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30.12.2016 18:36:45

MÄRKTE EUROPA/2016 war kein einfaches Jahr für Investoren

-1 of 2- 30 Dec 2016 17:06:00 UTC  DJ MÄRKTE EUROPA/2016 war kein einfaches Jahr für Investoren

   Von Thomas Leppert

   FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem aufregendem Jahr können sich die Anleger entspannt zurücklehnen. Am letzten Handelstag des Jahres gab es noch eine Reihe von Kursgewinnern, teilweise stiegen die Aktien-Indizes in Europa auf neue Jahres- oder sogar Allzeithochs. Der Aktienmarkt in London verzeichnete mit einem Plus von 14,4 Prozent das beste Jahr seit 2013. Nach einer Serie von fünf Tagen im Plus schloss der FTSE-100-Index am Freitag zudem auf Allzeithoch. Auch der MDAX schnupperte nochmals Rekordluft, der Dax (plus 0,3 Prozent) wie auch der Euro-Stoxx-50 (plus 0,3 Prozent) erklommen neue Höchststände für das Jahr. Aber es gab auch Verlierer, wie die Börsen in Italien oder Portugal.

2016 lieferte eine Serie von Überraschungen Das Jahr 2016 begann für die Aktienmärkte mit einem Paukenschlag. Am ersten Handelstag des Jahres brach der DAX um 4,3 Prozent ein, das war der schwächste Auftakt seit 1988. Die Angst vor einem von China angeführten weltweiten Wachstumsabschwung trieb die Kurse die kommenden Wochen in den Keller. Am 23. Juni folgte der nächste Schock. Völlig überraschend und entgegen allen Prognosen entschieden sich die Briten in einem Referendum dafür, die EU zu verlassen. Der "Brexit" war jedoch keine zweite Lehman-Brothers-Krise, und der britischen Wirtschaft blieb bisher eine Rezession erspart.

   Das grösste politische Erdbeben löste die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 8. November aus. Auch hier lagen die Analysten falsch - sie hatten den Protestschrei der Globalisierungsverlierer unterschätzt. Noch verwunderlicher war aber die Reaktion an den Börsen: Quasi über Nacht wurde aus dem Angstgespenst Trump, der für Handelsbarrieren und Strafzölle stand, ein neuer Heilsbringer, der mit Steuersenkungen und milliardenschweren Konjunkturprogrammen die USA nach vorne bringen will. Die Trump-Wahl gab den Startschuss zu einer massiven Rally an den Börsen.

   In diesem von einem neuen Optimismus geprägten Umfeld erhöhte die US-Notenbank Mitte Dezember die Leitzinsen. Es war erst die zweite Zinserhöhung in den vergangenen zehn Jahren, unterstrich aber, dass die US-Wirtschaft dabei ist, die Wirtschafts- und Finanzkrise hinter sich zu lassen. Für das kommende Jahr haben die US-Währungshüter gleich drei Zinsschritte in Aussicht gestellt.

Euro litt unter der Notenbank-Politik Der Euro ist einer der Verlierer des Jahres. Im Dezember notierte er mit Kursen von 1,04 Dollar auf dem niedrigsten Niveau seit 2003. Dies liegt unter anderem daran, dass die US-Notenbank die Zinsen im Dezember angehoben und mit einem weiteren Anziehen der Zinsschraube zu rechnen ist. Die Europäische Zentralbank hat dagegen kürzlich das Anleihekaufprogramm bis Ende kommenden Jahres verlängert. Die Zinsen im Euroraum befinden sich weiterhin am Boden, auch wenn sie in den vergangenen Wochen leicht gestiegen sind. Während die Bundesanleihen mit einer Laufzeit bis zu neun Jahren im negativen Bereich rentieren, werfen die zehnjährigen Bunds eine kleine Rendite von 0,2 Prozent ab.

Börsen in Südeuropa liefen dem Norden hinterher Während der DAX (Kursindex) das Jahr mit einem Plus von 3,7 Prozent beendet hat, reichte es im Euro-Stoxx-50 lediglich für ein kleines Plus von 0,5 Prozent. Ein Blick auf die Indizes zeigt, dass vor allem die Märkte im Süden Europas enttäuschten. So schloss die Börse in Mailand das Jahr mit einem Minus von 10 Prozent ab. Italien bekommt die dringend notwendigen Reformen nicht auf den Weg, zu viele Menschen suchen weiterhin Arbeit, und der Staat ist überschuldet. Zudem könnten im kommenden Jahr Neuwahlen anstehen, aus denen die Euro-Gegner gestärkt hervorgehen dürften.

   Auch die Börse in Lissabon kam nicht richtig in Schwung und weist für die zurückliegenden zwölf Monate ein Minus von knapp 12 Prozent aus. Die Nachbarn in Spanien leiden zudem unter der Schwäche der heimischen Banken, der Madrider Index schloss 2 Prozent im Minus. Mit einem Plus von gut 14 Prozent gehörte die Börse in Norwegen zu den grössten Gewinnern in diesem Jahr. Dabei profitierte der dortige Aktienmarkt auch von den im Jahresverlauf deutlich steigenden Preisen für Öl.

Rohstoff-Werte lieferten 2016 die beste Performance Die grossen Gewinner des Jahres waren nach langer Zeit des Niedergangs die Minenkonzerne und die Ölgiganten. Sie profitierten zum einen von den steigenden Preisen der Rohstoffe. Zum anderen haben die Unternehmen - wie auch die erdölfördernden Staaten - das Angebot der Nachfrage angepasst. So kostete ein Barrel der Sorte Brent im Januar dieses Jahres teilweise nur 30 Dollar, aktuell werden am Terminmarkt dafür 56 Dollar bezahlt. Das entspannte die Bilanzen von BP & Co und liess die Gewinne wieder sprudeln. Der Sektor-Index stellte mit einem Plus von knapp 23 Prozent den zweitgrössten Gewinner. Im Gefolge huassierte die Börse in Moskau und legte in diesem Jahr um 52 Prozent zu.

   Mit einem Plus von knapp 62 Prozent stellten die Minenwerte den mit Abstand grössten Gewinner. Die Kurse von Unternehmen wie Glencore waren 2015 abgestürzt, belastet von hohen Schulden und wegbrechenden Einnahmen. Die Trendwende setzte im Frühjahr 2016 ein, als sich abzeichnete, dass das Wachstum Chinas, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, nicht kollabieren würde. Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium oder auch Eisenerz legten im Jahresverlauf deutlich zu. Die Aktie von Glencore verdreifachte sich. Die Aktie von Anglo American legte sogar um 287 Prozent zu.

Banken starteten nach schwachem erstem Halbjahr durch Die Aktien der Banken gehörten im ersten Halbjahr noch zu den grossen Verlierern. Ihr Branchen-Index verlor bis zum Jahrestief am 6. Juli rund 36 Prozent. Das niedrige Zinsniveau, Rechtsstreitigkeiten wie auch hohe Bestände an notleidenden Krediten lieferten Argumente zum Verkauf der Aktien. Die jüngste grosse Abwärtsbewegung für den Sektor verursachte dann die Entscheidung der Briten Ende Juni, die Europäische Gemeinschaft zu verlassen.

   In der zweiten Jahreshälfte stiegen nicht nur die Inflationserwartungen, sondern auch die Zinsen weltweit. Zudem machten die Banken ihre Hausaufgaben und arbeiteten ihre Rechtsstreitigkeiten Schritt für Schritt ab. Allein die Banken in Südeuropa sitzen weiterhin auf einem Berg fauler Kredite. Die Anleger griffen beherzt zu, seit dem Jahrestief haussierte der Banken-Index um knapp 50 Prozent.

Automobilwerte schalteten im zweiten Halbjahr einen Gang hoch Vergleichbar mit den Finanzwerten legten auch die Automobilhersteller ein schwaches erstes Halbjahr hin. Weiterhin schwer greifbar ist, wie sich Daimler & Co bei der E-Mobilität behaupten. Während heute die Fahrzeuge mit Elektromotor bei den Umsätzen der Premium- und Massenhersteller keine Rolle spielen, mehren sich die Aussagen in den Führungsetagen, dass 2025 rund 25 Prozent der Neuwagen mit Strom angetrieben werden. Dies erfordert hohe Investitionen, die die Branche stemmen muss. VW hat mit dem Dieselskandal zudem ein hausgemachtes Problem, das das Unternehmen lösen muss.

   Nachdem der Sektor der Automobilhersteller und Zulieferer im ersten Halbjahr im Schnitt zunächst rund ein Viertel an Wert verloren hatte, legte er um 30 Prozent zu. Über das Jahr gesehen ist es eine knappe Nullnummer. Die Marktstrategen der BayernLB gehen davon aus, dass Banken, Rohstoffunternehmen wie auch Automobilhersteller den Schwung ins neue Jahr mitnehmen, und empfehlen die Sektoren stärker zu gewichten. Vorsichtiger sind sie dagegen gegenüber den Aktien von Reise- und Pharmaunternehmen, Lebensmittelherstellern und auch Versorgern eingestellt.

=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Euro-Stoxx-50 3.290,52 +18,76 +0,6% +0,7% Stoxx-50 3.010,55 +11,10 +0,4% -2,9% Stoxx-600 361,42 +1,16 +0,3% -1,2% XETRA-DAX 11.481,06 +30,01 +0,3% +6,9% FTSE-100 London 7.142,83 +22,57 +0,3% +14,4% CAC-40 Paris 4.862,31 +23,84 +0,5% +4,9% AEX Amsterdam 483,17 +0,71 +0,1% +9,4% ATHEX-20 Athen 1.740,86 +23,34 +1,4% -5,1% BEL-20 Bruessel 3.606,36 +5,27 +0,1% -2,5% BUX Budapest 32.003,05 +155,18 +0,5% +33,8% OMXH-25 Helsinki 3.680,08 -0,82 -0,0% +9,6% ISE NAT. 30 Istanbul 95.498,58 +315,06 +0,3% +6,9% OMXC-20 Kopenhagen 883,96 -1,58 -0,2% -12,8% PSI 20 Lissabon 4.668,35 +10,85 +0,2% -11,9% IBEX-35 Madrid 9.352,10 +25,00 +0,3% -2,0% FTSE-MIB Mailand 19.234,58 +30,64 +0,2% -10,2% RTS Moskau 1.152,33 +8,07 +0,7% +52,2% OBX Oslo 617,75 -2,70 -0,4% +14,6% PX-GLOB Prag 1.198,40 +3,54 +0,3% -3,4% OMXS-30 Stockholm 1.517,20 -1,17 -0,1% +4,9% WIG-20 Warschau 1.947,92 +1,60 +0,1% +4,8% ATX Wien 2.618,43 -31,50 -1,2% +9,2% SMI Zuerich 8.219,87 -31,26 -0,4% -6,8%

Bund-Future 164,14 -0,37 7,14

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:15 Do, 17.48 Uhr % YTD (MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

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   Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 06 PM EST 12-30-16

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EUR/USD 1,0553 +0,20% 1,0533 1,0486 -2,8% EUR/JPY 123,2335 +0,18% 123,0077 122,01 -16,8% EUR/CHF 1,0722 -0,12% 1,0735 1,0731 -1,4% EUR/GBP 0,8552 -0,08% 0,8579 1,1668 +16,1% USD/JPY 116,76 -0,03% 116,80 116,35 -0,5% GBP/USD 1,2343 +0,55% 1,2275 1,2236 -16,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 53,71 53,77 -0,1% -0,06 +20,5% Brent/ICE 56,73 56,85 -0,2% 0,00 +20,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.156,37 1.157,90 -0,1% -1,54 +9,0% Silber (Spot) 16,04 16,17 -0,8% -0,13 +16,0% Platin (Spot) 904,00 897,50 +0,7% +6,50 +1,4% Kupfer-Future 2,51 2,49 +1,0% +0,03 +16,5% === Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

   DJG/thl/raz

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