Kongress am späten Mittwoch ein 100 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket verabschiedet, das unter anderem die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vorsieht. Weitere Massnahmen, etwa Direktzahlungen an die Bevölkerung, sind in Planung. In der Nacht beschloss die Europäische Zentralbank ein Anleihekaufprogramm im Volumen von 750 Milliarden Euro, und am Donnerstag senkte die australische Zentralbank zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen den Leitzins auf ein Rekordtief.

Aktuelle Konjunkturdaten zeigen erste Spuren der Corona-Krise und bestätigen die Investoren in ihrer Skepsis. So haben in der vergangenen Woche deutlich mehr Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt als erwartet, wenngleich die Gesamtzahl der Anträge mit 281.000 immer noch sehr niedrig ist. Darüber hinaus ist der Philadelphia-Fed-Index im März überraschend drastisch eingebrochen auf minus 12,7 Punkte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf plus 9 vorhergesagt, nachdem im Februar ein Stand von 36,7 verzeichnet worden war.

Das Leistungsbilanzdefizit im vierten Quartal war etwas geringer als erwartet. Eine halbe Stunde nach der Startglocke folgt der Index der Frühindikatoren aus dem Februar.

Rezessionsangst treibt Anleger auch aus "sicheren Häfen"

Da Anleger am Erfolg der diversen Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft zweifeln, verkaufen sie selbst Assets, die eigentlich als sichere Häfen in Krisenzeiten gelten. Das zeigt sich am Anleihemarkt, wo die Renditen trotz der heftigen Verluste am Aktienmarkt in den vergangenen Tagen kräftig angezogen haben. Aktuell kommt die Rendite zehnjähriger US-Anleihen allerdings wieder um 3,2 Basispunkte zurück auf 1,15 Prozent.

Auch Gold, das vor nicht einmal zwei Wochen bei knapp über 1.700 Dollar ein Mehrjahreshoch markierte, wird abgestossen. Die Feinunze verbilligt sich um 0,8 Prozent auf 1.475 Dollar.

Dafür dauert die Flucht in den Dollar als weltweit meistgenutzte Währung an. Der Euro rutscht unter die Marke von 1,08 Dollar und kostet aktuell 1,0755 Dollar. Das britische Pfund, das schon am Mittwoch zur US-Währung auf den tiefsten Stand seit 35 Jahren abgestürzt war, war im Tagestief am Donnerstag für 1,1473 Dollar zu haben, erholt sich nun aber auf knapp 1,16 Dollar.

Am Ölmarkt kommt es nach dem Absturz vom Mittwoch zu einer Gegenbewegung. Das Barrel der US-Sorte WTI erholt sich um 8,4 Prozent auf 22,08 Dollar. Brent steigt um 3,2 Prozent auf 25,68 Dollar.

Furcht vor Dividendenstreichung belastet Ford

Die Ford-Aktie fällt vorbörslich um 2,9 Prozent. Hier belasten Befürchtungen, der Autokonzern könnte seine Quartalsdividende streichen, die im April fällig wäre. Analyst Michael Ward von Benchmark vermutet, dass die noch nicht absehbaren Folgen der Coronavirus-Pandemie das Unternehmen dazu zwingen könnten. Ford plant bisher eine Quartalsdividende von 15 US-Cent, was nach dem jüngsten Kursverfall der Aktie einer Dividendenrendite von stattlichen 13,3 Prozent entspräche.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 0,51 -3,3 0,54 -69,1

5 Jahre 0,74 -5,8 0,79 -118,8

7 Jahre 1,04 -4,3 1,09 -120,4

10 Jahre 1,15 -3,2 1,18 -129,3

30 Jahre 1,75 -2,7 1,78 -131,8

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 9:44 Uhr Fr, 17:38 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0755 -1,62% 1,1208 1,1062 -4,1%

EUR/JPY 117,98 -0,10% 119,13 118,99 -3,2%

EUR/CHF 1,0534 -0,37% 1,0549 1,0565 -3,0%

EUR/GBP 0,9269 -1,30% 0,9064 0,8944 +9,5%

USD/JPY 109,75 +1,60% 106,32 107,55 +0,9%

GBP/USD 1,1596 -0,34% 1,2366 1,2366 -12,5%

USD/CNH (Offshore) 7,1564 +1,22% 7,0100 7,0302 +2,7%

Bitcoin

BTC/USD 5.781,26 +8,10% 4.855,76 5.365,01 -19,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 22,08 20,37 +8,4% 1,71 -63,5%

Brent/ICE 25,68 24,88 +3,2% 0,80 -60,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.475,20 1.486,35 -0,8% -11,15 -2,8%

Silber (Spot) 11,94 12,07 -1,1% -0,13 -33,1%

Platin (Spot) 595,90 625,90 -4,8% -30,00 -38,3%

Kupfer-Future 2,14 2,15 -0,5% -0,01 -23,6%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/mgo

(END) Dow Jones Newswires

March 19, 2020 09:04 ET (13:04 GMT)