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31.05.2019 15:50:44

MÄRKTE EUROPA/Keine Verschnaufpause an den Börsen

FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen bleiben am Freitagnachmittag unter schwerem Verkaufsdruck. Nicht nur zeichnet sich keine Lösung im US-chinesischen Konflikt ab, US-Präsident Donald Trump verschärft wieder den Ton Richtung Mexiko. Per Tweet hat Trump angekündigt, ab dem 10. Juni Strafzölle von 5 Prozent auf mexikanische Importe zu erheben, sollte die Regierung von Andres Manuel Lopez Obrador keine wirksamen Massnahmen gegen die illegale Einwanderung in die USA unternehmen.

Die Zölle sollen dann schrittweise bis Oktober auf 25 Prozent steigen. Pures Gift aus Börsensicht ist hierbei, dass Einwanderungs- und Handelspolitik in einen Topf geworfen werden - damit ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Strategen sprechen von "dramatischen" Entwicklungen. "Es zeigt einmal mehr, wie wenig Trump berechenbar ist", heisst es im Handel. Der DAX verliert 1,9 Prozent auf 11.676 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 1,7 Prozent auf 3.261 nach unten.

Bessere US-Daten stützen nicht. Sowohl die persönlichen Einkommen wie auch die Ausgaben sind im April über den Erwartungen ausgefallen. Die Daten unterstreichen die aktuelle Stärke der US-Wirtschaft. Es stellt sich allerdings die Frage, wie sich die Wirtschaft bei einer Verschärfung des Handelskonflikts halten wird. Die stark inverse Zinskurve sendet ein lautes Warnsignal aus. In den US-Futures werden nun bis Mitte 2020 bereits bis zu drei Zinssenkungen in den USA eingepreist.

Rendite 10-jähriger Bundesanleihen fällt auf Rekordtief

Zum anderen gibt es Anzeichen, dass der US-chinesische Handelskonflikt bereits deutlichere Spuren im Wirtschaftswachstum in China hinterlassen hat. Die Aktivität in der chinesischen Industrie ist im Mai wegen einer schwachen Auslandsnachfrage unerwartet deutlich gesunken. Der Ölpreis bricht ein, während die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen bei minus 0,21 Prozent ein neues Allzeittief markiert hat. Gold springt derweil Richtung 1.300 Dollar die Feinunze.

"Es sind vor allem die Automobilhersteller und deren Zulieferer, die von den Zöllen betroffen sind", so ein Marktteilnehmer zu den US-Strafzöllen auf mexikanische Importe. Und hier dürfte es vor allem die Unternehmen belasten, die in Mexiko für den US-Markt produzieren. Stark betroffen wären VW (minus 3,5 Prozent) und deren Zulieferer. Aber auch BMW (minus 2,3 Prozent) und Fiat Chrysler (minus 5,1 Prozent) importierten aus Mexiko in die USA. Der Branchen-Index stellt mit einem Abschlag von 2,9 Prozent den grössten Verlierer in Europa.

Das Schlagzeilenrisiko bei Bayer (minus 3,1 Prozent) bleibt derweil hoch. "Der Monsanto-Kauf entwickelt sich für Bayer immer mehr zu einer Black Box", so ein Aktienhändler. Dabei verweist er auf eine neue Klage gegen Monsanto in den USA. In Kalifornien soll diese im Zusammenhang mit der PCB-Produktion in den Jahren 1935 bis 1977 eingereicht worden sein, hier geht es um die damit verbundenen Umweltschäden.

Wirecard mit erneut negativer Presse

Aber auch die Finanzwerte neigen zum Wochenschluss erneut zur Schwäche, der Sektor-Index verliert 2,3 Prozent. Zum einen belastet der globale Zinsschwund. Zum anderen drückt Italien. Dort rüstet Innenminister Matteo Salvini rhetorisch weiter auf. "Salvini wird auf jeden Fall den Machtkampf mit Brüssel suchen", erwartet Thomas Altmann von QC Partners. Zudem erscheinen in Italien vorzeitige Neuwahlen möglich.

Wirecard brechen um 7,6 Prozent ein. Marktteilnehmer verweisen auf einen Handelsblatt-Artikel, demzufolge mehrere Staatsanwaltschaften unter anderem in Wirecard einen zentralen Zahlungsabwickler für ein internationales Cyberkriminellen-Netzwerk rund um Seiten wie Option888 sehen. Dialog Semiconductor verlieren nach einer Herunterstufung durch Bank of America-Merill Lynch 4,1 Prozent. Technologieaktien halten sich mit Abgaben von 1,3 Prozent insgesamt vergleichsweise gut.

Trotz solider Zahlen geht es für Wizz Air in London um 2,5 Prozent nach unten. Das liegt zum einen am Gesamtmarktumfeld. Zum anderen hat die Airline einen laut Berenberg konservativen Ausblick geliefert. Wie die Analysten anmerken, liegt die Mitte der Gewinnprognosen für 2020 7 Prozent unter den Konsensschätzungen.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.261,04 -1,72 -57,11 8,65

Stoxx-50 3.028,86 -1,30 -39,88 9,74

DAX 11.675,64 -1,90 -226,44 10,58

MDAX 24.594,88 -1,31 -326,97 13,93

TecDAX 2.735,99 -2,57 -72,21 11,66

SDAX 10.750,62 -1,55 -169,74 13,06

FTSE 7.144,29 -1,02 -73,87 7,28

CAC 5.169,57 -1,51 -79,34 9,28

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,20 -0,03 -0,44

US-Zehnjahresrendite 2,17 -0,05 -0,51

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:26 Uhr Do, 17:30 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1157 +0,25% 1,1131 1,1136 -2,7%

EUR/JPY 121,35 -0,53% 121,25 122,19 -3,5%

EUR/CHF 1,1212 -0,05% 1,1200 1,1223 -0,4%

EUR/GBP 0,8866 +0,44% 0,8829 0,8833 -1,5%

USD/JPY 108,76 -0,77% 108,94 109,72 -0,8%

GBP/USD 1,2585 -0,18% 1,2607 1,2607 -1,4%

Bitcoin

BTC/USD 8.398,25 +2,23% 8.262,25 8.737,25 +125,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 54,85 56,59 -3,1% -1,74 +16,0%

Brent/ICE 64,78 66,87 -3,1% -2,09 +17,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.298,28 1.288,85 +0,7% +9,43 +1,2%

Silber (Spot) 14,53 14,53 -0,0% -0,00 -6,2%

Platin (Spot) 793,91 797,00 -0,4% -3,09 -0,3%

Kupfer-Future 2,63 2,65 -0,8% -0,02 -0,3%

===

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

May 31, 2019 09:51 ET (13:51 GMT)

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